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gesetzliche Erbfolge und Formblatt des Nachlassgerichts

| 10.05.2022 20:40 |
Preis: 30,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


22:20

Folgende Ausgangssituation (alle Namen sind abgeändert):

Erblasserin Hanna ist verstorben in 2022 (Witwe, kinderlos). Es tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Es gibt ausser den Schwestern keine Verwandten.

1. Schwester d. Erblasserin: Ida (verstorben in 2014)
Ida hat einen lebenden aber pflegebedürftigen Sohn Ronny (Franzose, verheiratet, 3 Kinder) und eine 2021 verstorbene Tochter Gina (ledig, ohne Kinder)

2. Schwester d. Erblasserin: Tina (Witwe, verstorben April 2019)
Tina hat einen Sohn Malte welcher im Mai 2019 verstorben ist.
Malte war Witwer und hat drei Kinder Markus, Svenja und Birgit (alle drei noch lebend).

Das Nachlassgericht hat Svenja angeschrieben und mitgeteilt, dass eine gesetzliche Erbfolge in Kraft tritt. Tina hat einen Fragebogen erhalten und soll nun die Verwandschaftsverhältnisse darlegen.

Frage:
1. Wie hoch ist der jeweilige gesetzliche Erbanteil von Ronny, Markus, Svenja und Birgit?
2. Muss Svenja die französische Verwandschaft (Ronny) in diesem Formblatt angeben und was würde passieren wenn sie Ronny nicht angibt?

10.05.2022 | 21:23

Antwort

von


(483)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

Ihre Fragen beantworte ich wie folgt:

zu 1.

Das Erbe wird immer von den Eltern an die Kinder weitergegeben, wenn also die Eltern verstorben sind treten die Kinder/das Kind in die Rechte ein. Dabei schließt immer ein Erbe der vorherigen Generation seine Kinder aus, siehe § 1925 BGB.

Zitat:
§ 1925 Gesetzliche Erben zweiter Ordnung
(1) Gesetzliche Erben der zweiten Ordnung sind die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge.
(2) Leben zur Zeit des Erbfalls die Eltern, so erben sie allein und zu gleichen Teilen.
(3) Lebt zur Zeit des Erbfalls der Vater oder die Mutter nicht mehr, so treten an die Stelle des Verstorbenen dessen Abkömmlinge nach den für die Beerbung in der ersten Ordnung geltenden Vorschriften. Sind Abkömmlinge nicht vorhanden, so erbt der überlebende Teil allein.
(4) In den Fällen des § 1756 sind das angenommene Kind und die Abkömmlinge der leiblichen Eltern oder des anderen Elternteils des Kindes im Verhältnis zueinander nicht Erben der zweiten Ordnung.


Da die Eltern von Hanna schon verstorben sind und Hanna keine Kinder hat würden grundsätzlich hier die Geschwister Ida und Tina zu gleichen Teilen erben. Aufgrund des Todes der beiden treten dann deren Kinder und (im Falle von Malte) die Enkelkinder an deren Stelle. Daraus resultiert dann letztlich, dass Ronny 1/3 erbt und Markus, Svenja und Birgit zu je 1/6 erbberechtigt sind.

zu 2.

Einen möglichen potentiellen Erbe verschweigen ist im Grunde nicht möglich, wenn Svenja selbst die Erbschaft antreten will. Das Nachlassgericht kann zwar nur aufgrund des Antrags eines anderen Erben zur Auskunft zwingen und es gibt auch keine direkte Verpflichtung Auskunft zu erteilen. Wenn Svenja selbst aber einen Erbschein erhalten möchte (dieser wird aller Voraussicht nach aufgrund der etwas weiten und unklaren Verhältnisse benötigt, spätestens wenn eine Bank involviert ist), dann muss Sie gemäß § 352 Absatz Nr. 4 des "Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit" auch potentielle Miterben nennen:

Zitat:
§ 352 - Angaben im Antrag auf Erteilung eines Erbscheins; Nachweis der Richtigkeit
(1) Wer die Erteilung eines Erbscheins als gesetzlicher Erbe beantragt, hat anzugeben
1. den Zeitpunkt des Todes des Erblassers,
2. den letzten gewöhnlichen Aufenthalt und die Staatsangehörigkeit des Erblassers,
3. das Verhältnis, auf dem sein Erbrecht beruht,
4. ob und welche Personen vorhanden sind oder vorhanden waren, durch die er von der Erbfolge ausgeschlossen oder sein Erbteil gemindert werden würde,
5. ob und welche Verfügungen des Erblassers von Todes wegen vorhanden sind,
6. ob ein Rechtsstreit über sein Erbrecht anhängig ist,
7. dass er die Erbschaft angenommen hat,
8. die Größe seines Erbteils.
2Ist eine Person weggefallen, durch die der Antragsteller von der Erbfolge ausgeschlossen oder sein Erbteil gemindert werden würde, so hat der Antragsteller anzugeben, in welcher Weise die Person weggefallen ist.
(2) .........


Es wäre also nur möglich gar nicht zu reagieren, falsche Angaben zu machen oder das bewusste Auslassen von Informationen kann allerdings sogar strafrechtliche Konsequenzen haben. Da der Erbfall kraft Gesetzes eintritt ist Ronny im Grunde auch schon Erbe geworden, es gibt auch keine Frist die man abwarten könnte um dann später das Erbe allein anzutreten.


Ich hoffe damit Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.

Mit freundlichen Grüßen,

RA Fabian Fricke


Rückfrage vom Fragesteller 10.05.2022 | 22:17

Ronny erbt 3/6 oder?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.05.2022 | 22:20

ja, 1/3 = 3/6

Ergänzung vom Anwalt 11.05.2022 | 19:36

Sehr geehrter Fragesteller,

ich wurde darauf aufmerksam gemacht, das mich Angabe der Anteile etwas vertan habe - richtig ist, dass Ronny 3/6 erbt und dies dann 1/2 also die Hälfte der Erbschaft ist. Sorry für das mögliche Missverständnis.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fricke

Bewertung des Fragestellers 10.05.2022 | 21:29

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Das war ja mal sehr kompetent und schnell beantwortet danke

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 10.05.2022
5/5,0

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