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gemeinsames Sorgerecht - Anmeldung auf weiterführender Schule

21.02.2014 11:22 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Zusammenfassung: Zur Möglichkeit, eine gerichtliche Entscheidung bei Meinungsverschiedenheit der gemeinsam sorgeberechtigten Eltern herbeizuführen.

Hallo,

mein älterer Sohn ist gerade in der 4. Klasse und der Wechsel auf die weiterführende Schule liegt an. Zur Auswahl stehen die Gesamtschule im Ort und das Gymnasium in der nahegelgenenen Stadt. Mein Sohn und ich haben uns über beide Schulen ausgiebig informiert, waren jeweils beim Tag der offenen Tür und mein Sohn konnte den Schulaltag, die Pausenhofsituation und den Schulweg bei beiden Schulen an Schnuppertagen erleben. Der Fußweg zu beiden Schulen ist relativ identisch, wobei beim Gymnasium eine 10-14 minütige Zugfahrt hinzukommt.
Die Gymnasialempfehlung der Grundschule ist vorhanden. Beide Schulen bieten G9. Zu Beginn der Grundschulzeit hat mein Sohn sich sehr gelangweilt im Unterricht, weshalb ein Test mit der Schulpsychologin gemacht wurde. Diese riet mir damals, ihn auf ein G8 Gymnasium zu schicken, da er gefordert werden müsste.
Für mich sprechen die Gründe für das Gymnasium, da ich zum einen denke, dass er hier entsprechend gefordert wird, aber auch evtentuelle vorübergehende Tiefpunkte durch entsprechende Stützkurse aufgefedert werden. Zudem entfällt der Leistungsdruck durch die Kurseinteilung. Sollte er sich in einem Fach also auch einmal verschlechtern, kann die Note auch durch andere Fächer ausgeglichen werden oder wenn nötig die Klasse auch wiederholt werden. Auf der Gesamtschule ist dies nicht möglich.

Darüber hinaus möchte mein Sohn unbedingt aufs Gymnasium. Er fängt sogar an zu weinen wenn ich Argumente für die Gesamtschule aufzähle (örtliche Nähe und viele Freunde). Er hat einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und findet das Klima an der Gesamtschule sehr rau.
Auch konnte er sich bereits mit Schülern auf dem Gymnasium unterhalten und diese haben ihm stets von sich aus direkt erzählt, dass sie den Umgang unter den Schülern als sehr positiv empfinden.
Darüber hinaus, trifft mein Sohn sich in seiner Freizeit auch sehr häufig mit Kindern, die noch nie mit ihm in eine Schule gegangen sind oder auch in anderen Orten wohnen. Daher befürchte ich keinen Einbruch der Freundschaften, sollte er die Schule wechseln.
Weiterhin ist er sehr aufgeschlossen und findet schnell Kontakt.
Das hat mich dazu bewogen, das Gymnasium als die geeignetere Schule für meinen Sohn auszuwählen.

Der Vater ist für die Gesamtschule, wobei er meiner Meinung nach nicht sehr stichhaltige Gründe aufzählt. Er nennt natürlich die räumliche Nähe und Freunde aber darüber hinaus Argumente, dass das Schulgeld geringer wäre (beides sind staatliche Schulen) wenn überhaupt handelt es sich um keinen nenneswerten Betrag. Er führt auch an, dass das Konzept der Gesamtschule besser wäre und betont hier ausdrücklich die sportlichen, freiwilligen Aktionen nachmittags, die es jedoch an der anderen Schule auch gibt. Außerdem erschien es dem Vater wichtig, dass unser Sohn wenn er zur Gesamtschule ginge für seinen kleinen Bruder da sein könnte, der nebenan zur Grundschule geht. Ich finde, dies sollte nicht Aufgabe unseres Sohnes sein und auch kein Argument für eine Schulwahl.
Das Umgangsrecht des Vaters wird bei beiden Schulen nicht eingeschränkt.

Leider muss die Anmeldung für die weiterführende Schule bereits anfang März abgegeben werden. Ich frage mich nun, wie man hier eine Lösung zum Wohle des Kindes erreichen kann.

Wie wird in einem solchen Fall vorgegangen? Gibt es einen Gerichtsbeschluss, welche Schule die beste wäre? Inwiefern fließt der Wille des Kindes in diese Entscheidung ein. Mein Sohn möchte wirklich unbedingt auf das Gymnasium.
Er fühlt sich auf der Gesamtschule überhaupt nicht wohl und hat schon Bauchschmerzen wenn er zum Mittagessen mit der Grundschulbetreuung dort in die gemeinsam genutzte Mensa geht.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Tatsächlich sieht das Gesetz für eben solche Fälle, in denen sich die gemeinsam sorgeberechtigten Eltern in einer Entscheidung, die für das Kind von erheblicher Bedeutung ist, nicht einigen können, eine Möglichkeit vor, einem Elternteil die Entscheidung zu übertragen.

Nach § 1628 BGB können Sie einen Antrag an das Famliengericht stellen mit dem Inhalt, dass Ihnen die Entscheidung zur Wahl der weiterführenden Schule übertragen wird.

Dieser Antrag ist dann - entsprechend Ihrer geschilderten Argumentation- zu begründen. Auch die Sicht Ihres Kindes spielt dabei selbstverständlich eine Rolle.

Das Familiengericht wird auf den Hinweis, dass die Entscheidung bereits im Folgemonat getroffen werden muss, unverzüglich einen Termin bestimmen und die Beteiligten dazu anhören.

Ich empfehle Ihnen, anwaltliche Hilfe für dieses Verfahren in Anspruch zu nehmen. Zwingend ist dies jedoch nicht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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