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geldwerte Vorteile

| 24.10.2011 13:04 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


14:17

Meine Schwester hat von einen Arbeitgeber eine Betriebswohnung inkl Nebenkosten wie Wasser, Strom u Heizung zugesagt bekommen. Die Wohnung hat 100 m2.
Weiterhin erhält Sie Mittags ein Mittagessen gratis aus dem Restaurant im Unternehmen.

Jetzt taucht dieser Geldwerte Vorteil nicht in der Lohnabrechnung auf.

Der Arbeitgeber sagt das er diesen Geldwerten Vorteil nicht anrechnen kann weil das nicht die endgültige Wohnung ist wo Sie rein soll. Auch die Essen tauchen nirgendwo auf.

Jetzt hat meine Schwester das Unternehmen jedoch nach 3 Monaten verlassen aus Gesundheitlichen Gründen.

Jetzt geht es um die Arbeitsbescheinigung für das Arbeitsamt. Hier wurde jetzt unter sonstiges ein Satz vermerkt das 117,50 als Geldwerteer Vorteil anzurechnen sind.

Ist das so richtig?

Ich bin der Meinung das der Geldwerte Vorteil nach der Tatsächlich bezogenen Wohnung zu verrechnen ist. In diesem Fall 100 m2 mal dem Mitspiegel von 5,72€/m2 zuzüglich pro essen eine Pauschale von ich glaube 2,80 Euro.

Wie ist hier die Sachlage?

MfG

Andreas Hartschen

24.10.2011 | 13:53

Antwort

von


(578)
Heinz-Fangman-Str. 2
42287 Wuppertal
Tel: 0202 76988091
Web: http://www.kanzlei-scheibeler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Die Bewertung sowohl der Wohnung als auch des Mittagsessen richtet sich nach der Sachbezugsverordnung, SvEV.

Gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 2 der SvEV ist das Mittagessen mit 85 EUR zu bewerten, d.h. dieser Betrag ist dem Monatsgehalt hinzuzurechnen und zu versteuern sowie Sozialversicherungsbeiträge abzuführen.

Bezüglich der Wohnung habe ich Sie so verstanden, dass Ihre Schwester eine ganze Wohnung für sich selbst erhalten hat. In diesem Fall ist der ortsübliche Mietpreis anzusetzen, § 2 Abs. 4 SvEV, unter Berücksichtigung etwaiger Abzüge wegen einer eventuellen Lage zum Betrieb, z.B. wegen erhöhter Lärmbelästigung. Ihr Ansatz unter Berücksichtigung des Mietspiegels ist daher korrekt.

Sollte der Arbeitgeber die Wohnung selbst von einem Dritten angemietet haben, sind die insofern angefallenen Kosten anzusetzen.

Dass die Wohnung nur eine Zwischenlösung war ist kein Argument, diese nicht in die Gehaltsabrechnung aufzunehmen. Wenn die Wohnung Ihrer Schwester in den Monaten der Tätigkeit zur Verfügung stand, hat sie in diesen Monaten den geldwerten Vorteil erhalten, der dann auch zu versteuern ist und auf die Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen sind.


Der Ansatz von EUR 117,50 als geldwerter Vorteil für die Wohnung und das Esse insgesamt erscheint daher auch mir zu gering, so dass Ihre Schwester Anspruch auf Korrektur sowohl der Gehaltsabrechnungen als auch der Arbeitsbescheinigung für das Arbeitsamt gemäß § 312 SGB III hat.

Hierbei sind ggf. vorhandene Ausschlussfristen zu beachten. Hierzu sollte Ihre Schwester einmal in den Arbeitsvertrag und - soweit anwendbar - einschlägigen Tarifvertrag schauen.

Die Neuabrechnung würde auch dazu führen, dass Ihre Schwestern höhere Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen muss.

Abschließend weise ich noch auf Folgendes hin: Dieser Dienst soll Ihnen lediglich eine erste Einschätzung geben und den Gang zu einem örtlichen Rechtsanwalt nicht ersetzen. Oft stellt sich erst dort ein bestimmtes Detail heraus, das zu einer ganz anderen rechtlichen Bewertung des Falles führt.


Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler
Fachanwältin für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 24.10.2011 | 14:11

Richtig verstanden, Sie hat eine komplette Wohnung in einen 2 Familien Haus erhalten mit 100m2.
Dieses Haus war früher das Haus der chefin (ist also Eigentum)und steht auf dem alten Betriebgelände.
Irgendwann hat Ihre Chefin dann neu gebaut, ca 1 km entfernt und dahin einen Teil des Betriebes erweitert. Hier war auch der Arbeitsplatz meiner Schwester.
Unten wohnt der Koch des Betriebsrestaurants. Oben hat meine Schwester gewohnt.
Vorgesehen war das nach Frei werden Sie direkt an Ihren Arbeitsplatz eine Wohnung bezieht.

Einen Arbeitsvertrag gab es nur mündlich. Hier war ausgemacht 1000 Euro netto plus Wohnung. Da ihr vorheriger AG 1400 als gehalt gezahlt hat was dem jetzigen AG zu viel war. Daher die Wohnung oben drauf.
Auch gibt es in diesem Bereich keinen tarifvertrag.
Wichtig ist das ich jetzt einmal eine grobe richtung habe damit wir mit dem AG sprechen können.
Vielen Dank schon mal.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 24.10.2011 | 14:17

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Wenn die Wohnung im Eigentum des Arbeitgebers liegt, dann müsste der angemessene Mietzins ausgehend von dem Mietspiegel ermittelt werden.

Wenn es keinen schriftlichen Arbeitsvertrag und auch keinen Tarifvertrag gibt, können auch keine Ausschlussfristen vereinbart worden sein.

Es sind dann aber die Grundsätze der Verwirkung zu beachten. Wenn Ihre Schwester sich erst Monate später meldet, könnte der Arbeitgeber ggf. argumentieren, dass er mit Abänderungswünschen nicht mehr rechnen musste.

Daher sollte Ihre Schwester sich gleichwohl zeitnah beim Arbeitgeber melden.

Bewertung des Fragestellers 12.03.2012 | 18:49

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Die Antwort hat mir sehr geholfen. Mit den Informationen konnte ich entsprechen argumentieren und bin so auf kurzem Wege zu meinem Recht gekommen

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 12.03.2012
4,8/5,0

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ANTWORT VON

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