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geldspiele im Internet mit 11 jährigem


12.07.2005 17:38 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

ich habe folgendes Problem....
Vor einiger Zeit habe ich Kontoauszüge von meiner Bank erhalten, auf denen immer wieder Geldbeträge in Höhe von entweder 10,00 Euro oder 20,00 Euro abgebucht wurden. da weder mein Mann noch ich uns dieses erklären konnten und wir diese Firma auch nicht kannten, habe ich diese beträge wieder zurückbuchen lassen. Einige Zeit später erhielt ich einen Anruf von einer Firma BNamens "Game Duell". Ich hätte im Internet um Geld gespielt und leider konnten diese Beträge nicht abgebucht werden. Ich habe denen dann mitgeteilt, das wir noch nie an Geldspielen teilgenommen haben und wir somit auch nichts bezahlen. Ich wollte dieses aber noch mit meinem Mann klären und später nochmal zurückrufen. Es kam heraus, das mein 11 jähriger sohn im Internet auf eine Spieleseite geraten ist und dort gespielt hat. Allerdings beteuerte er immer wieder, das es doch Spielgeld war. Ich habe dann diese Seite aufgerufen und tatsächlich ist dort immer wieder von kostenlos und Spielgeld die Rede. Ich habe ihn auch gefragt, woher die meine Bankverbindung haben. Sobald er 10,00 Euro abgespielt hatte, wurde er aufgefordert einen neuen betrag anzuklicken und Name sowie Bankverbindung anzugeben. Ich habe dann bei dieser Firma zurückgerufen und gefragt, warum man Geschäfte mit Kindern abwickelt und warum sich nicht vergewissert wird (durch Personalausweisnummer) das die entsprechende Person 18 Jahre alt ist. Man sagte mir, das es nicht notwendig ist. Es kam heraus, das mein sohn sich immer wieder mit neuen E-mail adressen anmelden mußte. Teilweise mit namen, die es nicht mal gibt. Er hat sogar Namen von Oma und Opa angegeben. Auch dort sind mitlerweile Rechnungen eingetroffen. Wir waren jetzt bei der Verbraucherzentrale und dort riet man uns einen Brief aufzusetzen, das wir nicht bereit sind zu zahelen, da wir diese Spiele nie in anspruch genommen haben. Heute kam ein Anruf der Firma in dem meinen Eltern mit Inkasso gedroht wurden. Da sie beweisen müßten, das sie nicht selber gespielt hätten und dieses mit sicherheit nicht könnten, müssen sie zahlen, oder ein Inkassoinstitut werde sich drum kümmern. Das sie es nicht selber waren, wird daraus schon ersichtlich, das der Name meines Vaters falsch geschrieben war. Meine Mutter sollte zur Polizei gehen und meinen Sohn anzeigen, dann hätten sie eine Chance, aber ich müßte dafür aufkommen. Was sollen wir jetzt tun? Es handelt sich um www.game-duell.de
12.07.2005 | 18:34

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der mitgeteilten Tatsachen wiefolgt beantworten möchte:
Vorab ist mir noch nicht ganz klar, ob Ihr Sohn immer nur ein Konto verwendet hat oder ob er bei Verwendung der Namen seiner Grosseltern auch deren Kontoverbindung angegeben hat. Das ist wichtig für die Frage, ob die Grosseltern überhaupt etwas zu befürchten haben.

1.Zunächst ist es so, dass Ihr Sohn nur beschränkt geschäftsfähig ist. Für Geschäfte, die nicht lediglich vorteilhaft für ihn sind – also alle Geschäfte, bei denen er ebenfalls eine Verpflichtung eingeht- bedarf es daher der Einwilligung der Eltern ( 107 BGB).
2.Etwas anderes gilt dann, wenn es sich um Geschäfte handelt, die er mit „eigenen Mitteln“ bewirken kann. Die eigenen Mittel sind z.B. die Taschengeldzahlungen. Allerdings müssen Sie ihm das Geld zur Bewirkung genau solcher Geschäfte, also zum Spielen im Internet gegeben haben, was ich hier nicht annehme. Daher ist das Geschäft Ihres Sohnes unwirksam, weil Sie die Genehmigung (nachträgliche Einwilligung) nicht erteilt haben.
3.Der Hinweis auf die Anzeige ist Unsinn. Gemeint ist, dass Ihr Sohn eine strafbare Handlung vorgenommen haben könnte, indem er die Daten von Ihnen und den Grosseltern benutzt hat. Allerdings ist Ihr Sohn nicht strafmündig, also schenken Sie dem keine Beachtung.
4.Das Problem hier ist, dass Ihr Sohn anscheinend nicht nur die Konten von Ihnen und den Großeltern angegeben hat, sondern auch unter deren Namen gespielt hat und somit für den Anbieter gar nicht erkennbar war, dass hier ein Kind spielt. Laut AGB hat der Spieler sein Geburtsdatum anzugeben, wodurch das Alter festgestellt werden kann. Bitte klären Sie mit Ihrem Sohn, ob er sein Geburtsdatum oder das der Grosseltern angegeben hat. Vielleicht hat Ihr Sohn Ausdrucke von der Anmeldung gemacht oder ähnliche Beweise gesammelt auf seiner Festplatte.
5.Aus den AGB und aus der Beschreibung des Anbieters geht meines Erachtens recht deutlich hervor, dass es um echtes Geld geht. Allerdings ist das für einen Minderjährigen nicht so klar.
6.Ich rate zu folgendem:
Ihre Eltern und Sie sollten unabhängig einen Brief verfassen, indem Sie darauf hinweisen, dass Ihr Sohn die Spiele getätigt hat und Sie dies nicht genehmigen und jegliche Zahlung verweigern.Mehr ist nicht nötig. Wenn der Mahnbescheid tatsächlich eintreffen sollte, sollten Sie einen Kollegen vor Ort mit der Sache betrauen, da die Beweisführung nicht ganz einfach ist.
7.Die Beweispflicht liegt nicht auf Ihrer Seite. Es gilt der Grundsatz, dass derjenige, der einen Anspruch geltend macht, auch die für Ihn günstigen Anspruchsvoraussetzungen beweisen muß. Wenn allerdings Ihr Name richtig geschrieben und die Kontodaten richtig sind, könnte der Beweis des ersten Anscheins greifen (d.h. Nach allgemeiner Verkehrsauffassung spricht es dafür, dass Sie auch selbst gespielt haben). Dies können Sie dann nur im Prozeß entkräften durch die Aussage Ihres Sohnes.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.


Mit freundlichen Grüssen
Nina Heussen
Rechtsanwältin

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