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geld geliehen


28.08.2006 17:20 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



guten tag
ich habe mich vor 3 jahren selbstständig gemacht und brauchte füt meine selbstständigkeit einen lkw. ich habe mir den lkw finaziert.die mehrwertsteuer mußte ich gleich bezahlen das waren 6090€. da ich das geld nicht hatte hat es mir meine kumpel geliehen.er sagte mir das er keine zinsen haben will, das macht man ja nicht unter freunden. in der zwischenzeit habe ich für meinen kumpel sein dach an seinen haus gedeckt für 3800€. komplett mit dachrinnen usw. die 3800€ sind nur arbeitslohn. wir haben ausgemacht das wir das geld von den 6090€ abziehen. also bleibt ein rest von 2290€. meine firma ist inzwischen pleite und ich bin in zahlungsschwierigkeiten gekommen. jetzt habe ich von seinen anwalt einen brief bekommen das mein kumpel von mit 8900€ haben möchte. das sind die 6090€ plus anwaltskosten und zinsen!
jetzt meine frage ich bin am überlegen ob ich eine selbstanzeige machen soll damit ich an mein geld komme? ich weiß auch genug über meinen kumpel zb das er das finanzamt betrügt mit seinen miteinnahmen usw. sein sohn hatte in meiner firma auch schwarz gearbeitet obwohl er arbeitslosengeld bekommen hat. diesen verdienst bei mir hat er aber beim arbeitsamt nicht angegeben. ich natürlich auch nicht. aber wenn ich schon eine selbstanzeige mache dann kann ich diese sachen ja auch angeben. nur um meinen kumpel unter druck zu setzen. er hat von mir nichts schriftliches was zinsen usw besagt. wie ist die rechtslage?
ich werde meinen kumpel nochmal einen brief schreiben was ich vorhabe um abzuwarten wie er reagiert, aber handeln muß ich auf alle fälle. was raten sie mir?
mfg wiechmann
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne will ich Ihre Anfrage beantworten.

Wenn Sie, was ich Ihren Ausführungen nicht mit letzter Sicherheit entnehmen kann, die Arbeiten am Haus Ihres Freundes „schwarz“, also am Fiskus vorbei, getätigt haben, so sind jegliche Ansprüche hieraus nichtig. Das bedeutet, dass Sie keinen Anspruch gegen Ihren Freund auf Zahlung der EUR 3.800 haben. Mit diesem Anspruch hätten Sie dann nämlich gegen den Anspruch Ihres Freundes aufrechnen können, dann hätten Sie nur noch EUR 2290,00 zahlen müssen.

Wenn dem nun aber so ist, dann hat Ihr Freund gegen Sie einen Anspruch auf Zahlung der
EUR 6090 zzgl. Anwaltskosten. Im Hinblick auf die Zinsen müsste Ihr Freund beweisen, dass eine Verzinsung vereinbart war. Das dürfte ihm mangels schriftlicher Absprachen sehr schwer fallen. Daher dürften Sie letztlich nicht die Zinsen zahlen müssen.

Allerdings gehe ich auch davon aus, dass Sie momentan nach Ihren Schilderungen vermögenslos sind. Das wiederum würde bedeuten, dass Ihr Freund mit einem Urteil gegen Sie nichts anfangen kann, da eine Vollstreckung bei Ihnen erfolglos sein wird. Das sollten Sie dem Anwalt Ihres Freundes auch bereits jetzt mitteilen. Möglicherweise wird er dann von einer gerichtlichen Geltendmachung seiner Forderung absehen.

Durch eine mögliche Selbstanzeige wird Ihre Forderung auch nicht durchsetzbar. Daher würde eine solche Anzeige zum Zweck der Geltendmachung Ihrer Forderung auch nichts bringen.

Höchste Vorsicht ist geboten, wenn Sie Ihrem Freund mit einer Anzeige gegen ihn drohen. Denn dann besteht die Möglichkeit, dass Sie sich auch selbst durch die Drohung strafbar machen. Daher sollten Sie das nicht tun. Hier ist eine sehr vorsichtige Formulierung angebracht, die eher „zwischen den Zeilen“ durchblicken lässt, dass eine solche Anzeige möglicherweise erhoben wird.

Ich rate Ihnen dazu, sich in der Angelegenheit von einem Rechtsanwalt vertreten zu lassen. Bei der von Ihnen geschilderten prekären Vermögenslage haben Sie Anspruch auf Beratungshilfe, was bedeutet, dass die Anwaltskosten von der Staatskasse getragen werden. Sie sollten also mit dem Schreiben des Anwalts Ihres Freundes zu dem Amtsgericht Ihres Wohnortes gehen und sich dort einen Beratungshilfeschein ausstellen lassen. Mit diesem können Sie dann einen Rechtsanwalt aufsuchen, der maximal EUR 10 von Ihnen verlangen kann. Gerne kann die Vertretung auch über unser Büro erfolgen. Der Anwalt sollte dann den gegnerischen Anwalt anschreiben und ihm die Situation klarmachen.

Ich hoffe, Ihre Anfrage beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jens O. Gräber
Rechtsanwalt


www.rechtsanwalt-graeber.de
info@rechtsanwalt-graeber.de
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