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gekündigter Mitarbeiter erscheint nicht mehr - Anspruch auf Lohn?

24.04.2017 11:38 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Ein Mitarbeiter wurde in der Probezeit gekündigt. Kündigungsfrist zwei Wochen. Nach der Übergabe der Kündigung an einem Freitag X endete das Arbeitsverhältnis zwei Wochen später an Tag Y.

Nun ist dieser Mitarbeiter nach der Übergabe der Kündigung an diesem besagten Freitag X nicht mehr zur Arbeit erschienen, obwohl das Arbeitsverhältnis ja noch zwei Wochen bis zum Tag Y bestand. Er hat sich auch nicht krank gemeldet oder sonst sein Fehlen entschuldigt. Ein Urlaubsanspruch bestand zum Zeitpunkt der Kündigung nicht. Der Mitarbeiter wurde auch nicht freigestellt.

Der Mitarbeiter war über die Kündigung offensichtlich nicht begeistert. Schon bei der Übergabe des Kündigungsschreibens war er offensichtlich sehr aufgebracht, gab er seinen Firmenschlüssel zurück und nahm seine persönlichen Gegenstände mit. Darauf entgegnete der Chef, dass noch keine Notwendigkeit bestehe, alle Gegenstände mitzunehmen, da das Arbeitsverhältnis noch zwei Wochen bestehe.

Dennoch erschien der Mitarbeiter am darauf folgenden Montag nicht mehr zur Arbeit. Ein Auffinden des Mitarbeiters an seiner dem Chef bekannten Adresse war nicht mehr möglich, da der Mitarbeiter offensichtlich an dem Samstag nach Übergabe der Kündigung umgezogen ist. Die neue Adresse ist dem Chef nicht bekannt. Auch hat der Mitarbeiter diese jemals mitgeteilt.

- Hat der Mitarbeiter Anspruch auf Lohn bis zum Tag Y, obwohl er nicht mehr zur Arbeit erschienen ist und sich auch für sein Fehlen nicht entschuldigt hat? Oder endet sein Anspruch ab Tag X?

Falls nein, wie wird das abgerechnet? Natürlich wird ihm der Lohn für die erbrachte Leistung bis zum Tag der Kündigung ausgezahlt. Muss darüber dann eine gesonderte Mitteilung erfolgen, warum der Lohn nicht bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses ausbezahlt wird (auch im Hinblick auf die Sozialkassen /Arbeitsamt)?




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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),


es gilt der Grundsatz "Kein Lohn ohne Arbeit", so dass zunächst grundsätzlich bei Nichterscheinen auch nicht gezahlt werden muss.

Dieses aber nur dann, wenn der Arbeitnehmer unentschuldigt fehlt. Dann können Sie als Arbeitgeber für diese Zeit den Lohn einbehalten, solange keine Entschuldigung (z.B. eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) vorliegt


Weiter verlangen die Gerichte sehr häufig den Nachweis, dass der Arbeitgeber zur Arbeit aufgefordert hat.

Daher sollte sowohl die Mitteilung des Chefs, dass der Mitarbeiter die Schlüssel behalten solle, weil er zur Arbeit kommen müsse, als auch der vergebliche Versuch, den Mitarbeiter am Montag zu erreichen, beweisbar manifestiert werden. Damit wäre dann diese Nachweis zu erbringen und die Lohneinbehaltung dann rechtens. Auch wäre eine fristlose Kündigung zu empfehlen, wobei Sie allerdings dann Zustellprobleme haben werden, wenn nicht noch der Briefkasten vorhanden sein sollte.


Sicherlich muss der Mitarbeiter bis zum Tag X entlohnt werden. Die entsprechende Abrechnung hat zu erfolgen; eine Änderungsmitteilung ist an den Sozialträger zu machen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 24.04.2017 | 16:53

Habe ich das richtig verstanden, dass wenn ich die Beweisbarkeit des Kontaktversuchs gesichert habe, muss ich den Mitarbeiter bis zu dem Tag entlohnen, zu dem er als letztes erschienen ist?

Muss darüber dann eine gesonderte Mitteilung erfolgen, warum der Lohn nicht bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses ausbezahlt wird (z. B. eine schriftliche Erklärung dem Mitarbeiter gegenüber, warum ich einen Teil seines Lohns einbehalte)?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.04.2017 | 16:59

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r)


ja, das haben Sie richtig verstanden: Unentschuldigtes Fernbleiben zieht dann die Lohneinbehaltung nach sich.

Gegenüber dem Sozialträger müssen Sie dieses in Form einer Änderungsmitteilung deutlich machen - gegenüber dem Mitarbeiter nicht (Wie auch, wenn Sie nicht wissen, wo er wohnt und zu errreichen ist).

Wenn der Mitwarbeiter sich meldet, dann sind Sie auch ihm gegenüber zur Auskunft verpflichtet.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


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