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gefährliche Körperverletzung (Jugendstrafrecht?)


18.06.2007 14:50 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Hallo,
Ich bin 21 Jahre alt und war zum Herrentag mit 2 Freunden Abends noch unterwegs...
In der U-Bahn bekamen wir dann Ärger mit mehreren Leuten, die jünger waren; bestimmt 10 insgesamt.
Genau erinnern kann ich mich an nichts, da wir sehr viel getrunken hatten(ca 16 Bier). Auf jeden Fall wird mir vorgeworfen, einen dieser Typen mit einer Flasche geschlagen zu haben. Ich und ein Freund wurden dann verhaftet.
Habe mir nach der Entlassung ein ärztliches Attest im Krankenhaus geben lassen(einige Stunden nach der Entlassung), weil ich mehrere Schläge ins Gesicht bekam.
Das Opfer hat sich einen Anwalt genommen und ebenfalls ein Attest. Habe schon mit ihm telefoniert und mich entschuldigt, sollte ich der Täter sein, weil ich wie gesagt wirklich nichts mehr weiß.
Meine Fragen, kann ich eine außergerichtliche Einigung erreichen? Was soll ich bei der Polizei aussagen bzw. mich verhalten und was erwartet mich vom Strafmaß, Jugendstrafrecht noch möglich?
Habe ich eine Chance die Sache als Notwehr hinzustellen, was sie vielleicht auch war?
Hinzu kommt, dass ich mit 17 schon einmal in Erscheinung getreten bin und auch mit Sozialstunden bestraft wurde.
Ich bedanke mich schoneinmal im Voraus für antworten.

Desweiteren habe ich ihn gefragt, ob er mir die Nr. seines Anwalts gibt, damit ich vielleicht mit dem Anwalt in Verbindung treten kann, um das mit ihm zu klären. Haltet ihr das für erfolgsversprechend? Besteht überhaupt die Möglichkeit sich ohne ein Gericht zu einigen?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Eine „außergerichtliche Einigung“ mit dem Opfer können Sie primär zivilrechtlich erreichen. Dabei geht es allerdings „nur“ um etwaige zivilrechtliche Schadensersatzansprüche/Schmerzensgeld.

Allerdings ist hier – jedenfalls nach Ihren Angaben - unklar, ob Sie

1. überhaupt der Täter gewesen sind und
2. sie möglicherweise in Notwehr gehandelt haben.

Es ist daher zweifelhaft, ob Sie überhaupt zur Rechenschaft gezogen werden können, so dass von einer vorschnellen Einigung hier u.U. abzuraten ist.

II. Strafrechtlich kommt es ebenfalls darauf an, ob man Ihnen eine Täterschaft nachweisen kann, bzw. ob Sie in Notwehr gehandelt haben oder nicht. Dazu kann ich hier aber kaum weitere Angaben machen, da der Sachverhalt nicht näher bekannt ist. Erforderlich zur weiteren Klärung wäre ein Akteneinsichtsgesuch an die zuständige Staatsanwaltschaft. Dann kann anhand der Ermittlungsakte die tatsächliche und rechtliche Lage näher eingeschätzt werden. Ob Sie also eine „Chance“ haben, das Ganze als Notwehr darzustellen, kann an dieser Stelle seriöserweise nicht beantwortet werden. Nach Ihren Angaben hier (mindestens 10 Personen auf „der anderen Seite“; zudem haben Sie mehrere Schläge ins Gesicht bekommen) ist eine solche Bewertung jedenfalls nicht ausgeschlossen.

III. Ob hier noch Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen kann, hängt von Ihrem Alter zur Tatzeit ab. Wenn Sie seinerzeit noch nicht 21 Jahre alt waren, wäre eine Anwendung des JGG möglich; falls Sie zur Tatzeit bereits 21 Jahre alt waren, scheidet Jugendstrafrecht aus.

Sollte Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kommen, dann kann hier das Strafmaß sogar bei ab sechs Monaten Freiheitsstrafe (wohl zur Bewährung) liegen, da in dem Schlag mit einer Flasche eine „gefährliche Körperverletzung“ gesehen werden kann. Sechs Monate Freiheitsstrafe sind dabei grds. die Mindeststrafe.
Allerdings ist die Strafzumessung Sache des Tatrichters und kann hier nur sehr eingeschränkt vorweggenommen werden.

IV. Abschließend empfehle ich Ihnen, einen Verteidiger hinzuzuziehen, der Ihnen nach erfolgter Akteneinsicht weiteren Rat erteilen kann. Sollte sich die Sachlage als „verworren“ darstellen, dann kann eine Einstellungsschrift durch einen Verteidiger sinnvoll sein, in der die Einstellung des Verfahrens (ggf. gegen eine Auflage) beantragt wird.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt
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