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gef. Körperverletzung und Beleidigung

| 24.01.2017 17:18 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Saeger


Folgendes:

Freunde und ich sind in einem Nachtclub. Ein Freund (C) wird dabei erwischt, wie er unerlaubt im Innenbereich raucht. Ein Türsteher kommt, will ihn rausschmeißen und fängt an ihn zu schubsen. Ich und ein Freund (B) sehen das und gehen dazwischen, da sich der Türsteher aggressiv verhalten hat.
Wir haben probiert die Sache zu deeskalieren (was im Nachhinein zu dem genauen Gegenteil geführt hat). Wir sind hin und wollten prinzipiell nur Zwischen Türsteher und C gegangen und wollten ihn beschwichtigen, C noch eine Chance zugeben. Direkt kam der andere Türsteher und wir wurden beide aus dem Club gezerrt. Auf dem Weg zum Ausgang bekam B vom Türsteher zwei Schläge ins Gesicht,als er noch nach seiner Jacke gefragt hat, die nicht notwendig waren, da Ich und B keine körperliche Gegenwehr geleistet haben.
Als ich vor dem Club war, ist mir aufgefallen dass ich auch keine Jacke habe und als ich kurz wieder rein bin habe ich direkt einen Schlag auf die Nase bekommen (Nasenbruch, Nasenblut etc).
Wegen diesen Schlägen, die nicht gerechtfertigt waren, wurde direkt die Polizei gerufen.
Polizei nimmt alles auf. Da ich sehr aufgebracht war wegen meiner Nase und gutem Alkoholpegel habe ich wohl gesagt "wer geht denn zur Polizei, da gehen nur die Dummen hin" und habe prompt noch eine Anzeige wegen Beamtenbeleidigung bekommen.
Außerdem wurden zwei Zeugen vernommen. Diese haben ausgesagt, dass wir( A und B) uns ohne gegenwehr haben "abführen" lassen und die Schläge vom Türsteher gegenüber B ohne gerechtfertigten Grund kamen.

Also ich tätige meine Aussage als Geschädigter und schildere (in etwa wie hier) den Sachbestand per E-Mail dem Polizisten, da ich eigentlich in einem anderen Bundesland wohne. Dabei habe ich auch gesagt das wir betrunken waren.
einen Alkoholtest haben wir verweigert als die Polizei kam an dem Abend.

Nun hat der Türsteher ausgesagt, und stellt den Tatverlauf anders da.
Er schildert, dass ich, als C wegen dem Rauchen rausgeschmissen wird, ihm von hinten auf den Kopf schlage, dann B den Türsteher in den Schwitzkasten nimmt und ich und C ihm weiter von hinten auf den Kopf schlagen.
Dann sagt er ich hätte ihn noch mehrfach Beleidigt (ich ficke deine mutter etc)

Jetzt habe ich also eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung, aufgrund der Sachen die der Türsteher ausgesagt hat, plus Beamtenbeleidigung.

Draußen war eine Überwachungskamera, die zeigt wie ich unverletzt aus dem Club komme, reingehe und verletzt wieder rauskomme.

C wurde bei der Polizei nicht genannt, da er ja nur geraucht hat. Jetzt wird ihm allerdings auch die gef. Körperverletzung vorgeworfen.

Die Geschichte vom Türsteher wird wohl vom anderen Türsteher bestätigt werden. Ob es andere Zeugen außer den bereits genannten gab, weiß ich nicht. C könnte notfalls auch Aussagen, möchte dies aber nur wenn es unbedingt sein muss.

Aussagen habe ich bereits getätigt, da ich ja erst nur Geschädigter war und garnicht mit einem so krassen Vorwurf der gef. Körperverletzung gerechnet habe.
Allerdings stimmt der Vorwurf des Türstehers einfach nicht, wäre das so abgelaufen und wir hätten ihn so attackiert lägen wir wohl heute noch im Krankenhaus. Ich und B sind 20 und 21, Studenten und keine "Schläger".
Ich habe vor zwei jahren 10 Sozialstunden bekommen, damit eine Anzeige wegen Fundunterschlagung/Diebstahl fallengelassen wird.

Ist es jetzt wahrscheinlich, dass es fallengelassen wird weil es Aussage gegen Aussage steht?
Oder muss ich nun wirklich eine Verurteilung befürchten, weil der Türsteher seine Schläge damit gerechtfertigt, dass wir davor schon gewaltsam waren.

Was sind hier die Besten Möglichkeiten für B und mich, sollen wir einfach die Wahrheit aussagen und auf das Beste hoffen?
Welcher Ausgang in dem Fall ist hier am wahrscheinlichsten?
Ist es sehr ratsam einen Anwalt einzuschalten? (Geld ist sehr knapp bei mir)
Soll ich jetzt nochmal als Beschuldigter die gleiche Aussage wie zuvor tätigen, oder etwas an meiner Aussage ändern und nochmal darlegen, dass wir bestimmt keinen Türsteher anfangen zu schlagen.

Sehr geehrter Fragensteller,

1) Die Beleidigung der Beamten ist zu bejahen. Man kann schuldmindern § 20 / 21 StGB anführen. Insofern war die Verweigerung des Alkoholtests aber auch nicht sonderlich förderlich. Unstreitig dürfte dennoch sein, dass Sie erheblich alkoholisiert waren.

2) Zu den Körperverletzungsdelikten muss man sagen, dass es eine offene Beweislage ist, die von den Zeugenaussagen abhängen wird. Sicher nicht so positiv für ihre Glaubwürdigkeit könnte es der durchschnittliche Strafrichter werten, dass es unstreitig im Anschluss zu einer Beleidigung kam.

Auf Basis Ihrer Schilderung sehe ich eher eine nicht gerechtfertigte Körperverletzung der Türsteher iSd § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB.

Eine Verletzung der Türsteher scheint man hier ja gut bestreiten zu können. Sie äußern sich zwar nicht weiter zu einem möglichen Verletzungserfolg, aber trotz der vermeintlichen Schläge auf den Kopf scheint den Türstehern ja nichts geschehen zu sein.

3) Sicher denkt sich ein erfahrener Strafrichter auch seinen Teil zur Berufsgruppe der Türsteher. Wie immer im Leben gilt aber, dass man nicht weiß an wen man gerät.

Das Standardprocedere wäre es Akteneinsicht über einen zu nehmen. Online kann man das teilweise sehr günstig durchführen lassen.

Da die Beleidigung hier unstreitig ist, würde ich an Ihrer Stelle eine Einstellung gegen Auflage ( z. B. Zahlung von 300,00 € an die Caritas etc. ) unter Verweis auf Ihre beengten finanziellen Mittel vorschlagen. Denn ganz ohne Strafe würde die Sache hier sicher nicht abgehen, wenn man nicht eine Einstellung im frühen Verfahrensstadium hinbekommt.

Auch wegen der geringfügigen, aber trotzdem vorhandenen Voraufälligkeiten würde ich hier eine Einstellung gegen Auflage als bestes und realistisches Ziel erachten. Dabei sollte man sich gezielt beim betreffenden Beamten entschuldigen, auch auf die Alkoholisierung verweisen und den Nachweis der schriftlichen Entschuldigung der Bitte um Einstellung gegen Auflage beifügen.

Das solideste wäre es aber, erst einmal Akteneinsicht zu nehmen und danach zu entscheiden, ob man weiter aussagt / wie man sich taktisch am besten verhält.

Falls ich Ihnen bei der Einschätzung der Rechtslage geholfen habe, freue ich mich über eine Bewertung mit 5,0 . Bei Rückfragen nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Saeger
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 24.01.2017 | 18:22

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort Herr Saeger.

Allerdings steht nach ihrer Antwort immer noch die Frage offen, ob ich nun nochmal Aussagen sollte. Um Stellung zu beziehen habe ich nämlich noch 6 Tage, ob ich bis dahin eine Akteneinsicht bekomme, weiß ich ja nicht.

Und die Beamtenbeleidigung ist ja eher Nebensache, ich mache mir nur sorgen wegen der angeblichen gef. Körperverletzung.
Ist es denn bei aktueller Beweislage eher wahrscheinlich, dass es zum Gerichtsverfahren/verhandlung kommt oder wird das eher eingestellt?

Die Türsteher waren nicht geschädigt meines Wissens nach, wir haben ja auch keine Schläge getätigt.

Sollte denn C auch am Besten eine Aussage machen oder wäre das erst wichtig, sobald es zum Verfahren kommt?

Der Vorschlag mit dem Einstellen und 300€ zahlen, bei wem soll ich das denn vorschlagen?

Vielen Dank für ihre Hilfe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.01.2017 | 19:02

Sehr geehrter Fragensteller,

man kann die Einlassung derzeit einfach unter Verweis darauf verweigern, dass ein RA mit der Akteneinsicht beauftragt werden soll, und darauf verweisen, dass nach erfolgter Akteneinsicht uU weitere Aussagen getätigt werden.

Die reine Lehre ist es, nicht ohne vorherige Akteneinsicht nochmals auszusagen. Dementsprechend ist dies mein und der Standardrat.

Bei (wechselseitigen) Körperverletzungen wird nicht automatisch eingestellt.

Wie wahrscheinlich es ist, ist eine weder mathematisch noch stochastisch zu beantwortende Frage. In Anbetracht der feststehenden Beleidigung sehe ich schon gewisse Probleme auf Sie zukommen, außer die Türsteher wäre einschlägig wegen Kpvl Delikten vorbestraft und / oder vollkommen ohne beweisbare Blessuren.

Wenn ein Verletzungserfolg ausgeblieben ist, kann an sich nur der Versuch der Körperverletzung verfolgt werden. M. E. würde aber ein fehlender Schaden auf Seiten der vermeintlich Geschädigten am deutlichsten gegen die Wahrhaftigkeit von deren Sachvortrag und für eine Einstellung sprechen.

Eine den Sachverhalt bestätigende Aussage von C wäre dann unbedingt ratsam. Noch besser wären unbeteiligte Zeugen.

Den Vorschlag kann man dem zuständigen Staatsanwalt machen, aber bereits im Vorfeld der Polizei zukommen lassen.

MfG
RA Saeger

Bewertung des Fragestellers 27.01.2017 | 13:33

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