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geerbte Schulden?


25.02.2006 18:16 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Am 26.04.2004 ist mein Vater gestorben.
Er hatte 4 Kinder. Ich selbst bin 27 Jahre alt und hatte seit der Grundschule keinen Kontakt mehr zu meinem Vater. Ich habe einen Halbbruder aus der ersten Ehe meines Vaters und zwei Halbgeschwister aus der dritten Ehe meines Vaters. Ich kenne nur die Vornamen meiner Halbgeschwister und weiss auch nicht wo sie wohnen.
Nach dem Tod hat mich ein Bekannter von meinem Vater angerufen und mich über den Tod informiert. Da mein Vater fremd für mich war, habe ich mich auch um nichts gekümmert. Ich weiss nicht, wer die Beerdigung bezahlt hat und wer sich um die Wohnung und das ev. Erbe gekümmert hat. Ich habe auch nichts Schriftliches bekommen, so dass ich überhaupt nicht wusste, dass ich Erbe bin.
Ich wusste zu dieser Zeit auch nicht, dass mein Vater Schulden hatte. Und auch nicht, dass man das Erbe binnen 6 Wochen ausschlagen muss.
Nun habe ich von der Ge Money Bank ein Schreiben bekommen, dass ich rund 16000 € Schulden von meinem Vater zahlen soll, weil ich Erbe wäre. Wer weiss wieviel Schulden er noch weiterhin hat.
Ich selbst verdiene 1200 € netto, lebe mit meiner Lebensgefährtin und meinem Sohn in einer gemeinsamen Wohnung.
Ich bin also unterhaltspflichtig und unterstütze meine Lebensgefährtin, da sie ja nur halbtags wegen des Kindes arbeiten kann.
Was kann ich jetzt machen um aus dieser Situation rauszukommen.
Kann ich das Erbe noch ablehnen, weil ich nicht wusste, dass mein Vater Schulden hat?
Und wenn das nicht geht, was dann? Dann fällt mir nur ein Insolvenzverfahren ein, denn diese Summe kann ich nicht bezahlen.
Müssen meine Halbgeschwister mitbezahlen?
Wie kann ich mich bei der Bank wehren?
Vielen Dank für Ihre Mühe.
Rupfy



25.02.2006 | 19:27

Antwort

von


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30159 Hannover
Tel: 0511 22062060
Web: www.tarneden-inhestern.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen beantworte ich anhand des von Ihnen bereitgestellten Sachverhalts wie folgt:

Die von Ihnen erwähnte Ausschlagungsfrist beginnt stets mit Kenntnis vom Erbfall. Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Kenntnis vom Tod Ihres Vaters durch eine private oder amtliche Quelle erfolgte. Wenn Sie also bereits Kenntnis hatten,seit dem Sie ein Bekannter informiert hat, ist die Frist verstrichen, eine Ausschlagung kommt nicht in Betracht. Wenn Sie erst Kenntnis seit Empfang des Schreibens der Bank hatten läuft die Frist möglicherweise noch, und Sie können die Erbschaft erfolgreich ausschlagen. Die Ausschlagung sollten Sie persönlich gegenüber dem Rechtspfleger des Nachlassgerichts erklären oder schriftlich niederlegen, von einem Notar an Ihrem Wohnort beglaubigen lassen und dem Nachlassgericht übersenden.

Weiter sollten Sie für den Fall des Ablaufs der vorbezeichneten Frist die Anfechtung der Fristversäumung wegen Irrtums gegenüber dem Nachlassgericht erklären. Dies geht nach der Rechtsprechung, wenn man über das Bestehen, den Ablauf oder die Rechtsfolgen des Ablaufs der Frist in Unkenntnis gewesen ist. Der Umstand, dass Ihr Vater Schulden hatte, dürfte als bloßer Irttum über eine Eigenschaft des Nachlasses dagegen unerheblich sein. Auch die Anfechtung der Fristversäumung unterliegt oben genannten Formerfordernissen.

Erklären Sie Ausschlagung und Anfechtung der Fristversäumung unverzüglich.

Der Bank lassen Sie eine Abschrift der notariell beurkundeten Erklärungen zukommen. Überdies wenden Sie ein, dass Sie nicht Alleinerbe sind, sondern noch drei weitere Erben - nämlich Ihre Geschwister vorhanden sind, so dass Sie selbst im Fall einer wirksamen und nicht mehr zerstörbaren Erbschaftsannahme lediglich zu einem Viertel haften.

Geschwister erben nach gesetzlicher Erbfolge zu gleichen Teilen.
Zu beachten ist, dass Ihre Geschwister erfolgreich ausgeschlagen haben können.

Ich gehe davon aus, dass sich auf diese Weise Ihr Versäumnis beseitigen lässt.

Falls dem nicht so ist, brauchen Sie insoweit keine Angst vor einem möglichen Privatinsolvenzverfahren zu haben, als bei Ihrem Einkommen wegen der bestehenden Unterhaltspflichten gegenüber Kind und Lebensgefährtin ein pfändbarer Anteil von Einkommen ohnehin nicht besteht. Unangenehm sind dann lediglich zwischenzeitliche Verbesserungen der Einkommenssituation und die sechsjährige Verfügungsgewalt eines Treuhänders über Ihre Einkünfte.

Ich hoffe, die Antwort ist Ihnen eine Hilfe.

Mit freundlichem Gruss

Patrick Inhestern
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

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