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geerbte Hausanteile/Erbengemeinschaft


28.06.2005 14:49 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Mein verstorbener Vater war Miteigentümer eines Hauses mit angrenzendem Grundstück, welches er mit seinen drei Geschwistern von seiner Mutter geerbt hat. Nach seinem Tod habe ich dieses Hausviertel von ihm geerbt.
Nun möchte ich diesen Anteil an die anderen Erben veräußern bzw. ihn anderweitig veräußern.
Auf Anschreiben haben die anderen Besitzer bislang nicht geantwortet. Auch kenne ich nicht den Wert des Hauses.

WIe kann ich in diesem Fall weiter vorgehen?

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist die Erbengemeinschaft nach der Mutter Ihres Vaters noch nicht auseinandergesetzt worden. Als Erbe Ihres Vaters und damit sein Rechtsnachfolger sind Sie an dessen Stelle getreten.

Solange die Erbengemeinschaft noch nicht auseinandergesetzt wurde, können Sie als Miterbe nicht gemäß § 2033 Abs. 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) über Ihren Anteil an den einzelnen Nachlassgegenständen, also auch nicht über das Viertel am Grundstück verfügen.

Denkbar wäre allerdings gemäß § 2033 Abs. 1 BGB eine Veräußerung Ihres Erbteils als Ganzes. Nach dieser Vorschrift kann jeder Miterbe über seinen Anteil am Nachlass als Ganzes verfügen. Dieser Vertrag bedarf der notariellen Beurkundung. Dabei ist zu beachten, dass die Miterben gegenüber dem Erbteilsverkäufer ein Vorkaufsrecht haben.

Sollte ein Erbteilsverkauf nicht möglich oder auch nicht wirtschaftlich sinnvoll erscheinen, können Sie gemäß § 2042 BGB als Miterbe die Auseinandersetzung verlangen. Die Auseinandersetzung ist nur in selten vorkommenden Ausnahmefällen ausgeschlossen, wenn beispielsweise ein potentieller Miterbe noch nicht geboren oder seitens des Erblassers kraft letztwilliger Verfügung ausgeschlossen ist. Sie findet gemäß den Regelungen der §§ 752 ff. BGB statt. Entsprechend § 752 BGB erfolgt die Aufhebung der Erbengemeinschaft durch Teilung in Natur, soweit dies wirtschaftlich möglich ist. Ist eine Teilung der Gegenstände in Natur nicht möglich, so sieht § 753 BGB die Aufhebung der Gemeinschaft durch Verkauf der gemeinschaftlichen Gegenstände nach den Vorschriften über den Pfandverkauf, bei Grundstücken durch Zwangsversteigerung vor.

Gemäß § 2046 BGB ist der Erlös aus Verkauf und Versteigerung zunächst zur Berichtigung der Nachlassverbindlichkeiten einzusetzen. Anschließend wird gemäß § 2047 BGB der verbleibende Überschuss auf die Erben entsprechend ihrer Erbanteile aufgelöst.

Einen Wertermittlungsanspruch haben Sie gegenüber den anderen Erben nicht. Sie können sich aber jederzeit selbst über den Bestand und den Wert des Nachlasses in Kenntnis setzen und dazu gegebenenfalls die Mitwirkung der übrigen Miterben verlangen. Sollte das Haus nicht im Besitz einer oder mehrerer Miterben sein, können Sie von dem jeweiligen Besitzer, sonst von den besitzenden Miterben gemäß § 2027 BGB Auskunft über den Bestand des Grundstück und des Hauses verlangen.

Praktisch dürfte folgende Vorgehensweise sinnvoll sein: Zunächst sollte noch einmal unter Verweis auf eine sonst drohende Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft und der damit verbundenen Zwangsversteigerung des Grundstücks der Kontakt mit den Miterben gesucht werden. Soweit lediglich kein Einvernehmen über den Wert des Grundstücks erreicht werden kann, sollte gemeinsam ein Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben werden um dann eine Grundlage für die von Ihnen angestrebte Veräußerung Ihres Anteils an einen oder mehrere Miterben zu erreichen. Sollten diese Bemühungen fruchtlos bleiben und auch kein anderer Interessent als Käufer Ihres Erbteils vorhanden sein, bliebe allerdings nur die Möglichkeit, die Auseinandersetzung zu verlangen, die zur Zwangsversteigerung des Grundstücks führen würde.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften weiter geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de
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