Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

fristlose Kündigung durch den Vermieter


| 07.09.2007 15:03 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Sohn ist im April 2006 in eine eigene Wohnung gezogen. Am 20.08.07 hat uns der Vermieter angerufen, weil unser Sohn Mietschulden hat. Laut seiner Aussage des Vermieters würde es sich um die Mieten von März 2007 – August 2007 handeln und wenn die sofort bezahlt werden würde er keine weiteren Schritte mehr unternehmen. Wir haben dann die Summe bezahlt (Abbuchung von unserem Konto am 21.08.2007).
Am 24.08.2007 kam dann ein Brief des Anwalts des Vermieters (datiert vom 23.08.07) mit der fristlosen Kündigung und einer Räumungsfrist bis zum 15.09.2007 und der Mitteilung, das aus 2006 drei Monatsmieten und aus 2007 die Mieten von März bis August offen sind. Außerdem fordert er Verzugszinsen und Anwaltskosten. Als Abschlusssatz stand: Sollte sich bei der Übergabe der Wohnung herausstellen, dass Schäden vorhanden sind (die Wohnung ist Ihnen frisch renoviert übergeben worden) so werden die diesbezüglichen Kosten Ihnen selbstverständlich auch noch in Rechnung gestellt werden. Das Gleiche gilt für eventuell anfallende Mietausfallkosten bis zur Weitervermietung.
Wir haben in mehreren darauffolgenden Telefonaten betont, dass wir die Sache friedlich regeln möchten. Allerdings wiederspricht sich der Vermieter selbst und legt schon einen fast unverschämten Ton an den Tag.
Also, noch mal ganz deutlich – wir (Eltern) sind bereit die Schulden und auch den Verzugszins zu bezahlen.

Unseren Fragen sind jetzt:
Die Wohnung wird bis zum 15.08.07 geräumt und auch gestrichen. Ist das Mietverhältnis dann beendet oder müssen wir, wie vom Vermieter gefordert, einen Nachmieter vorschlagen?
Ist die fristlose Kündigung hinfällig, wenn wir vor dem 15.09. bezahlen? Einem Mietaufhebungsvertrag will der Vermieter nicht zustimmen!
Müssen wir für evtl. Mietausfälle nach dem 15.09. aufkommen?
Müssen wir die Anwaltskosten bezahlen?


Für Ihre Antwort bedanke ich mich schon im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

07.09.2007 | 15:39

Antwort

von


252 Bewertungen
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Nach Ihrer Schilderung ist die Wohnung von dem Vermieter außerordentlich fristlos gekündigt worden. Ihrem Sohn wurde eine Räumungsfrist eingeräumt. Vorab möchte ich klarstellen, dass Sie zu gar nichts verpflichtet sind, sofern Sie den Vertrag nicht unterschrieben haben. Ihr Sohn ist als Unterzeichner des Vertrages auch für die Schulden verantwortlich. Wenn Sie Zahlungen vornehmen, geschieht das aus Kulanz.
2.Das Mietverhältnis endet damit mit der Erklärung der Kündigung sofort. Ihr Sohn muss aber Nutzungsentschädigung bis 15.09.2007 bezahlen. Ihr Sohn muss die bis dahin erforderlichen Schönheitsreparaturen durchführen. Er muss keinen Nachmieter stellen, da das Mietverhältnis durch den Vermieter beendet wurde.
3.Nach § 543 Abs. 2 S. 2 BGB ist die Kündigung ausgeschlossen, wenn der Vermieter VOR Zugang der Kündigung vollständig befriedigt wurde, also die Zahlungen insgesamt erfolgt sind. Offenbar hat sich der Vermieter nach dem Telefongespräch mit Ihnen anwaltlich beraten lassen und so doch noch rechtzeitig die Kündigung ausgesprochen. Es ist aber denkbar, dass Ihre Zahlung rechtzeitig eingegangen ist, da bereits am 21.08.07 der Betrag abgebucht wurde und somit die Möglichkeit besteht, dass der Betrag am 24.08.07 bereits auf dem Konto des Vermieters eingegangen ist. Sie sollten daher um Auskunft bitten, wann die Zahlung auf dem Konto eingegangen ist. Sollten Sie hier alleine nicht weiter kommen, sollten Sie ebenfalls anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen, um Ihre Recht durchzusetzten.
4.Für Mietausfälle nach dem 15.09.07 müssen Sie nur dann aufkommen, wenn Ihr Sohn bis dahin die Räumung nicht durchgeführt hat, bzw. erforderliche Arbeiten noch nicht erfolgt bzw. abgeschlossen sind.
5.Die Anwaltskosten sind noch nicht von Ihnen zu übernehmen. Der Vermieter hätte die Kündigung auch selbst aussprechen können. Somit war eine Beratung – voraussichtlich anderer Sachverhaltsangaben – noch nicht erforderlich.


Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Diep, Rösch & Collegen
Fürstenstraße 3
80333 München
Tel: (089) 89 33 73 11 / (089) 45 75 89 50

info@anwaeltin-heussen.de
Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 10.09.2007 | 20:55

Sehr geehrte Frau Heussen,

erstmal Danke für Ihre prompte Antwort.

Eine Frage hätte ich allerdings noch: Kann der Vermieter die fristlose Kündigung zurücknehmen (das möchten wir gar nicht), falls wir die noch ausstehenden Mietrückstände vor Ablauf der Räumungsfrist bezahlen.

Für Ihre Antwort bedanke ich mich schon mal im Voraus!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.09.2007 | 10:33

Sehr geehrte Ratsuchende,

die Kündigung ist eine so genanntes Gestaltungsrecht. Mit Zugang beim Empfänger entfaltet sie ihre Wirkung, nämlich die Auflösung des Mietverhältnisses zum genannten Zeitpunkt. Die Kündiung kann zwar als gegenstandslos benannt werden, jedoch müsste Ihr Sohn dafür zustimmen. Tut er das nicht, hat der Vermieter nicht die Möglichkeit, einseitig die Fortsetzung des Mietverhältnisses zu verlangen.

Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort. "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Nina Marx »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.


ANTWORT VON

252 Bewertungen

Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Miet und Pachtrecht