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fristlose Kündigung durch Arbeitnehmer

13.01.2018 11:54 |
Preis: 25,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


12:55

Zusammenfassung: fristlose Kündigung bei Beleidigung eines Bekannten durch den Vorgesetzten.

Ich befinde mich derzeit in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis und meine Probezeit ist auch abgelaufen.
Meine Kündigungsfrist beträgt, festgelegt im Arbeitsvertrag, 3 Monate.

Zum Fall:
Ich habe vor kurzem einen guten Freund angeworben sich bei uns zu bewerben und habe diese Bewerbung an meinen direkten Vorgesetzten weitergeleitet. Meinem Vorgesetzten ist bekannt, dass der Bewerber ein guter Freund von mir ist und hat ihn dann zum Bewerbungsgespräch eingeladen.
Beim Bewerbungsgespräch hat der Vorgesetzte meinen Freund so runtergemacht und beleidigt, dass er tatsächlich am Boden zerstört war.

Ich finde das nicht tragbar und möchte die Firma sofort verlassen.

Nun die Frage, ist dies überhaupt ausreichend um eine fristlose Kündigung zu erwirken?
Weiterhin wird die Frist von 3 Monaten für das Arbeitslosengeld gelten?
13.01.2018 | 12:31

Antwort

von


(87)
Hohenzollernring 57
50672 Köln
Tel: 0221 - 95279564
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Nein, das Verhalten des Vorgesetzten dem Freund gegenüber, stellt keinen fristlosen Kündigungsgrund dar.
Als Beispiel dafür kann ich mitteilen, dass bei unpünktlicher Gehaltszahlung der Arbeitgeber zunächst abzumahnen und die rechtzeitige Gehaltszahlung zu fordern ist. Eine außerordentliche Kündigung wegen Zahlungsverzug des Arbeitgebers setzt somit einen eklatenten Gehaltsrückstand und mindestens eine vorherige Abmahnung voraus.
Grobe Beleidigungen und Tätlichkeiten sind weitere Beispiele von gewichtigen Gründen. Der Empfänger müssten aber Sie und nicht ihr Bekannter sein.
Neben der Interessenabwägung, die auch nicht zu Ihren Gunsten ausfallen würde, ist eine Frist von zwei Wochen zu wahren (Erklärungsfrist nach § 626 Abs. 2 BGB) Die Frist beginnt, sobald der Kündigungsgrund bekannt ist.

Im Sozialgesetzbuch ist zwingend vorgeschrieben, dass bei eigener Kündigung eine Sperrfrist von drei Monaten zu erfolgen hat, wie auch bei personenbedingter Kündigung durch den Arbeitgeber.
Hiervon gibt es natürlich auch Ausnahmen, da der Gesetzgeber nicht jeden Einzelfall regeln kann.
Die Sperrzeit entfällt, wenn Sie selbst sogar zur fristlosen Kündigung berechtigt gewesen wären. Das müssten Sie allerdings konkret nachweisen (LSG Hamburg, Urteil vom 14. Januar 2010, Az. L 5 AL 21/08).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Wübbe

Nachfrage vom Fragesteller 13.01.2018 | 12:45

Sehr geehrter Herr Wübbe,

danke für die ausführliche Antwort.
Ich bin derzeit seit fast einem Jahr beim Arbeitgeber angestellt und möchte diesen nun unbedingt verlassen.
Welche rechtlichen Folgen könnte es haben, wenn ich nun eine fristlose Kündigung ausstelle und nicht mehr beim Arbeitgeber erscheine?
Ich bin mir nicht sicher, ob der Vorgesetzte tatsächlich zu einem Anwalt gehen würde, ich möchte nur wissen welche Konsequenzen das hätte.

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.01.2018 | 12:55

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt. Zum Einen wäre eine solche Kündigung nach meinem Dafürhalten unwirksam und somit gegenstandslos. Sie sollten also den Zusatz "hilfsweise fristgerecht" verwenden, damit das Arbeitsverhältnis auf jeden Fall beendet wird.
Ferner kann der Arbeitgeber, sollten Sie nicht mehr zur Arbeit erscheinen, Schadensersatz von Ihnen verlangen.

Bei Arbeitslosengeld hat es die oben angezeigten Konsequenzen.

Viele Grüße,

RA Wübbe (Köln)

ANTWORT VON

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