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fristlose Kündigung bei großflächigem Schimmelbefall

| 15.04.2016 18:05 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Studentin S lebt in einer WG mit zwei anderen Personen. Vermieter ist die Stadt F. Im Badezimmer der WG gibt es kein Fenster und auch keine sonstige Lüftungsmöglichkeit. Die Luft aus dem Bad muss über andere Räume abziehen.


Durch einen zunächst unbemerkten Wasserrohrbruch in der Toilette der Wohnung darüber, hat sich über Monate hinweg schwarzer Schimmel an Decke und der Wand des Badezimmers gebildet. Erst als der Putz entfernt wurde, kam nun der sehr großflächige schwarze und rot-braune Schimmel ans Licht. Zudem tropft jetzt schimmelhaltiges Wasser von der Decke direkt in die Dusche. Ein Duschen ist so nicht mehr zumutbar.


Studentin N. und ein weiterer WG-Bewohner leiden seit einiger Zeit an zunehmenden Atembeschwerden, brennenden Augen und Schlafstörungen. Sie vermuten, dies ist auf den Schimmelbefall des Badezimmers zurückzuführen. Denn da keine andere Abzugsmöglichkeit besteht, muss die Luft vom Bad über den Flur in andere Zimmer ziehen, um dort durch Fenster entweichen zu können. Die sporenhaltige Luft wird also in alle Räume getragen.


Das Bad ist derart großflächig schlimm verschimmelt, dass die Handwerker davon sprachen, man müsse wohl Decke und Wand abreißen. Dies würde zu einer weiteren Kontamination mit Schimmel führen, da wie gesagt die Luft des Badezimmers nur über andere Zimmer entweichen kann.


Studentin N. möchte nun fristlos kündigen. Wie soll sie dem Vermieter gegenüber argumentieren, sodaß die Kündigung gültig ist und sie aus dem Vertrag entlassen wird?


Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:


Das ist leider nicht so einfach. Nach der Rechtsprechung (vgl. OLG Düsseldorf, Urteil vom 06. Juni 2013 - 10 U 26/13) lässt sich "die Frage, ob Schimmelpilz in Mieträumen die Gesundheit der Bewohner gefährdet, nicht allgemein beantworten und kann in vielen Fällen nur durch ein medizinisches Sachverständigengutachten geklärt werden.
Ist nicht festgestellt, ob die Schimmelbildung "in höchstem Maße" gesundheitsschädigend ist, so ist der Mietzins zunächst weiter zu entrichten. Der Befall einer Mietwohnung mit Schimmelpilzen rechtfertigt die außerordentliche Kündigung des Mietverhältnisses nur dann, wenn dargetan und gegebenenfalls bewiesen ist, dass die Nutzbarkeit der Wohnung hierdurch erheblich eingeschränkt ist."

Nach Ihrem Sachvortrag können Sie einen solchen Nachweis noch nicht erbringen, so dass mit dem Vermieter - unter Hinweis auf den Schimmel in der Wohnung - eine Vereinbarung dahingehend getroffen werden sollte, dass S aus dem Mietvertrag entlassen wird. Dies bedarf allerdings der Zustimmung durch den Vermieter.
Dies wäre aber die beste Lösung für alle.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Bewertung des Fragestellers 18.04.2016 | 07:41

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FRAGESTELLER 18.04.2016 5/5,0