Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
511.448
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

fristlose Kündigung Wohnung

03.10.2014 17:08 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lorenz Weber


Mir wurde die Mietwohnung fristlos wegen Mietrückständen gekündigt. Einen Teil der Rückstände hat der Vermieter im gegenseitigen Einvernehmen mit der geleistesten Kaution verrechnet. Vor der fristlosen Kündigung gab es noch Rückstände von insgesamt ca. 1 1/2 Mieten aus dem März und Juni.
Die Vermieterin und Eigentümerin, die einen Sohn als Bevollmächtigten für die Vermietung damals einsetzte, ist ca. 2 Wochen vor der Kündigung verstorben, Erben sind 4 Söhne, die Kündigung ist nur von einem Sohn unterschrieben. Ist das rechtens und ist die Kündigung überhaupt wirksam?
Muss diese von allen Erben unterschrieben sein und reichen die Rückstände überhaupt für eine Kündigung.
Darüberhinaus hat sich der Sohn von meiner Nachbarin (ich hatte dort zur Sicherheit einen hinterlegt) einfach meinen Haustürschlüssel besorgt, ohne mich zu fragen, und die Nachbarin hat meinen Schlüssel ohne mich vorher zu fragen einfach diesem dem Sohn(Erben) ausgehändigt.
Darf Sie das einfach ?
Kann ich den Schlüssel zurückfordern?
Wie verhalte ich mich jetzt am Besten.
Danke

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Nach Ihrer Schilderung ist die Kündigung unwirksam. Soweit tatsächlich die 4 Söhne Erben geworden sind, können diese nur gemeinsam das Mietverhältnis kündigen, weil die Kündigung im Rahmen der ordnungsgemäßen Verwaltung erfolgen muss, § 2038 BGB. Solange also keine Vollmacht der anderen 3 vorliegt, ist die Kündigung schon formal unwirksam. Nur im Ausnahmefall darf auch eine Erbe tätig werden.

Die Rückstände reichen ebenfalls nicht für die Kündigung aus, hierzu müsste der Rückstand mindestens 2 Monatsmieten erreichen, § 543 BGB.

Den Haustürschlüssel darf Ihre Nachbarin ebenfalls nicht einfach aus der Hand geben, da sie damit den Verwahrungsvertrag verletzt. Da der Vermieter kein Recht auf den Besitz des Schlüssels hat, kann dieser herausgelangt werden. Zudem kann auch Schadenersatz gegen die Nachbarin beansprucht werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Sollten Sie aktiv gegen die Kündigung vorgehen wollen oder Recht geltend machen wollen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 03.10.2014 | 17:43

Herzlichen dank für die Antwort.
Ich habe die Kündigung bereits per Einschreiben unverzüglich zurückgewiesen, eben weil Sie wegen der Formfehler nicht wirksam ist und weil die Rückstände nicht ausreichen.
Können jetzt die Erben auf die Idee kommen, eine ordentliche Kündigung hinterherzuschicken?
Und ist diese dann wirksam?
Inwiefern kann ich meine Nachbarin schadensersatzpflichtig machen?
Vielen Dank

Nachfrage vom Fragesteller 03.10.2014 | 17:58

Herzlichen dank für die Antwort.
Ich habe die Kündigung bereits per Einschreiben unverzüglich zurückgewiesen, eben weil Sie wegen der Formfehler nicht wirksam ist und weil die Rückstände nicht ausreichen.
Können jetzt die Erben auf die Idee kommen, eine ordentliche Kündigung hinterherzuschicken?
Und ist diese dann wirksam?
Inwiefern kann ich meine Nachbarin schadensersatzpflichtig machen?
Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.10.2014 | 18:05

Gerne beantworte ich Ihnen noch die Nachfrage:

Die Erben könnten auf die Idee durchaus kommen. Diese Kündigung wäre dann inhaltlich allerdings erneut zu prüfen, da auch die Gegenseite die Kündigung anders begründen könnte. Daher kann gegenwärtig zur Wirksamkeit (materiell) nicht viel gesagt werden. Für die ordentliche Gründe gilt aber nicht die Grenze des § 543 BGB.

Ihre Nachbarin kann etwa dadurch schadenersatzpflichtig werden, wenn Sie ein neues Schloss einbauen oder wenn Sie einen Rechtsstreit wegen der Herausgabe des Schlüssels betrieben, da Ihre Nachbarin diesen Umstand ja erst durch die Pflichtverletzung verschuldet hat.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67057 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,2/5,0
Mal sehen ob es hilft mit dem Vorgesetzten zu sprechen - Falls Wiedererwarten doch noch Unstimmigkeiten gibt - werde ich dieses Forum nochmals nutzen ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Verständlich mit Paragraphen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für Ihre Hilfe bei meinem Projekt!!! Sie haben mir wieder sehr geholfen :) ...
FRAGESTELLER