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freizeitgrundstück auf landw. nutzfläche


| 24.06.2007 11:24 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht



ich bin käufer eines grundstückes in bayern, das seit 38 jahren als freizeitgundstück benutzt wird, aber als landwirtschaftlichen nutzfläche gilt. laut bauamt hat das grundstück einen duldungsstatus, ich darf es aber nicht einzäunen und keinen wohnwagen aufstellen. dürfte ich auf dieser fläche ein kleines baumhaus für kinder bauen oder eine holzterasse anlegen, wäre ein schäferwagen möglich? die duldung besteht seit 38 jahren, kann das bauamt plötzlich darauf bestehen, das die fläche landwitschaftlich genutzt wird?

vielen dank

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben hier zusammenfassend im Rahmen einer Erstberatung unter Beachtung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ihr Grundstück kann trotz grundsätzlich bestehender Baufreiheit nur im Rahmen der öffentlich-rechtlichen Bauvorschriften bebaut und genutzt werden.

Eine ungenehmigte Bebauung (sogenannter "Schwarzbau") oder ungenehmigte Nutzung kann die zuständige Baubehörde jederzeit unterbinden, auch wenn Sie selbst oder Ihr Rechtsvorgänger die Fläche jahrzehntelang anderweitig genutzt haben.

Gegenüber der Behörde wird der Bau (die bauliche Anlage) oder die Nutzung auch nicht aus Gewohnheitsrecht oder Gründen der Verjährung allein durch Zeitablauf erlaubt.

Die von Ihnen genannten Nutzungen (Wohnwagen,Schäferwagen, Baumhaus, Umzäunung, Holzterasse) stellen nach Art. 2 BayBO (Bayrische Bauordnung) allesamt bauliche Anlagen dar.

Ob eine Genehmigung erforderlich ist richtet sich nach Art. 62 ff BayBO.

In Ihrem Fall dürfte schon weil es an einer landwirtschaftlichen Nutzung fehlt (erwerbsmäßige Bodennutzung in Abgrenzung zur bloßen Liebhaberei) jede Bebauung verboten sein, weil diese ja gerade der Landwirtschaft dienen soll.

Ich würde Ihnen raten zu erwägen den Kaufvertrag des Grundstücks genau zu überprüfen. Wenn der Verkäufer den Eindruck erweckt hat es handle sich um ein Freizeitgrundstück (üblicherweise ist der Preis ein Indiz) und Sie Sich getäuscht fühlen könnten sie möglicherweise entsprechende Rechtsansprüche haben.

Eine Freizeitnutzung mit entsprechender Bebauung auf Flächen außerhalb von Baugebieten (Außenbereich), die für die Landwirtschaft reserviert sind (vgl. z.B. Flächennutzungsplan) ist nicht genehmigungsfähig -wie von Ihrem Bauamt mitgeteilt.


Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung nicht eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen und gegebenfalls weiter Ermittlungen zum Sachverhalt ersetzen kann.

Gerne weise ich darauf hin, dass Sie im die Möglichkeit haben eine kostenlose Nachfrage zu stellen.


Mit freundlichen Grüßen


Peter Lautenschläger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.07.2007 | 19:50

vielen dank für ihre schnelle und umfangreiche antwort. wie sähe es denn mit einem baumhaus aus, dass keinen bodenkontakt hat, sprich nur durch den baum getragen wird?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.07.2007 | 08:11

Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, diese möchte ich wie folgt beantworten:

Im Grundsatz stellt auch ein Baumhaus eine bauliche Anlage dar, die zu genehmigen wäre (denn sie ist über den Baum selbst mit dem Boden verbunden). Die Anforderungen an eine "bauliche Anlage" sind (leider) recht gering.

Sogar eine Abgrabung oder Aufschüttung des Bodens ist genehmigungspflichtig.

Sprechen Sie doch einmal Ihre direkten Grundstücksnachbarn an (beim Grundbuchamt nachfragen). Ortsansässige Landwirte (örtlicher Bauernverband) kennen sich mit der Bodennutzung am besten aus, und haben gute Tipps und womöglich ein "Ausweichgrundstück mit zulässiger Freizeitnutzung " im (Tausch-)Angebot.


Mit freundlichen Grüßen


Peter Lautenschläger
Rechtsanwalt

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