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freiwillige Unterhaltszahlung an leibliche Eltern - steuerliche Behandlung

| 22.09.2010 13:07 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban


Meine Frage bezieht sich auf den freiwilligen Unterhalt der leiblichen Eltern und dessen steuerliche Behandlung.

Meine Eltern sind beide Rentner und verfügen über ein geringes Einkommen. Allerdings ist das Einkommen zu hoch um Sozialleistungen wie z.B. Wohngeld zu bekommen. Es gibt somit zur Zeit keine Verpflichtung für mich Unterhalt zu zahlen bzw. dem Sozialamt Leistungen zu erstatten.
Da ich gut verdiene würde ich jedoch gerne freiwillig meine Eltern unterstützen (bin einziges Kind). Frage hierzu:

1) Kann ich eine freiwillige Unterhaltszahlung/Unterstützungszahlung an meine Eltern steuerlich geltend machen?
2) Wenn 1.) ja: bis zu welcher Höhe kann ich diese geltend machen?
3) Wenn 1.) ja: kann ich auch geldwerte Leistungen (z.B. mietfreies Wohnen der Eltern in meiner Eigentumswohnung) geltend machen?
4) Wenn 1.) ja: Wie sind diese Ausgaben/Leistungen zu behandeln (außergewöhnliche Belastungen, Sonderausgaben etc.)?
5) Wenn 1.) ja: müssen meine Eltern diese Zahlungen bei Ihrer Steuererklärung angeben und ggf. versteuern- gibt es ggf. Freibeträge.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung
unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Vorgaben dieser
Plattform.

Die Zahlungen, die Sie ansprechen, sind abzugsfähig als außergewöhnliche Belastungen, wenn die Voraussetzungen des § 33a Abs. 1 Satz 1 EStG erfüllt sind. Da Sie gegenüber den Eltern gesetzlich unterhaltsverpflichtet sind, sind bei Bedürftigkeit
der Eltern Aufwendungen durch Sie möglicherweise abzu-
ziehen. Der Höchstbetrag pro Person liegt bei Euro 8.004.

Die Voraussetzungen müssen bei jedem Elternteil gesondert geprüft werden. Eine Bedürftigkeit der Eltern wird nur dann angenommen, wenn deren Einkünfte jeweils unter dem Existenzminimum, also unter Euro 8.004 liegen. Insgesamt kann den Eltern aber jeweils nicht mehr als dieser Betrag zustehen, so dass Ihre Aufwendung insoweit sich nur auswirken, wie die "Lücke" zum Existenzminimum ausgeglichen wird. Falls Sie Krankenversicherungsbeiträge übernehmen müssen, erhöht sich der Betrag von Euro 8.004 um diese Beträge. Liegen Gesamtaufwendungen an beide Eltern vor, sind sie anteilig aufzuteilen.

Außerdem dürfen sie nur ein geringes Vermögen haben, pro Person setzt die Finanzverwaltung eine Obergrenze von Euro 15.500 an. Eine selbstgenutzte eigene Wohnung bleibt unberücksichtigt.

Die Zahlungen sind bei den Eltern ebenfalls zu versteuern, Steuer fällt dabei keine an, weil die Gesamtbezüge das Existenzminimum nicht überschreiten können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen,

mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 22.09.2010 | 20:02

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