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freiberufliche Nebentätigkeit als Hobbyfotograf

29.11.2010 20:38 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


ich arbeite als Angstellte und bin Hobbyfotografin. In Zukunft besteht die Möglichkeit Nutzungsrechte einige meiner Fotos bei Verlagen zu verkaufen. Bzw. Fotos für die Gestaltung einer Homepage zu machen und zu verkaufen.
Es wären keine regelmäßigen Einnahmen und auch nur kleine Beträge.

Wie sind dann die korrekten Schritte um das alles steuer-und versicherungsrechtlich zu legitimieren. Was muß unbedingt sein.



Vielen Dank.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung sowie Ihres Einsatzes Ihre Frage wie folgt beantworten:

1. Sie müssen Ihre Nebentätigkeit beim Finanzamt melden und werden hierauf eine neue Steuernummer erhalten, die sowohl für Ihre Einnahmen aus abhängiger Beschäftigung als auch für Ihre Nebeneinkünfte gilt – beide werden für das Steuerjahr in einer Erklärung abgegeben (mit Aufnahme der Nebentätigkeit besteht auch die Verpflichtung zur Abgabe).

Dies tun Sie, indem Sie am Finanzamt Ihres Wohnsitzes den sog. Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausgefüllt einreichen (Formular unter https://www.formulare-bfinv.de/ffw/form/display.do?%24context=0).

2. Die Anmeldung beim Gewerbeamt zum Zwecke und die gewerbesteuerliche Erfassung ist fällt für die Ausübung eines Gewerbes, nicht aber für Freiberufler an.

Was als freiberufliche Tätigkeit gilt, ist in § 18 EStG geregelt. Danach gehören bestimmte beispielhafte Berufe, wie Rechtsanwalt, Ärzte, Ingenieure zu den freien Berufen, aber auch selbständig ausgeführte künstlerische Tätigkeiten.

Nach der Rechtsprechung des BFH ist ein Fotograf allerdings als Gewerbetreibender einzustufen, wenn seine Bilder nicht künstlerischen Zwecken, sondern in erster Linie Werbezwecken seines Auftraggebers dienen (BFH, Urteil vom 19.2.1998, AZ.: IV R 50/96 BStBl. 1998 II S. 441). Dies wäre m.E. auch für Fotos für eine Homepage zu bejahen, sofern der Internetauftritt kommerziell genutzt wird, um Aufmerksamkeit bei potentiellen Kunden zu erhalten. Dann wäre eine Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt Ihrer Stadt erforderlich.

Da bei Ihnen ggf. Fotos teilweise künstlerischen Charakter/Zweck haben und zum Teil vom Auftraggeber zu Werbezwecken verwandt werden, empfehle ich Ihnen, sich vorab mit dem Finanzamt an Ihrem Wohnsitz in Verbindung zu setzen – dieses ist zur kostenlosen Beratung in einfacheren Fragen verpflichtet.

3. Sozialversicherungsrechtlich bleibt das Nebeneinkommen unberücksichtigt, solange es zeitlich und von den Einnahmen her nicht über Ihre Hauptbeschäftigung hinausgeht.

Privatversicherungsrechtlich besteht keine Verpflichtung etwa eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.


Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!



Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.


Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben.


Mit freundlichen Grüßen
Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 29.11.2010 | 22:36

die Anmeldung beim Finanzamt ist auch bei wenigen einzelnen Aufträgen nötig oder reicht da die Angabe der Einnahmen beim Lohnstuerjahresausgleich ?

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.11.2010 | 22:50

Sehr geehrte Fragestellerin,

die Meldung beim Finanzamt sollte auch bei geringen Einnahmen erfolgen, da es sich um eine andere Einkommensart handelt.

Mit freundlichen Grüßen
Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

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