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Ehegattenunterhalt nach Regelstudienzeit

27.02.2010 18:37 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


19:26

Guten Tag,

ich bin seit 2002 verheiratet, mein Mann ist Deutsche, ich komme aus dem EU-Ausland. Ich habe eine Ausbildung zur Kauffrau, die allerdings nicht in Deutschland anerkannt wurde, weil ich bis zur Abitur 12 Jahre bräuchte statt 13. Ich war von 1997-2001 im europäischen Ausland voll berufstätig.
In Jahr 2002 habe ich mein Studium in Deutschland angefangen.
Regelstudienzeit beträgt 9. Semester. Ich schätze, dass ich mindestens noch ein Jahr bis zum ersten Staastexamen brauche.
Ich habe kein eigenes Einkommen.
Wir haben keine Kinder
Mein Mann verdient cca. 4000 Euro netto.
Wir leben seit 6 Monaten getrennt.


Habe ich Recht auf einen Trennungsunterhalt und später auf einen nachehelichen Unterhalt von meinen Mann? In welcher Höhe ungefähr?
Wenn ja, wie lange habe ich Recht auf diesen Unterhalt?
Muss ich bis ende meines Studiums einer Arbeit nachgehen, die meiner Ausbildung nicht entspricht?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

27.02.2010 | 18:56

Antwort

von


(817)
Langener Landstraße 266
27578 Bremerhaven
Tel: 0471/ 483 99 88 - 0
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!

Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung zu Ihren Fragen wie folgt Stellung nehmen:


Zu 1.)Habe ich Recht auf einen Trennungsunterhalt und später auf einen nachehelichen Unterhalt von meinen Mann?


Sofern Ihr Ehemann mehr als Sie verdient, wovon nach Ihrer Schilderung auszugehen ist, haben Sie für die Zeit des Trennungsjahres grundsätzlich einen Anspruch auf Trennungsunterhalt und für die Zeit danach grundsätzlich einen Anspruch auf nachehelichen Ehegattenunterhalt.


Zu 2.)In welcher Höhe ungefähr?


Die genaue Höhe des Unterhalts hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann ohne Kenntnis aller Zahlen aus der Ferne leider nicht abschließend beurteilt werden. Es müsste bekannt sein welches Einkommen Sie haben und welches Einkommen Ihr Mann hat.

Des Weiteren dürfen von diesem dem Einkommen, bevor es zu Unterhaltsberechnung herangezogen wird, noch bestimmte Abzugsposten (berufsbedingte Aufwendungen, andere Unterhaltspflichten z.B. gegenüber einem Kind, bestimmte Schulden etc.) abgezogen werden. Ohne dass diese Zahlen nicht bekannt sind, ist eine Berechnung nicht abschließend möglich.

Sofern man allerdings davon ausgeht, dass Sie keine Einnahmen haben und insbesondere auf Grund Ihres Studiums auch nicht verpflichteten sind nebenbei zu arbeiten und Ihr Ehemann einen Nettoverdienst von 4000.- € hat, hätten Sie voraussichtlich einen Unterhaltsanspruch im Bereich von 1250.- bis 1700.- € (netto monatlich). Hierbei handelt es sich allerdings um eine ganz grobe Schätzung, die auf meinen Erfahrungswerten beruht. Eine abschließende Bestimmung der Unterhaltshöhe wäre nur in Kenntnis der genauen Zahlen zu errechnen (s.o.).


Zu 3.)Wenn ja, wie lange habe ich Recht auf diesen Unterhalt?

Dies hängt insbesondere von der Dauer der Ehe ab und der Frage, welche ehebedingten Nachteile in Kauf genommen wurden (Kindererziehung, Aufgabe des Jobs, etc., was bei Ihnen ja nicht der Fall ist) ist nach der Rechtsprechung sehr stark einzelfallbezogen.

Nach Ihrer Schilderung sind sie zum jetzigen Zeitpunkt ca. 8 Jahre verheiratet. Wenn Sie sich jetzt scheiden lassen würden, würde die Dauer der Unterhaltsberechnung etwa im Bereich zwischen drei bis fünf Jahren liegen. Hierbei handelt es sich auch wiederum eine grobe vorläufige Schätzung, da im Rahmen einer Erstberatung leider nicht alle Fakten, die wesentlich sind, berücksichtigt werden können.

Zu 4.)Muss ich bis ende meines Studiums einer Arbeit nachgehen, die meiner Ausbildung nicht entspricht?

Einer Tätigkeit müssen Sie nur dann nachgehen, wenn das Ihren Studienzweck nicht gefährden würde. Dies ist natürlich eine Einzelfallfrage und kann ebenfalls aus der Ferne leider nicht abschließend beurteilt werden.

Im Grundsatz können Sie aber nicht gezwungen werden, bis zum Abschluss Ihres Studiums nebenbei einer Arbeit nachzugehen, die nicht Ihrem Ausbildungsstand entspricht.

Nachfolgend habe ich Ihnen einen sehr interessanten Link zu diesem Thema beigefügt:

http://www.scheidung-online.de/wannarbeit.htm


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Samstagabend und ein erholsames Wochenende!

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/3088316


Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Rückfrage vom Fragesteller 27.02.2010 | 19:18

Vielen Dank für Ihre tolle Antwort!

Ich möchte sie darauf hinweisen, dass ich meine Regelstudienzeit allerdings schon um 5 Semester überschritten habe (Jurastudium).
Habe gelesen, dass ich dann keinen Anspruch hätte, weil ich ein sog. "Bummelstudium" betreibe.
Muss ich mir da Sorgen machen?

Nochmals Danke im Voraus!



Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.02.2010 | 19:26

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:

Entschuldigen Sie bitte, dass ich auf diesen Aspekt bei meiner Antwort bislang noch nicht eingegangen werden.

Auf Grund der erheblichen Überschreitung der Regelstudienzeit gibt es tatsächlich ein kleines Problem. Im schlimmsten Fall könnten Sie Ihren Unterhaltsanspruch vollständig verwirken, da Ihnen die lange Studiendauer als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden könnte.

Hierfür müsste es aber schon konkretere Anhaltspunkte geben, sodass ich in ihrem Fall von einem vorsätzlichen Verwirken des Unterhaltsanspruchs noch nicht ausgehen würde.

Ihr Unterhaltsanspruch wird aber voraussichtlich gekürzt werden. Es wird Ihnen nämlich einen so genanntes fiktives Einkommen angerechnet. Es wird Ihnen also das Einkommen bei der Unterhaltsberechnung angerechnet, welches Sie bei gehöriger Anstrengung erwirtschaften könnten.

Ich hoffe Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben auch wenn ich es bedaure Ihnen keine positivere Nachricht geben zu können und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Samstagabend und eine angenehmes Wochenende!

Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
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Fax: 0471/3088316

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