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Autokauf Tachomanipulation und verschwiegene Mängel

| 15.02.2010 21:41 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe mir am 11.02.2009 einen Gebrauchtwagen von einen Händler für 800 Euro gekauft. Auf das Angebot bin ich über eine Internetplattform gestossen und es hörte sich gut an was dort geschrieben war. Der Wagen (Bj 12/1994 Opel Omega B Caravan) hätte erst 171000 km gelaufen und er wäre 2. Hand. Also fuhr ich die 250 km zu diesem Händler in Osnabrück.

Dort sah ich mir den Wagen an welcher auch wirklich noch gut aussah für das Alter über den Motor versicherte mir der Verkäufer, da ich selber keine große Ahnung hab von Autos, das dieser bestens laufen würde und in Ordnung wäre, nach der Frage wie alt der Zahnriemen wäre antwortete er der wäre noch gut. Also kaufte ich den Wagen. Auf der Heimfahrt bemerkte ich ein immer wiederkehrendes Tickern welches vom Motorraum her kam und welches sich genauso anhörte wie bei meinem ehemaligen Auto kurz bevor der Zahnriemen riss. Also fuhr ich in die Werkstatt dort wurde festgestellt das der Zahnriemen unbedingt erneuert werden muss ebenso wie der Keilrippenriemen dann hat der Motor extremen Ölverlusst an den Simmeringen der Nockenwelle und die Lambdasonden sind defekt das sind alles Mängel die mir der händler nicht gesagt hat. Ebenso waren die Sommerreifen die aufgezogen waren total runter. Ich habe mittlerweile neue Wintereifen mir besorgt und der Wagen wird in der Werkstatt mit neuen Simmeringen Zahn und Keilrippenriemen versorgt kosten für mich mittlerweile 750 Euro. Es kommen noch ca. 300 euro für die Sonden dazu.

Und heute habe ich noch auf dem TÜV Gutachten vom 27.05.2008 einen Kilometerstand von 194298km entdeckt das war vor fast 2 Jahren und bei mir im Kaufvertrag von vor 3 tagen steht 171000 ebenso wie auf dem tacho im Fahrzeug. Ich rief gleich den händler an und der behauptete er hätte davon auch nichts gewusst nachdem ich im von den Mängel erzählte und das ich eine Beteiligung an den Reperaturkosten haben möchte sagte er zwar er würde das machen aber ich glaube ihm nicht. Kann ich irgendwie die Beteiligung an den reperaturkosten verlangen oder eine Kaufpreisminderung?

Weil ich habe folgenden Kaufvertrag leider unterschrieben:

Wortlaut wie folgt:

Anschrift Händler

Anschrift Käufer:


der verkäufer verkauft dem Käufer nachfolgend beschriebenes Fahrzeug. Fhz wurde vom Käufer selbst begutachtet gekauft wie besichtigt ohne garantie Gewährleistung.


Fahrzeugdaten: ( unter anderem die falsche Gesamtfahrleistung 171000km Vorbesitzer 2 (in wirklichkeit sind es laut brief 4)

Preis 800 euro

der Verkäufer verkauft das fahrzeug so wie liegt und steht , als ersatzteilspender ohne garantie und oder Gewährleistung Das fahrzeug ist nicht fahrbereit und kann aufgrund der technischen mängel nicht im strassenverkehr betrieben werden Das fahrzeug ist nicht tüv fähig der käufer versichert das fahrzeug ausschliesslich als erstzteilspender zu nutzen. beide parteien erklären das mündliche nebenabreden nicht bestehen das fahrzeug bleibt bis zu vollständigen bezahlung eigentum des verkäufers. erfüllungsort und gerichtsstand ist der geschäftssitz des verkäufers.

Ort datum

unterschrift käufer stempel und unterschrift Händler

hab ich da überhaupt eine möglichkeit auf ersatzanspruch? Rückabwicklung kommt für mich nicht in frage dafür habe ich schon zuviel reingesteckt.

Sehr geehrter Fragensteller,

ich bedanke mich für Ihre Frage und hoffe Ihnen auf Basis Ihrer Angaben wie folgt weiterhelfen zu können:
Nachdem der Verkäufer Ihnen zugesichert hat, dass der Motor noch gut laufen würde, dies jedoch aufgrund der von Ihnen beschriebenen Probleme offensichtlich nicht der Fall ist, haben Sie grundsätzlich Gewährleistungsansprüche gegen den Verkäufer. Der in dem Kaufvertrag anders lautende Inhalt erschwert jedoch Ihre Beweislast.

Jedenfalls kann der Käufer die Gewährleistungsrechte nicht ausschließen, da er Ihren angaben zur Folge Händler und damit Unternehmer i.S.d. Verbraucherschutzrechtes ist. Die Frage ist hier lediglich, ob und inwieweit Sie Kenntnis von Mängeln hatten und welche Beschaffenheit Sie vereinbart haben. Indiz hierfür ist natürlich der Kaufvertrag, wobei sich die Beweiskraft auch durch Ihre Aussage, etwaige Zeugen oder das Internetangebot auch erschüttern lassen würde.

Sicherlich anfechten oder Gewährleistungsrechte (z.B. Schadensersatz) geltend machen, könnten Sie hinsichtlich der Kilometerlaufleistung, da Sie hier in der Lage nachzuweisen sind, dass Sie hier vermutlich arglistig getäuscht wurden soweit sich diese bereits aus vorangegangenen TÜV-Gutachten ergibt.

Schlussletztlich sei aber angemerkt, dass der von Ihnen beschriebene Sachverhalt noch einige Fragen offen lässt:

So wäre es für mögliche weiterführende Ansprüche wichtig zu wissen, ob Sie den in Ihrem Kaufvertrag vereinbarten Inhalt auch wirklich so gewollt hatten. Mit anderen Worten, wussten Sie, dass der Händler Ihnen ein Fahrzeug als Ersatzteilspender verkauft hat, oder war im Vorfeld der Verkaufsgespräche z.B. auch bei dem Internetinserat hiervon gar keine Rede sondern vielmehr ein fahrtüchtiges KFZ im Gespräch?

Auch müsste ich wissen, wie viele Mängel Sie bereits haben beseitigen lassen und was noch an Reparaturen aussteht. Allerdings muss ich Ihnen sagen, dass die Beantwortung dieser Fragen unter Zugrundelegung Ihres sehr geringen Einsatzes auch weitere Kosten nach sich ziehen würden.

Abschließend hoffe ich, Ihnen weitergeholfen zu haben und vertrete Sie auch gerne anwaltlich, wenn Sie dies wünschen, wobei die Kommunikation auch via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen kann und einer Beauftragung nicht entgegen steht. Es bestehen meiner ersten Einschätzung nach auch gute Erfolgsaussichten sich (zumindest teilweise) am Händler schadlos zu halten.

Für (kostenlose) Rückfragen zu Ihrem Anliegen oder einer gewünschten Beauftragung stehe ich Ihnen jederzeit und gern zur Verfügung!

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen,

Ihr

Alexander Stephens

Rückfrage vom Fragesteller 15.02.2010 | 22:42

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Stephens,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Für meinen geringen Einsatz entschuldige ich mich aber nach dem Autokauf und den daraus resultierenden Reparaturen ist mein Budget total erschöpft. Ich habe nun mein letztes Geld in das Fahrzeug gesteckt. Ich habe alles reparieren lassen bzw der Wagen befindet sich momentan in der Werkstatt, bis auf die Sonden dafür habe ich erstmal kein Geld mehr.

Ich weiss auch nicht wie weit meine Rechtschutzversicherung in diesem Fall greift da ich diese erst vor ein paar Tagen abgeschlossen habe.

Also im Internetangebot war nicht die Rede von einem Ersatzteilspender ebenso wenig wie beim Verkaufsgespräch.
Den einzigen Mangel von dem ich wusste waren die abgefahrenen Sommereifen. Die anderen wurden nicht erwähnt weder beim Verkauf noch im Internet. Ich habe für den Autokauf auch drei Zeugen die dabei waren.

vielen Dank nochmals!





Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.02.2010 | 22:53

Sehr geehrter Ratsuchender,

unter diesen Umständen rate ich Ihnen wirklich zu einem weiteren Vorgehen gegen den Verkäufer, da Sie hier grundsätzlich gleich mehrere verschiedene rechtliche Möglichkeiten hätten, Schadensersatzansprüche geltend zu machen!

Ob Ihre Rechtschutzversicherung den Fall übernehmen würde, müssten Sie im Vorfeld abklären. Kontaktieren Sie mich gerne, wenn Sie in diesem Falle weiter vorgehen wollen. Angesichts Ihrer finanziellen Lage ließe sich auch über eine Honorarvereinbarung (unter Anrechung des von Ihnen bereits geleisteten Einsatzes) für ein außergerichtliches Tätigwerden reden, sollte die Haftpflichtversicherung angesichts des erst kürzlichen Abschlusses nicht bezahlen.

In jedem Falle wünsche ich Ihnen alles Gute und herzliche Grüße,

Ihr

Alexander Stephens



Bewertung des Fragestellers 15.02.2010 | 22:50

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ich fand die Beantwortung auch aufgrund meines sehr geringen Einsatzes sehr ausführlich und verständlich. Die beantwortung meiner gestellten Frage erfolgte innerhalb von 60 minuten absolut empfehlenswert.

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