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Kilometerpauschale Berechnung

| 12.02.2010 13:03 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht um die Einkommensteuererklärung für 2008.
Mein Vater ist Montagearbeiter. Minimum ist er 700km weit weg.
Er fährt auch immer direkt von zu Hause die Baustellen an und übernachtet unter der Woche auch dementsprechend in Pensionen am Einsatzort. Nun fällt in solchen Fällen seit 2008 ja die doppelte Haushaltsführung weg und Fahrtkosten müssen als Reisekosten geltend gemacht werden.
Die Gesamtfahrleistung meines Vaters für 2008 waren 66734 km. Davon lediglich 1226 km privat. Die übrigen 65508 km kommen durch die wöchentlichen Fahrten zu Stande.
Wir führten ein Fahrtenbuch, haben sämtliche Tankquittungen, Kilometernachweise durch den Arbeitsgeber um alles glaubhaft zu belegen.
Nun ging es an die Berechnung. Da das Auto meines Vaters bereits 12 Jahre alt ist, fällt die Variante mit dem ansetzen des individuellen Kilometersatzes raus. So hab ich das jedenfalls verstanden. Da der Abschreibungszeitraum ab Erstzulassung ja längst überschritten ist.
Also blieb nur die Variante mit dem pauschalen Kilometersatz von 0,30€ pro gefahrenen Kilometer.
So haben wir das auch gemacht. Nun bekamen wir Post vom FA, die berufen sich auf den
H 9.5 LStR und schreiben, dass bei einer Gesamtfahrleistung von über 40000 km im Jahr auf eine offensichtlich unzutreffende Besteuerung geprüft wird.

Kann mir bitte jemand sagen, was dies jetzt im Klartext heißt? Wird jetzt quasi doch ein individueller Kilometersatz ermittelt und wenn ja wie setzt sich da die Berechnung zusammen? Wie meinen die das jetzt?

Ich hab das mal „aus Spaß“ so berechnet, als würde ich den individuellen Kilometersatz berechnen, nur das ich eben die Abschreibung wegließ und kam mit der Berechnung auf 0,13 € je Kilometer. Irgendwie sagt mir mein Rechtsempfinden, dass das nichts mit Gleichheit zu tun hat. Ich fände das schon ziemlich Unverhältnismäßig wenn er gegenüber jemanden der seine Arbeit „um die Ecke“ hat benachteiligt wird.
Deswegen hoffe ich jetzt auf eine aufschlussreiche Antwort.


Ich danke Ihnen vielmals für Ihre Antwort


-- Einsatz geändert am 12.02.2010 13:59:11
12.02.2010 | 15:21

Antwort

von


(674)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragender,

die LStR 9.5. besagt, dass „für die Wege eines Arbeitnehmers zwischen Wohnung und ständig wechselnden Tätigkeitsstätten“ (hier offenbar vorliegend) „nicht die Entfernungspauschale, sondern der nachgewiesene oder glaubhaft gemachte Aufwand anzusetzen ist (BFH 11.5.2005, BStBl. II S. 785)“.

Hinweis: Die Glaubhaftmachung kann grds. nur durch ein für das ganze betreffende Kalenderjahr (12 Monate!) geführtes ordnungsgemäßes Fahrtenbuch erfolgen. Dieses liegt in Ihrem Falle offenbar vor.

„Ferner sind die pauschalen Km-Sätze (30 ct. je Fahrtkilometer) nicht anzusetzen, soweit sie im Einzelfall zu einer offensichtlich unzutreffenden Besteuerung führen würden (BFH 25.10.1985 BStBl. 1986 II; S. 200).“ Dieses kann z.B. in Betracht kommen, wenn bei einer Jahresfahrleistung von mehr als 40.000 km die pauschalen Km-Sätze (30 ct.) die tatsächlichen Km-Kosten offensichtlich übersteigen (BFH v. 26.7.1991 BStBL. 1992 II, S. 105).

Das bedeutet für Sie:

Zunächst ist die Gesamtsumme aller Fahrzeug-Aufwendungen (Tankquittungen, Versicherungen, Steuern, Reparaturen etc., Abschreibung ja offensichtlich nicht mehr möglich) zu ermitteln (diese teilen Sie leider nicht mit).

Sodann sind die Gesamtkosten durch die gesamte Fahrleistung (beruflich/privat) zu dividieren, um schließlich den individuellen km-Satz zu ermitteln. Sofern dieser die 30ct. unterschreiten sollte, ist nur dieser anzusetzen, da ansonsten eine unzutreffende Besteuerung (s. o.) vorliegen würde.

Ansonsten sind nach dem Wortlaut der obig angegebenen Richtlinie die tatsächlichen km-Sätze bzw. (nach Multiplikation mit den beruflich veranlassten gefahrenen km) die tatsächlichen Kosten anzusetzen.

Bitte prüfen Sie dieses rechnerisch nach und nutzen Sie ggf. die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Bewertung des Fragestellers 15.02.2010 | 14:53

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