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Würde der Vater das Umgangsrecht durchbekommen, dass er unsere Tochter jedes 2. Wochenende bekommen

| 18.01.2010 14:20 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Vogt


Hallo,
kurze Beschreibung meiner Situation:
Mein Ex und ich getrennt seid April 2009, gemeinsame Tochter, jetzt im alter von 2 1/2 Jahren. Ich alleiniges Sorgerecht. Nicht verheiratet gewesen.
Habe nach trennung ihm nie verboten seine Tochter zu sehen. Habe angeboten das er jede Woche für 2 Std vorbei kommen könnte. Hat er nicht angenommen. Wollte Tochter mit nach Hause nehmen. Wollte ich aber nicht, weil er hat sich nie um sie gekümmert in der Beziehung. Wollte nie alleine mit ihr sein, aus Angst ihm oder ihr könne etwas passieren wenn ich nicht da bin.
Dann Gerichtstermin im September. Vereinbarung getroffen das er unsere Tochter einaml wöchentlich beim Kinderschutzbund für 1Std sehen darf. Tochter nach den Kontakten sehr überdreht gewesen. Gegenstände durch die Gegend geschmissen. Abends nicht zum schlafen bekommen. Nachts permanent schreiend wach geworde. Musste mich dann neben ihr Bett legen, damit sie weiter schlafen kann. Weil ihr die Dinge wieder hoch gekommen sind, die in unserer Beziehung passiert waren. Sie hat damals sehr viel mitbekommen. Das er mich geschlagen hat, das er mich vergewaltigt hat, das er mich bedroht hat, usw.
Dann wollte ich bei Gericht Kontakte aussetzen lassen. Richterin hat abgelehnt, weil sie meinte, meine Tochter könne das mit der Zeit besser Verarbeiten.
Dann wurde bei Gericht zwischen uns (Ex und mir) vereinbart, jeden So für 4Std darf er sie abholen. Und das Kontakt weiterhin über Kinderschutzbund läuft, weil wir uns nicht verständigen können. Will er nicht und ich auch nicht. Dann noch übergabe findet bei meinen Eltern statt.Er kommt dort hin und holt sie von meinem Vater ab und bringt sie auch wieder dort hin.
1.Abholen: Tochter wollte nicht mit. Fing richtig an zu weinen. (Hab vorher mit Anwältin und Kinderschutzbung gesprochen, deren Aussage war, wenn sie nicht mit möchte, dann brauch sie auch nicht mit.) Dann rief er die Polizei. Polizei sagte, wir müssen sie mitgeben. Also mitgegeben.
2.Abholen: Wollte Tochter von selber aus mit.
3.Abholen: Tochter wollte wieder nicht mit. Schrieh richtig und klammerte sich am Opa fest. Angeboten, er könne es in einer std nochmal probieren. Wollte er nicht. Angeboten, er könne es dann am nächsten Tag um die selbe Uhrzeit versuchen. Beantwortete er mit Ja. Dann 1std später von seiner Verlobten ne E-Mail bekommen, das die an dem Tag doch nicht können.
4.Abholen:Er stand mit seiner Mutter vor der Haustür. Tochter sagte immer wieder, nein, nicht mit. Dann ging sie doch mit. Als er sie ihns Auto setzte, fing sie wieder richtig an zu weinen und wollte wieder raus. Opa und ich zum Auto gegangen, Tochter wieder aus dem Kindersitz genommen. Angeboten, eine Std später wieder versuchen. Wollte er nicht. Dann kam von ihm eine häftige beleidigung zu meinem Vater, die häftigst unter die Gürtellinie ging. Beweis mit Ton auf Handy aufgenommen. Auch das weinen meiner Tochter ist darauf zu hören. Dann Angeboten, nächsten Tag wieder versuchen um die gleiche Uhrzeit. Wollte KV nicht.
Dann schreiben von seiner Anwältin bekommen. Kurzfassung:
Ich würde mich nicht an die Vereinbarungen halten. Er möchte Tochter alle 2 Wochenenden von Fr.15 Uhr- So 18 Uhr, sowei jeden 2. Feiertag und in den Ferien jeweils die hälfte haben.
Dann zu seiner Hochzeit nächsten Monat möchte er sie haben.
Dann das mein Vater keinen guten Einluss auf meine Tochter habe (bester Opa der Welt).
Dann möchte er noch das gemeinsame Sorgerecht haben.
Ich solle bis zum 22.01.2010 eine zustimmung gegeben haben, deswegen. Andernfalls würde er wieder mit einem Gerichtverfahren drohen.
So und nun meine Frage:
1. Würde er das gemeinsame Sorgerecht bekommen? Wir können nichtmal vernünftig Hallo zueinander sagen.
2. Würde er das durchbekommen, das er unsere Tochter jedes 2. Wochenende bekommen kann? Wenn sie jetzt noch nicht einmal für ein paar Stunden dahin möchte. (Sie äußert sich mehrmals am Tag, nich zu Papa hin. Unabhängig davon. Äußerung kommt von ihr selber und aus heiterem Himmel, dann wenn man nicht über ihn redet)
3. Kann ich die Kontakte aussetzen lassen beim Gericht? Oder überhaupt den Umgang verweigern?
Weil ich weiß, er ist kein guter Mensch. Meine Tochter würde beim ihm psychisch kaputt gehen. Und ich will auch nur das Beste für meine Tochter.
KV zahlt auch keinen Unterhalt, obwohl er vollzeit Arbeitet. Unterhaltsvorschusskasse ermittelt auch schon gegen ihn.
Ich hoffe, Sie können mir einige gute Ratschläge geben, die ich tun kann und bzw meine Fragen beantworten.
Danke schonmal
LG



Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Fragen darf ich auf der Basis des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes gerne wie folgt beantworten:

1.

Nach der derzeit noch geltenden Gesetzeslage ist bei nichtehelichen Kindern die Übertragung des alleinigen oder gemeinsamen Sorgerechts auf den Vater nur mit Zustimmung der Mutter möglich, § 1672 BGB.

Diese Regelung wurde vor einiger Zeit allerdings durch den Europäischen Gerichtshof als diskriminierend eingestuft, so dass eine Neuregelung durch den deutschen Gesetzgeber erfolgen wird.

Hierbei ist davon auszugehen, dass eine Regelung getroffen wird, wonach die Übertragung der alleinigen Sorge auf einen Elternteil dann möglich ist, wenn es das Wohl des Kindes gebietet.

Bis es aber zu einer solchen Regelung kommt, wird ohne Ihre Zustimmung kein gemeinsames Sorgerecht begründet werden können.

2.

Unabhängig vom Sorgerecht ist entsprechend § 1684 BGB jeder Elternteil zum Umgang mit dem Kind berechtigt.

Hierbei hat der betreuende Elternteil gemäß § 1684 Abs. 2 BGB alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder erschwert. Diese so genannte Wohlverhaltensklausel verlangt von dem das Kind betreuenden Elternteil auch, aktiv und in erzieherisch geeigneter Weise auf das Kind einzuwirken, wenn es dem Umgang mit dem anderen Elternteil ablehnend gegenüber steht.

Hinsichtlich der konkreten Ausgestaltung des Umgangsrechts ist entsprechend § 1697a BGB zu prüfen, welche Regelung unter Berücksichtigung der tatsächlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten dem Wohl des Kindes am besten entspricht.

Gegen den Willen des Kindes kommt eine Umgangsregelung nur dann in Betracht, wenn zu erwarten ist, dass das Kind nach den ersten Besuchskontakten seinen Widerstand aufgeben wird und sich die Situation dadurch mittelfristig wieder normalisiert.

Dementsprechend sehe ich in Ihrem Fall momentan keine Chancen dafür, den Umgang mit dem Vater des Kindes ganz aussetzen zu lassen. Erst wenn sich das Kind dauerhaft weigert und auch die nächsten Kontaktversuche „schief laufen“ wird im Interesse des Kindes das Umgangsrecht ausgeschlossen oder beschränkt werden können.

Welche Regelung dem Wohl des Kindes hinsichtlich des Umgangsrechts am besten entspricht, kann im Rahmen dieser Erstberatung nicht abschließend beurteilt werden.

Aufgrund des Alters und der bisherigen Verweigerung des Umgangs durch das Kind gehe ich jedoch nicht davon aus, dass der Vater das Kind jeweils die halben Ferien bei sich behalten darf.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Hierbei möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Für eine über diese Erstberatung hinausgehende Interessenvertretung steht Ihnen meine Kanzlei selbstverständlich ebenfalls gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Nachmittag und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 18.01.2010 | 15:44

Ich habe meiner Tochter immer wieder gut zugeredet. Ich habe ihr immer wieder Fotos von dem KV gezeigt, um ihn nicht fremd weden zu lassen. Ich habe ihr auch immer wieder gesagt, Papa holt dich gleich ab und möchte mit dir spielen. Ich habe immer wieder auf sie eingeredet, und ihn sozusagen "Gut" gemacht. Aber es kommt ja immer wieder von ihr selber, das sie sagt, sie möchte da nicht hin. Auch mein Vater hat es versucht. Aber dann kommt trotzdem immer nur von ihn, sie will dort nicht hin. Und es ist auch jedesmal, an dem Tag, an dem er sie dann abholen will, wenn ich sie dann anziehe, dann fängt sie schon richtig an zu weinen und möchte da nicht hin.
Ich sehe das, was meine Tochter möchte, und nicht das was der KV möchte oder was ich möchte. Zuerst wollte meine Tochter den Kontakt zu ihm, aber dann plötzlich nachdem sie das eine mal mit fahren wollte, danach wollte sie plötzlich nicht mehr. Und sagt auch mehrmals am Tag, das sie da nicht hin möchte.
Ich weiß, der KV sieht nur das was er möchte, also sein Recht darauf die kleine zu haben. Aber er sieht nicht, was meine Tochter in dem Moment möchte. Und ich habe ihm ja auch immer Angeboten, er könne es eine std später nochmal versuchen, aber das wollte er nicht. Er wollte sie dann sofort mitnehmen, dann wenn sie weint.
Und ich denke nicht, das das eine lösung ist, meine Tochter dann mitzugeben wenn sie es dann grade nicht möchte. Mir gehts in erster linie um meine Tochter.
Aber was mir noch unklar ist, welche chancen hat er, damit durchzubekommen was er möchte? In erster linie sollte nunmal das stehen, was das Kind möchte und nicht das was der Vater möchte.
Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.01.2010 | 15:55

Sehr geehrte Ratsuchende,

in erster Linie ist letztendlich das Wohl des Kindes entscheidend.

Wenn hierbei das Gericht - notfalls unter Zuhilfenahme eines Sachverständigen -zu der Überzeugung gelangt, dass das Kind keinen Kontakt zum Vater will, wird es sicherlich keine Regelung in dem Umfang treffen, den der Vater begehrt.

Mit freundlichen Grüßen


RA Michael Vogt

Bewertung des Fragestellers 18.01.2010 | 16:01

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