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Pflicht zur Nachbesichtigung bei Verschlechterung der Sache nach erfolgtem Gutachten

| 03.11.2009 12:32 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Susanne Ziegler


Guten Tag,

unser 16 jahre alter PKW wurde durch einen Dritten beim Ausparken beschädigt. Ein polizeilicher Unfallbericht mit 100% Schuldübernahme der Person liegt vor.

Wir haben die Sache einem Anwalt übergeben und ein Kurzgutachten beauftragt.

Im Gutachten werden der Schaden, ein Restwert und ein Wiederbeschaffungswert spezifiziert. Das Gutachten wurde bereits an die gegnerische Versicherung zur Regulierung weitergeleitet.

Vor einigen Tagen haben sich Probleme an der Zündanlage des Wagens eingestellt, die auf die Elektrik aber auch auf ein schwerwiegenderes Motorproblem hindeuten können. (Muss noch genauer geklärt werden)

Zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung war das Fahrzeug aber noch in Ordnung und ohne die oben genannten Probleme. Demnach ist das Problem auch dort nicht berücksichtigt.

Wichtig ist vielleicht die Randbemerkung, dass der Gutachter den Wagen nur besichtigt aber nicht gestartet hat. Ein Sachverhalt, der im Gutachten aber nicht erwähnt wird. Es wird lediglich der allgemein gute Erhaltungszustand beschrieben, was auch der Realität zum Zeitpunkt der Besichtigung entspricht.

Frage:
Sind wir aufgrund irgendeiner gesetzlichen Grundlage dazu verpflichtet, unser bereits an die Versicherung weitergeleitetes Gutachten erneut überarbeiten zu lassen und den neuen Sachstand der gegnerischen Versicherung mitzuteilen oder ist es so, dass der Zustand des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Gutachtenerstellung allein ausschlaggebend für die ermittelten Werte ist und es keine Rolle spielt, ob sich danach Probleme (auch möglicherweise schwerwiegende) etwa am Motor einstellen.

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Frage, die ich gerne im Rahmen einer ersten Einschätzung beantworte:

Grundsätzlich gilt, wenn Ihnen Tatsachen bekannt werden, die die Regulierung, insbesondere die Höhe des Schadensersatzes, betreffen, sind diese anzugeben.

Ist Schadensersatz zu leisten, ist der gleiche wirtschaftliche Zustand herzustellen, der ohne das schädigende Ereignis ( in Ihrem Fall also der Unfall ) bestehen würde ( vgl. § 249 I BGB ).

Maßgeblich für den Restwert ist also der Zustand des Pkw zum Unfallzeitpunkt.

Falls die Probleme mit der Zündanlage schon zum Unfallzeitpunkt vorhanden waren, wären diese anzuzeigen. Da zur Zeit unklar ist, woher das Problem kommt, kann auch nicht beurteilt werden, ob zum Unfallzeit der Grund hierfür schon wertmindernd auf den Pkw gewirkt hat.

Wenn die Probleme mit der Zündanlage erst nach dem Unfall ( unabhängig davon ) eingetreten sind, spielen diese für den bereits festgelegten Restwert keine Rolle mehr.

Zudem möchte ich noch auf folgendes hinweisen:

Nur wenn der Gutachter falsche Angaben in seinem Gutachten gemacht hat, haftet er hierfür auch. Dabei kann auch die gegnerische Haftpflichtversicherung, wenn sie durch falsche Angaben, wie z.B. einen zu hohen Restwert, geschädigt wird, Schadensersatzansprüche gegen den Gutachter geltend machen. In ihrem Fall hat der Gutachter darauf hingewiesen, dass er den Wagen nicht gestartet hat. Wenn dies für die Begutachtung nicht zwingend erforderlich war und das Problem nicht auch anderweitig erkennbar ( oder gar nicht erst vorhanden ), scheidet eine Haftung aber aus.

Je nachdem welche Art der Schadensregulierung Sie gewählt haben, ist zudem zu prüfen, ob z.B. ein nun aufgrund des weiteren Schaden geplanter Verkauf Auswirkungen hat.

Der von Ihnen ohnehin bereits beauftragte Rechtsanwalt sollte Ihren Fall im Einzelnen, insbesondere auch auf Fragen der Beweisbarkeit hin, prüfen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben. Bitte berücksichtigen Sie, dass es sich bei meiner Antwort, basierend auf den von Ihnen gemachten Angaben, nur um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Abweichende Informationen, die Ihnen geringfügig erscheinen mögen, können schon zu erheblich unterschiedlichen rechtlichen Beurteilungen führen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Auch eine Beauftragung zur Vertretung stellt dank Email, Fax und Telefon über größere Entfernung kein Problem dar.

Mit freundlichen Grüßen

S. Ziegler
Rechtsanwältin, Dortmund

Nachfrage vom Fragesteller 03.11.2009 | 14:47

Sehr geehrte Frau Ziegler,

danke für Ihre Ausführungen, denen ich entnehme dass wir nicht dazu verpflichtet sind das bestehende Gutachten zurückzuziehen, da die Probleme mit dem Fahrzeug erst nach dem Unfallzeitpunkt und nach der Gutachtenerstellung aufgetreten sind. Beweisbar ist dies allein dadurch, dass wir am Tag des Unfalls auf dem Weg zum Anwalt "leider/zum Glück" geblitzt worden sind, was eindeutig beweist, dass der Wagen zum dem Zeitpunkt fahrbereit war. Zudem gibt es eine lückenlos dokumentierbare Historie von jährlichen Inspektionen, die auch den ansonsten sehr guten Gesamtzustand des Autos begründen.

Noch folgende Rückfrage:
Sie führen aus, dass der Gutachter unter bestimmten Bedingungen in Haftung genommen werden kann, wenn dieser falsche Aussagen tätigt.

Inwieweit können auch wir als Fahrzeugbesitzer in Haftung genommen werden, wenn wir vor dem Hintergrund der nach Gutachtenerstellung aufgetretenen Probleme keine weiteren Schritte dahingehend unternehmen, das Fahrzeug erneut begutachten zu lassen und den neuen Sachstand der gegnerischen Versicherung mitzuteilen?

Vielen Dank und freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.11.2009 | 14:55

Ihre die Nachfrage ist eine weitergehende zusätzliche Frage und keine reine Verständnisnachfrage.

Sie haben sicherlich Verständnis dafür, dass - auch aufgrund Ihres geringen Einsatzes - im Rahmen der Nachfrageoption keine Beantwortung weiterer Fragen und Problemkreise möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Ziegler
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 03.11.2009 | 15:01

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die gestellte Frage wurde dem Honorar entsprechend angemessen beantwortet.

Jedoch hat die Anwältin einen Zusammenhang in der Fragestellung falsch interpretiert (der Gutachter hat eben -nicht- erwähnt dass er den Wagen nicht gestartet hat)."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 03.11.2009 3,6/5,0
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