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Fitnessstudio- außerordentliche Kündigung wegen Krankheit


| 28.10.2009 14:12 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mathias Drewelow



Guten Tag,

ich bin seit Januar 2009 Mitglied in einem Fitnessstudio. Der Vertrag läuft noch bis Januar 2011. Ich habe bei Vertragsbeginn meine Arthritiserkrankung angegeben und nur trainiert, wie es mir möglich war. Das heißt, an einigen Kursen konnte ich nicht teilnehmen und auch die Nutzung einiger Geräte blieb mir verwehrt.

Leider ist meine Krankheit in den letzten Monaten so schlimm geworden, dass ich nun ein ärztliches Attest vorweisen kann. Ich zitiere:" Oben genannte leidet unter akuter rheumatischer Arthritis. Dadurch ist eine Teilnahme am Fitnesssport nicht mehr möglich."

Kann ich auf Grund dieser Aussage den Vertrag außerordentlich kündigen?

Danke

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Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:

Das Vorliegen der im Attest bescheinigten Erkrankung berechtigt Sie eine Kündigung aus wichtigem Grund in Bezug auf den Fitnessstudiovertrag zu erklären.

Denn gem. § 626 BGB kann ohne Einhaltung einer Frist gekündigt werden, wenn Tatsachen vorliegen, auf Grund derer dem Kündigenden unter Berücksichtigung aller Umstände aller Umstände des Einzelfalles und unter Abwägung der Interessen beider Vertragsteile die Fortsetzung des Vertrages bis zum Ende des Vertrages nicht zugemutet werden kann.

Nach Urteil des LG München 1 (Az: 34 S 21754/05) wird eine Weiterzahlungspflicht bei Krankheit, wenn dem Kunden jede sportliche Betätigung verwehrt ist, als unangemessene Benachteiligung gewertet.

Das AG Geldern, stellte in seinem Urteil vom 20.03.2006 (4 C 428/05) fest, dass selbst eine chronifizierte Krankheit, die nach ärztlichem Attest die Einstellung der Nutzung des Fitnessstudios dringend geboten erscheinen lässt, auch dann einen hinreichenden Grund für die fristlose Kündigung der Studio-Mitgliedschaft darstellt, wenn die Krankheit schon bei Vertragsabschluss offenbart wurde.


Insofern wird Ihr Attest verbunden mit Ihrer Vorgeschichte ebenfalls zur vorzeitigen Auflösung des Vertrages führen.


An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen.

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren.





Nachfrage vom Fragesteller 28.10.2009 | 16:13

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Beantwortung. Jetzt stellt sich mir nur noch die Frage, ob ich in meiner Kündigung gleich "schwere Geschütze" auffahren soll und die von Ihnen genannten Paragraphen zitiere, oder wäre es ratsam, eine ganz normale Kündigung zu schreiben, ohne auf die Gesetze einzugehen? Wie macht man es am diplomatischsten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.10.2009 | 11:32

Sehr geehrter Fragesteller,


an Ihrer Stelle würde ich es zunächst mit eigenen Worten und ohne das Zitieren von Paragraphen versuchen. Die außerordentliche Kündigung aus medizinischen Gründen ist bei Fitnessstudio-Verträgen keine Seltenheit, so dass man davon ausgehen kann, dass das Studio die Rechtslage kennt und sich nicht uer stellen wird.


Mit freundlichen Grüßen
RA Drewelow


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