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Nachbar nimmt unberechtigt Paket an und unterschlägt es

| 09.10.2009 02:23 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Folgender Sachverhalt:

Mein Nachbar in einem Mehrparteienhaus, hat ein Paket (Wert ca. 60,- EUR) das eigentlich eindeutig an mich adressiert war widerrechtlich angekommen.
Er war dazu weder durch mich beauftragt worden noch sonstwie dazu befugt.

Nun ist das schon mehrere Monate her, das Problem ist dass er es nicht mehr herausgibt. Von sich aus hat er keine erkennbaren Anstalten unternommen um es mir zukommen zu lassen. Umgekehrt hab ich es mehrmals täglich und über Wochen hinweg mit klingeln, klopfen und auf schriftlichem Weg versucht, allerdings blieb alles erfolglos.

Ich möchte nun auf zivilrechtlichem Weg meine Ansprüche gegen ihn durchsetzen.

Wie sind dafür die Erfolgsaussichten einzuschätzen?
Welche Kosten und besonders in welcher Höhe würden mir dadurch entstehen?

Mit freundlichen Grüssen

Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen zu erhalten.

Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Aufgrund Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt (meine Ausführungen beschränken sich dabei –gemäß Ihrer Fragestellung- auf die Beurteilung der zivilrechtlichen Rechtslage):

Durch die Weigerung Ihres Nachbarn, Ihnen das Paket herauszugeben, steht Ihnen zunächst ein zivilrechtlicher Herausgabeanspruch gem. § 985 BGB zu.

Dieser Anspruch setzt allerdings voraus, dass Sie Eigentümer des Pakets sind, wovon ich nach Ihrer Schilderung ausgehe (sollte es sich um bestellte Ware handeln, gehe ich davon aus, dass Sie diese bereits bezahlt haben).

Weiterhin käme grundsätzlich auch ein Schadensersatzanspruch nach § 823 BGB in Frage.

Dieser Anspruch wäre jedoch von weiteren –hier nicht zu beurteilenden Voraussetzungen- abhängig: so müsste Ihnen u.a. durch das schuldhafte Verhalten Ihres Nachbarn ein Schaden entstanden sein.

Um diesen Anspruch genauer beurteilen zu können, wären detaillierte Informationen darüber notwendig, was mit dem Paket bzw. dessen Inhalt passiert ist, seit Ihr Nachbar dieses in Besitz genommen hat (denkbar wäre ja z.B., dass er den Inhalt verbraucht, weiterveräußert oder beschädigt hat).

Bezüglich der weiteren Vorgehensweise rate ich Ihnen, Ihren Nachbarn nochmals schriftlich zur Herausgabe des Pakets aufzufordern.

Hierbei sollten Sie ihm eine konkrete Frist zur Herausgabe setzen.

Zudem sollten Sie sicherstellen, dass Sie später ggf. den Zugang dieses Anspruchsschreibens beweisen könnten.

Hier würde sich z.B. anbieten, das Schreiben im Beisein eines Zeugen dem Nachbarn persönlich zu übergeben.

Sollte Ihr Nachbar die gesetzte Frist verstreichen lassen und das Paket weiterhin nicht herausgeben, so müssten Sie gerichtliche Schritte einleiten.

Hierzu sollten Sie überlegen, ggf. einen Kollegen vor Ort einzuschalten.

Was Ihre Erfolgsaussichten bzw. die Kostenfrage angeht, so ist Folgendes auszuführen:
in einem Zivilverfahren sind Sie verpflichtet, die für Sie günstigen Tatsachen darzulegen und zu beweisen.

Dies würde in Bezug auf den Herausgabeanspruch unter anderem dafür gelten, dass Ihr Nachbar tatsächlich das Paket erhalten hat und es weiter in Besitz hat, dass Sie Eigentümer des Pakets (bzw. seines Inhalts) sind, Ihr Nachbar gleichzeitig kein Recht zum Besitz hat und dass Sie ihn vergeblich zur Herausgabe aufgefordert haben.

Sollte Ihnen das möglich sein, wovon nach Ihren Angaben wohl auszugehen sein dürfte, stehen Ihre Erfolgsaussichten sehr gut.

Was die Kosten der Rechtsverfolgung angeht, so ist zunächst festzuhalten, dass im Falle Ihres Obsiegens Ihr Nachbar verpflichtet wäre, diese zu tragen.

Bezüglich der Höhe der Kosten kommt es in Zivilsachen auf den Streitwert an, der in Ihrem Fall –bei einem Wert des Pakets von ca. 60 Euro- im ganz unteren Bereich anzusiedeln ist.

Wie hoch die Kosten im letztendlich sein würden, kann jedoch von hier aus nicht näher beurteilt werden, da dies von weiteren, noch nicht absehbaren Faktoren abhängig wäre (z.B. der Frage, ob es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommt und welchen Verlauf dieses Verfahren insb. in Bezug auf das Verhalten des Gegners im Prozess nehmen würde).


Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung der Frage eine erste hilfreiche Orientierung gegeben zu haben und verbleibe


mit freundlichen Grüßen


Monika Mack
Rechtsanwältin










Nachfrage vom Fragesteller 16.10.2009 | 12:57

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Die von Ihnen gemachten Annahmen sind alle soweit richtig. Es handelt sich um ein Privatpaket, keine Online-Bestellung o.ä., ich bin Eigentümer des Inhalts und dessen Empfänger. Durch die Paketnummer bzw. den Benachrichtigungszettel des Paketdienstes kann ich auch eindeutig nachweisen dass es in den Besitz des Nachbars gelangt ist. Inwieweit er es verbraucht, weiterveräussert oder beschädigt hat kann ich nicht beurteilen, das liegt alles ausserhalb meines Einfluss- oder Erkenntnisbereichs. Herausgegeben hat er es nicht, an den Absender zurückgeschickt wurde es laut Rücksprache jedenfalls auch nicht.

Eine Nachfrage an sich habe ich jetzt nicht, es ging mir nur darum die gemachten Annahmen zu bestätigen/vervollständigen.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.10.2009 | 14:52

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung bzw. Ihr Feedback.

Sie sollten so, wie ich es Ihnen empfohlen habe, vorgehen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihr Paket noch unbeschadet zurückerhalten werden.


Mit freundlichen Grüßen

Monika Mack
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 16.10.2009 | 12:40

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FRAGESTELLER 16.10.2009 5/5,0
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