1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Ermittlung der korrekten steuerfrei erstattbaren Reisekosten

| 09.08.2009 23:28 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban


Hintergrund:
Ein Mitarbeiter A ist bei einer Firma an deren Sitz in München angestellt. Er wohnt in einem Vorort von München (z.B. Ottobrunn). Er hat Kundeneinsätze für seine Firma z.B. in Darmstadt und London. Um zum Kunden in Darmstadt zu gelangen, fährt er von zuhause zum Münchener Hauptbahnhof und von dort aus mit der Bahn nach Darmstadt. Auf dem Rückweg fährt er von Darmstadt über den Münchener Hauptbahnhof wieder nachhause nach Ottobrunn.
Meine Fragen:
1) Über welchen Zeitraum (Anfangs- und Endzeitpunkt) erstreckt sich seine Auswärtstätigkeit (so dass ihm/ihr der Arbeitsgeber also die Reisekosten steuerfrei erstatten kann)? Gilt sie ab Abfahrt von zuhause, bis er dort wieder ankommt?
2) Der Streckenanteil zuhause->Münchener Hauptbahnhof - sowie Hauptbahnhof- München->nachhause auf dem Rückweg – ist fast dieselbe Strecke wie die eines jeglichen anderen Mitarbeiters B, der im selben Büro in München angestellt ist und von zuhause (z.B. Ottobrunn) nach München ins Büro fährt. Sind dann beim Mitarbeiter A – für einen Einsatz in Darmstadt - der Streckenanteil zuhause->Hauptbahnhof München und zurück auch steuerfrei erstattungsfähig, obwohl der Mitarbeiter B seine ähnlichen Kosten für die Fahrt Zuhause->Büro nur als Werbungskosten ansetzen darf und keine Reisekosten erstattet bekommt? Oder muss Mitarbeiter A den genannten Streckenanteil von den erstattungsfähigen Reisekosten abziehen, sowohl was seine Vorleistungen angeht (Kilometergeld oder Kosten für öffentliche Verkehrsmittel, etc.) als auch hinsichtlich der Verpflegungspauschalen; so dass er diese Kosten nur als Werbungskosten geltend machen könnte?
VIELEN DANK

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Vorgaben dieses Forums. Ich weise Sie darauf hin, dass die hier erteilten Hinweise lediglich eine erste Orientierung bieten können und eine Beratung unter Vorlage von Unterlagen und ein Beratungsgespräch nicht ersetzen können.

Dies vorausgeschickt, beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Ich nenne Ihnen vorab die allgemeine Definition der „Auswärtstätigkeit“, die für alle Reisetätigkeiten gleichermaßen gilt. Damit ist dann die nachfolgende Beantwortung auch schlüssig:

Es liegt immer dann eine „Auswärtstätigkeit“ vor, wenn Sie vorübergehend außerhalb Ihrer Wohnung und an keiner Ihrer regelmäßigen Arbeitsstätten beruflich tätig werden.

Das Unternehmen des Kunden wird nicht zur regelmäßigen Arbeitsstätte, auch wenn Mitarbeiter A häufiger dorthin fährt.

1. Wenn der Mitarbeiter A vor Beginn seiner Auswärtstätigkeit (bisher „Dienstreise“) nicht mehr zu seinem Arbeitgeber in das Büro fährt, beginnt die Auswärtstätigkeit bereits von zu Hause aus, sowohl in zeitlicher Hinsicht als auch hinsichtlich der Strecke. Man kann also bei einer solchen Reise als Anfangs- und Endpunkt die Wohnung ansetzen.

2. Wie sich bereits aus den zuvor genannten Regelungen und Definitionen ergibt, ist dies eben der wesentliche Unterschied einer Auswärtstätigkeit zu den Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Sollte der Mitarbeiter A vor der Abreise in das Büro fahren, so muss er die Wegstrecke von seiner Wohnung bis in das Büro bei der Reisekostenabrechnung abziehen, da insoweit keine „Auswärtstätigkeit“ vorliegt. Dann wird dieser Anteil an der Strecke wie beim Mitarbeiter B behandelt.

Fährt A aber nicht ins Büro sondern direkt zum Bahnhof, um die Reise anzutreten, kann der Arbeitgeber die gesamte Strecke steuerfrei ersetzen. Diese Reisezeit zählt dann für die Dauer der Reise (Verpflegungsmehraufwand) mit.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und stehe für eine Nachfrage gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin


Hier die einschlägige Vorschrift für Reisekosten:


R. 9.4 LStR Beruflich veranlasste Auswärtstätigkeit
(2)
Eine Auswärtstätigkeit liegt vor, wenn der Arbeitnehmer vorübergehend außerhalb seiner Wohnung und an keiner seiner regelmäßigen Arbeitsstätten beruflich tätig wird. Eine Auswärtstätigkeit liegt ebenfalls vor, wenn der Arbeitnehmer bei seiner individuellen beruflichen Tätigkeit typischerweise nur an ständig wechselnden Tätigkeitsstätten oder auf einem Fahrzeug tätig wird.

Regelmäßige Arbeitsstätte
(3)
Regelmäßige Arbeitsstätte ist der ortsgebundene Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers, unabhängig davon, ob es sich um eine Einrichtung des Arbeitgebers handelt. Regelmäßige Arbeitsstätte ist insbesondere jede ortsfeste dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers, der der Arbeitnehmer zugeordnet ist und die er mit einer gewissen Nachhaltigkeit immer wieder aufsucht. Nicht maßgebend sind Art, Umfang und Inhalt der Tätigkeit. Von einer regelmäßigen Arbeitsstätte ist auszugehen, wenn die betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers vom Arbeitnehmer durchschnittlich im Kalenderjahr an einem Arbeitstag je Arbeitswoche aufgesucht wird. Bei einer vorübergehenden Auswärtstätigkeit (z. B. befristete Abordnung) an einer anderen betrieblichen Einrichtung des Arbeitgebers oder eines verbundenen Unternehmens wird diese nicht zur regelmäßigen Arbeitsstätte.



Bewertung des Fragestellers 27.09.2009 | 17:43

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Dem ist nichts hinzuzufügen.
Vielen Dank und viele Grüße"
Jetzt Frage stellen