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Möbelspedition verschätzt sich bei Volumen – fordert trotzdem Geld nach

| 06.08.2009 00:44 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Beantwortet von


Für unseren Umzug ließen wir im Vorfeld von sechs Speditionen Angebote erstellen. Jede Spedition schickte einen Vertreter zu uns nach Hause, um das Umzugsgut zu sichten und daraus das Volumen zu schätzen.

Bei dem Umzugsgut handelt es sich um unsere Wohnung, den Keller und einen Schrebergarten. Da der Schrebergarten etwas entfernt von der Wohnung liegt, wurde dieser von keinem Spediteur besichtigt. Vielmehr verließen sich alle auf meine detaillierten Angaben und ich habe darauf geachtet, jedem Spediteur das gleiche aufzulisten.

Einer der Spediteure (für den wir uns letztlich entschieden haben) war mit der Wohnungsbesichtung "ruckzuck" fertig. Während alle anderen Spediteure Zimmer für Zimmer abgingen, laufende Meter zählten und Listen ankreuzten, schaute dieser nur kurz in jeden Raum. O-Ton: "Ein Profi sieht, wie viel das ist. Da muss ich nichts abzählen. Da machen die anderen nur eine große Show." Den Keller hat er sich als einziger nicht angesehen, obwohl ich ihm das (wie allen anderen auch) angeboten hatte.

Im Angebot unseres Spediteurs wurde das Volumen auf 35 cbm geschätzt. Die anderen Schätzungen lagen bei 50, 53, 54, 60 und 65 cbm. Da wir unserem "Profi" vertrauten und er das günstigste Angebot hatte, erteilten wir ihm den Auftrag und unterschrieben einen Umzugsvertrag.

Der günstige Preis kam auch dadurch zustande, dass wir eine Zuladung waren, was uns aber recht war.

Der Gesamtpreis brutto liegt bei 1607,10 EUR. Das Geld hatten wir bereits vor der Beladung komplett überwiesen.

Am Morgen des vereinbarten Entladetermins rief ich im Büro der Spediton an, um meine Handynummer durchzugeben. Es wurde mir gesagt, dass nicht alles mitgenommen werden konnte, da wir ja viel mehr als vereinbart beladen hätten ("da haben sie mir ja ganz schön was aufs Auge gedrückt", "das ist ja viel mehr als ich gesehen habe"). Mir wurde gesagt, dass die Sachen aus dem Schrebergarten komplett nicht mitgenommen wurden.

Wie sich beim Entladen herausstellte, fehlte auch der Großteil des Umzugsguts aus dem Keller, unsere Fahrräder und sogar einige wenige Teile aus der Wohnung. Alles wird beim Spediteur zwischengelagert.

Der Spediteur ist sich keines Fehlers bewusst, sondern schiebt uns die Schuld zu. Es ist aber definitiv nur das von uns mitgenommen worden, was zum Zeitpunkt der Besichtigung in Wohnung, Keller und Garten vorhanden war.

Über 3 Wochen nach unserem ersten Entladetermin sollen wir jetzt unsere restlichen Sachen bekommen. Aber der Spediteur verlangt 10% vom Bruttobetrag als Nachforderung, also 160 EUR.

1607,10 EUR plus 160 EUR würden aber das nächstgünstigste Angebot übersteigen, das bei 1731,45 EUR lag und mit 53 cbm geschätzt wurde.


Müssen wir diese 160 EUR bezahlen? Müssen wir überhaupt etwas nachbezahlen? Oder könnten es auch 124,35 EUR sein (Differenz zum nächgünstigsten Angebot)?


Im Umzugsvertrag steht unter anderem:
- Umfang: 35 cbm, nach erfolgter Vorortbesichtigung ermittelt

- Die Preise gemäß der Kostenzusammenstellung sind aufgrund der Angaben und/oder Feststellungen des Möbelspediteurs ermittelt. Zuschläge für Neben-, Sonderleistungen, Fahrgelder und amtliche Gebühren die im Leistungsumfang nicht aufgeführt sind, sind zusätzlich entsprechend den Einzelpreisen bzw. den üblichen Preisen zu vergüten.

- Wir erteilen den Auftrag, den Umzug gemäß den Bedingungen dieses Vertrages und dem vereinbarten Leistungsumfang durchzuführen.

Aus den AGBs:
- ... Zusätzlich zu vergüten sind besondere, bei Vertragsabschluss nicht vorhersehbare Leistungen und Aufwendungen. Gleiches gilt, wenn der Leistungsumfang durch den Absender nach Vertragsabschluss erweitert wird.

- Gegen Ansprüche des Möbelspediteurs ist eine Aufrechnung nur mit fälligen Gegenansprüchen zulässig, die rechtskräftig festgestellt oder unbestritten sind.



Vielen Dank für Ihre Hilfe!

-- Einsatz geändert am 07.08.2009 09:50:01

-- Einsatz geändert am 07.08.2009 13:18:42

09.08.2009 | 12:21

Antwort

von


(690)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragender,

prinzipiell sind Sie einen Vertrag eingegangen aufgrund des Angebotes der Umzugsfirma.

Diese hat nicht aufgrund Ihrer Angaben das Angebot erstellt (außer Schrebergarten), sondern sich vor Ort selber einen Eindruck verschafft.

Daher hat die Firma es auch zu verschulden, wenn das Angebot falsch erstellt wurde.

Allerdings müssen Sie beweisen, dass
1. deutlich mitgeteilt wurde, dass die Sachen aus dem Schrebergarten mitzunehmen sind und er das ignoriert hat (am besten Zeugen)
2. die Angaben über das Volumen des Schrebergartens von Ihnen generell stimmen
3. Sie beweisen können, dass das, was er eingepackt hat auch das war, was er besichtigt hat und nicht ggf. noch Kisten hinzukamen.

Hier dürfte die Schwierigkeit bestehen, da - und das sagen die AGBs ganz deutlich - das Angebot nur gilt, wenn Sie das Umzugsgut nicht nach Vertragsschluss noch erweitert haben.

Das müssen Sie jedenfalls beweisen können.

Hinsichtlich der Höhe sind die anderen Angebote nicht relevant, könnten aber eine Basis für einen Vergleich darstellen.

Um einen Rechtsstreit zu vermeiden denke ich, dass Sie anbieten sollten, die Kosten in der Höhe bis zu dem nächstgünstigeren Angebot zu übernehmen. Ihre Position ist stärker, wenn Sie Zeugen benennen könnten.

Hierauf muss er sich aber nicht einlassen und kann, wenn Sie es nicht beweisen können, die 160,-- € nachfordern.

Anders wäre es nur, wenn Sie ihm nachweisen könnten, dass er bewusst von falschen Volumenzahlen ausging und daher bewusst ein zu niedriges Angebot gemacht hat, um den Auftrag zu erhalten und nachher mehr nachzufordern.

Allerdings könnte man Ihnen dann unterstellen, dass es Ihnen ggf. hätte auffallen müssen, dass sein Volumen erheblich von den anderen abhing.
Für Sie würde hier wieder sprechen, dass er gesagt hat, dass ein Profi so etwas sieht und die anderen nur Show machen würden (haben Sie hierfür Zeugen?).
Wenn er damit deutlich dargestellt hat, dass andere Angebote falsch sind, spricht das für Sie!

Gerne können auch wir für Sie in Verhandlung mit der Gegenseite treten unter vorheriger Information über die Kosten.

Sie können auch gerne die Nachfragefunktion nutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter




Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Rückfrage vom Fragesteller 10.08.2009 | 10:38

Vielen Dank für Ihre umfassende Antwort.

Würde meine Ehefrau als Zeugin gelten?

Sie war bei der Besichtigung des Spediteurs in unserer Wohnung dabei, könnte also sein "ein Profi sieht das und die anderen machen nur Show" bezeugen. Außerdem könnte sie natürlich auch bezeugen, dass wir nachträglich kein zusätzliches Umzugsgut hinzugefügt haben.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.08.2009 | 12:27

Sehr geehrter Fragender,

natürlich kann Ihre Frau als Zeugin fungieren!
Prinzipiell wären natürlich "unabhängige" Zeugen wie Freunde, Bekannte besser, aber letztendlich würde das aureichend sein, wenn Ihre Frau bei dem Gespräch dabei war.

Sollten Sie Hilfe benötigen, mailen Sie mich gerne an.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter

Bewertung des Fragestellers 10.08.2009 | 20:41

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