1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Arbeitsverhlätnis ohne Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung bei Krankheit

| 15.07.2009 10:45 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war 22 Monate bei einem großen Deutschen Unternehmen beschäftigt, mit Unterbrechung: 1 mal 15 Monate und 1 mal 7 Moante, dazwischen ruhte der Arbeitsvertrag 2,5 Monate.
Bei dem Arbeitsvertrag handelte es sich um einen Befristeten, für Aushilfekräfte ohne nähere Angaben über die Arbeitszeit und dem Hinweis, das kein Anspruch auf Beschäftigung bestand.
Zum Entgelt wurde Vertraglich vereinbart, das die Bezahlung für tatsächlich geleistete Arbeit erfolgt und das mit der Vergütung alle Ansprüche aus Mehrarbeit sowie sonstige betriebliche Zulagen abgegolten sind.
Die Kündigungsfrist wurde auf einen Tag festgelegt.

Zudem wurde laut Vetrag vereinabrt, das keine Urlaubsansprüche und Urlaubsentgelte, sowie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall besteht.

In der Wiirklichkeit wurde Vollzeit gearbeitet, 6 Tage Woche zzgl. Sonntags, zudem wurd eine Wochenendbereitschaft (Notdienst) gestellt. Die wöchentliche Arbeitszeit betrug ca. 60 Stunden in den ersten 6 Monaten, danach waren es ca. 50 Stunden, die Arbeitszeit wurde durch einen 2 wöchigen Schichtplan im Voraus festgelegt.
Bezahlt wurde nur das was auch gearbeitet wurde, war nichts zum arbeiten da, mußte man trotzdem vor Ort bleiben.
An Sonn- und Feiertagen wurde der selbe Leistungslohn vergütet wie an Werktagen, bei dem Notdienst, an dem ein Firmenwagen gestellt wurde, fand eine Vergütung nur dann stat wenn auch ein Einsatz gefahren wurde.

Die befristeten Vetrage wurden alle 6 Moante verlängert, bis man 2 Jahre voll hatte, dann durfte man gehen und es wurden umgehen neue ungelernte Mitarbeiter eingestellt.

Bei der Beschäftigung handelte es sich um ein sozialversicherungspflichtige Anstellung mit einem durchschnittlichen Bruttoentgelt von 1600Euro im Monat.


Nun meine Fragen:

1. Ist der Vertrag überhaupt so rechtsgültig gewesen?
2. Kann man Ansprüche für Urlaubsentgelte, Krankengeld und Sonn/Feiertagszulagen rückwirkend geltend machen?
3. Welche möglchkeiten bestehen noch, gegen meinen ehemaligen Arbeitgeber vorzugehen?

Durch die Tatsache das man keinen Anspruch auf Urlaub hatte, war es einem auch nicht möglich ohen finanzielle einbussen ein paar freie Tage zu nehmen um sich zu erholen, zudem war durch den Leistungslohn ein hoher psyschicher Druck entstanden, da man ja nie wußte was man den nächsten Tag verdient, was auch die Kammeradschaft unter den Kollegen nicht gerade förderte.

Über ihre Hilfe bedanke ich mich schon jetzt.


MfG
Laredo




Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

1. Es spricht einiges dafür, dass der Vertrag in wesentlichen Punkten so keinen Bestand vor einem Arbeitsgericht hätte haben können. Wenn es sich um einen Arbeitsvertrag für einen Arbeitnehmer handelt - für die Arbeitnehmereigenschaft spricht hier bereits die Weisungsabhängigkeit -, dann gelten hierfür gewisse Mindestanforderungen. So ist z.B. das Recht auf (Mindest-)Urlaub gesetzlich geregelt und nicht einzelvertraglich disponibel (§§ 3 , 13 BUrlG ). Einzig ein geltender Tarifvertrag kann hier geringfügige Änderungen bewirken.
Auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist in jedem Fall einzuhalten; eine entsprechende Klausel in einem Arbeitsvertrag ist unwirksam (§§ 3, 12 EntgeltfortzahlungsG). Auch weitere von Ihnen angesprochene Punkte deuten darauf hin, dass hier ungültige Klauseln verwendet wurden. Diese hier alle zu prüfen würde aber den Rahmen der Beratung sprengen.

2. Grundsätzlich sind Entgelte, die nicht ausbezahlt wurden und auf die der Arbeitnehmer einen Anspruch hatte, auch noch nachträglich geltend zu machen. Hier kommt es aber auf den jeweiligen Anspruch an, die Voraussetzungen variieren dabei stark. Zu bedenken ist auch, dass Sie gerade bei Überstunden und Sonn- und Feiertagsarbeit zunächst darlegungspflichtig sind, ob diese Stunden tatsächlich so angefallen sind und, bei Überstunden, auch vom Arbeitgeber angeordnet wurden.

3. Sie können die Ansprüche gegenüber Ihrem ehemaligen Arbeitgeber selbst geltend machen. Dazu sollten Sie die Ansprüche detailliert aufschlüsseln und darlegen und dem Arbeitgeber eine angemessene Frist zur Begleichung der Ansprüche setzen. Mehr Chancen werden Sie haben, wenn Sie sich gleich an einen Anwalt Ihrer Wahl wenden und mit diesem zusammen sämtliche Vorfälle durchsprechen. Der Anwalt hat hier den wesentlich besseren Überblick, aus welchen Positionen möglicherweise Ansprüche gestellt werden können. Da nicht zu erwarten ist, dass der Arbeitgeber auf ein einfaches Schreiben Ihrerseits zahlen wird, werden Sie ohnehin gerichtlich vorgehen müssen. Dies ist zwar auch ohne Anwalt möglich, aber in keinem Fall anzuraten, insbesondere da sich die Gegenseite vermutlich anwaltlich vertreten läßt.
Ich rate Ihnen also an, die nach Ihrer Schilderung sehr wahrscheinlich gegebenen Ansprüche anhand Ihres Arbeitsvertrages und eines möglichen Tarifvertrages durch einen Anwalt überprüfen zu lassen und anschließend gegebenenfalls auch gerichtlich gegen den Arbeitgeber vorzugehen. Die Verjährungsfrist beträgt bei Ansprüchen aus dem Arbeitsrecht nach dem Gesetz 3 Jahre. Die Geltendmachung der Ansprüche kann aber im Vertrag durch so genannte Ausschlussfristen verkürzt sein (und ist es meistens). Sie sollten daher nicht zu lange zögern, sich beraten zu lassen.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)


Bewertung des Fragestellers 15.07.2009 | 13:20

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Genbau das was ich hören wollte! Nun kann ich weitere Schritte planen!"