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Rückkehr nach Elternzeit - Einsatzortänderung

| 17.06.2009 10:33 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geerte Damen und Herren,

Ich war bis zur Geburt meines zweiten Kindes stellvertr. Teamleitung in einem Textildiscounter an meinem Wohnort tätig.
Meine Elternzeit endet am 23.09.2009.
Eine schriftliche Bestätigung, daß ich am 24.09.2009 als Vollzeit in die Firma zurückkehren kann, bekahm ich gleich nach der Bekanntgabe meiner Elternzeit.
Nun machte mir die Firma ein Angebot, daß ich zu gleichen Konditionen in einer 40 km entfernten Filiale meine Tätigkeit wieder aufnehmen kann.
Mein letzter Arbeitsort liegt aber 200m von meiner Wohnung entfernt, die KiTas sind ebenfalls in unmittelbarer Nähe.
Durch dieses Angebot bin ich nun gezwungen mir einen PKW anzuschaffen, wozu mir allerdings die notwendigen finanziellen Mittel fehlen und ich keinen Kredit wegen eidesstattlicher Versicherung bekommen würde.
Hinzu kommt, daß ich monatlich von meinem Gehalt (knapp 1000 Euro netto) 250 Euro für Fahrtkosten und die dazu anfallenden PKW-Kosten abziehen muß. Ebenfalls anzumerken ist, daß die Kinder ab 8.00 Uhr in Obhut genommen werden können, mein Dienstbeginn schon um 8.30 Uhr ist, aber die Anfahrtszeit sich auf mindestens 40 Minuten beläuft. Somit würde ich täglich zu spät zum Dienstbeginn erscheinen.

Nun meine Frage:
Muß ich dieses Angebot annehmen? Geben Sie mir bitte eine Empfehlung, wie ich mich in diesen Fall verhalten soll.

Hinzuzufügen ist, daß mein Lebensgefährte ebenfalls berufstätig ist und einen Nettolohn von ca. 1400 Euro/Monat hat, wovon er Miete (780 Euro/warm) und die KiTa-Kosten (350 Euro) übernimmt. Darum ist es uns wichtig, daß meine 1000 Euro netto in die Familienkasse fließen und nicht in ein PKW bzw. Fahrtkosten!

Ich bedanke mich im Vorraus für Ihren Rat und freue mich auf Ihre Antwort
und verbleibe mfG
17.06.2009 | 11:59

Antwort

von


(1209)
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50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
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Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:

1.

Grundsätzlich entstehen nach Beendigung der Elternzeit die sich aus dem Arbeitsverhältnis ergebenden Pflichten erneut. Sie als Arbeitnehmerin müssen also nach der Beendigung der Elternzeit wieder, ohne daß es hierzu einer Aufforderung bedarf, am Arbeitsplatz erscheinen.

Allerdings gibt es keine Arbeitsplatzgarantie dahingehend, daß Sie als Arbeitnehmerin nach Rückkehr aus der Elternzeit einen Anspruch auf Beschäftigung an Ihrem alten, vor der Elternzeit eingenommenen Arbeitsplatz haben. D. h., der Arbeitgeber kann den Arbeitnehmer auf einem neuen Arbeitsplatz einsetzen, allerdings nur insoweit, als dies von seinem Direktionsrecht abgedeckt ist.

2.

Ihr ursprünglicher Arbeitsplatz lag in unmittelbarer Nähe Ihrer Wohnung. Der neue Arbeitsplatz ist von der Wohnung 40 km entfernt. Damit stellt sich die Frage, ob diese „Versetzung“ noch vom Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckt ist oder schon als Änderungskündigung gewürdigt werden muß.

Zunächst sollten Sie prüfen, ob Ihr Arbeitsvertrag eine Klausel enthält, wonach dem Arbeitgeber die Versetzung an einen anderen Ort gestattet ist.

Grundsätzlich ist eine Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz zulässig, wenn das dem Arbeitnehmer zuzumuten ist. Die Urteile der Arbeitsgerichte sind diesbezüglich unterschiedlich. So ist beispielsweise eine um 1 ½ Stunden längere Anfahrt zum Arbeitsplatz noch als zumutbar angesehen worden. Insoweit verweise ich auf ein Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt aus dem Jahr 2007.

Allerdings müssen auch Ihre Verhältnisse berücksichtigt werden, d. h. der Arbeitgeber muß abwägen, ob betriebsbedingte Gründe eine Versetzung Ihrerseits an den entfernt gelegenen Arbeitsort rechtfertigen. Ggf. sind Ihre Interessen höher zu bewerten, als die Interessen des Arbeitgebers. Hier kommt es also auf den Einzelfall an.

3.

Sofern in Ihrem Betrieb ein Betriebsrat vorhanden ist, sollten Sie diesen ansprechen, da es der Zustimmung des Betriebsrats bedarf.

Im übrigen rate ich Ihnen, einen Rechtsanwalt aufzusuchen, um die konkreten Probleme des Einzelfalls erörtern zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 19.06.2009 | 08:39

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