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Pflichtteil: Immobilie erziehlt höheren Verkaufspreis

| 07.05.2009 07:36 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Guten Tag, eine Frage zum Erbrecht

Meine Mutter ist im August 2007 verstorben.
Mein Vater war per Testament Alleinerbe, die zwei Kinder (ich und mein Bruder) auf den Pflichtteil gesetzt.

Zum Nachlass gehört ein 50% Anteil an einem Mietshaus.
Das Haus wird von einem Makler (nicht von einem Gutachter) auf 100.000.- Euro geschätzt.
Anteil meiner Mutter: 50.000.- Euro gehört zum Nachlass.
Ich und mein Bruder erhalten je 1/8 = 6250.- Euro von meinem Vater ausbezahlt.

Jetzt vor 2 Monaten hat mein Vater die Immobilie verkauft und einen wesentlich höheren Verkaufspreis (125.000.- Euro) erziehlt als 2007 geschätzt.

Meine Frage: Besteht für mich und meinen Bruder ein Anspruch auf eine Nachzahlung aus dem Mehrerlös, oder ist der Erbfall erledigt und mein Vater kann den Gesamtbetrag behalten ohne uns zu beteiligen?

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Frage auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes:

Ich weise darauf hin, dass hier eine erste Orientierung über die bestehende Rechtslage erfolgen kann und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Der Anspruch auf den Pflichtteil entstand mit dem Erbfall, die Verjährung des Anspruchs tritt nach drei Jahren ein. Der Pflichtteil bemisst sich allerdings nicht allein nach dieser Immobilie sondern es wird vom Nachlass insgesamt ausgegangen. Dabei sind alle Aktiva aber auch die Verbindlichkeiten (auch Beerdigungskosten) zum Todestag mit zu erfassen. Stichtag für die Bewertung der Immobilie (Verkehrswert) ist dabei der Todestag. Der Verkaufserlös, auch wenn er hier recht zeitnah erfolgte, ist nicht verbindlich, jedoch ein guter Anhaltspunkt für die Bewertung.

Ihr Vater hat Ihnen nun einen bestimmten Geldbetrag versprochen, wenn eine Vereinbarung getroffen wurde, dass hiermit der Pflichtteil abgegolten ist, dann haben Sie in soweit ein Anerkenntnis abgegeben.

Sie können bei der schwebenen Abwicklung noch verlangen, dass eine Vermögensaufstellung auf den Todestag vorgelegt wird und dabei ein Verkehrswertgutachten über die Immobilie. Außerdem können Sie von dem Vater verlangen, dass er alle Schenkungen der Mutter an ihn, auch außerhalb der 10.Jahres Frist angibt. Dadurch kann sich ein sogenannter Pflichtteilergänzungsanspruch ergeben. Das bedeutet, wenn die Mutter z.B. ursprünglich Alleineigentümerin der Immobilie war, wird der Wert bei Übertragung der Hälfte an den Vater bewertet und bei der Berechnung mit einbezogen.

Sie sollten jedoch bedenken, ob sich ein solches Verfahren wirtschaftlich lohnt und ob Sie dies innerhalb der Familie so streitig austragen möchten.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Rückfrage vom Fragesteller 07.05.2009 | 08:36

Danke für die sehr ausführliche Antwort aber das beantwortet leider meine Frage nicht.
Die Frage bezieht sich NUR auf die Immobilie. Der restliche Nachlass den Sie beschreiben wurde 2007 einvernehmlich geregelt und ist erledigt.

Nur die Immobilie hat eben jetzt 25.000.- Euro mehr erziehlt als 2007 angenommen.

Mein Vater ist jetzt der Meinung dass er den Mehrerlös ganz für sich behalten kann und mich und meinen Bruder nicht beteiligen muss.

Die Frage ist: Besteht aus dem höheren Erlös (25.000.- Euro) für mich ein rechtlicher Anpruch auf eine Nachzahlung.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 07.05.2009 | 08:44

Sehr geehrter Fragesteller,

danke für die weiteren Informationen. Ich nehme hier weiter Stellung:

Es gibt keine Anspruchsgrundlage, diesen Anteil aus dem Verkaufserlös zu erhalten. Bei der Pflichtteilsberechnung ist das Stichtagsprinzip entscheidend.
Letztlich hängt dies an der Bewertung der Immobilie zum Todestag. Bei der Begutachtung wird üblicherweise vorsichtig bewertet und geschätzt, so dass hier ein gewisses Risiko besteht, dass Sie keinen weiteren Anteil erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

Bewertung des Fragestellers 07.05.2009 | 09:27

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