1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Verjährung - Straftaten - in welchem Jahr ist der folgender Fall verjährt?

| 14.04.2009 18:25 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


20:35

Meine Frage ist zur Verjährung aus dem Strafrecht.

In welchem Jahr ist der folgender Fall verjährt?
1. Unter Betrachtung der Punkte 1-6
2. Unter Betrachtung der Punkte 1; 2; 4-6. Annahme: Das Ermittlungsverfahren zu Punkt 3 wurde eingestellt

Ich würde mich über eine rasche Antwort freuen


1.)Tatbestand Gemeinschaftlicher Diebstahl
Verurteilungstag 15.10.1992
Vorschriften: StGB §242 / §25 Abs. 2 / §56
Verurteilung: 6 Monate Freiheitsstrafe – 3 Jahre Bewährungsfrist

2.) Tatbestand 1. Unterschlagung
2. Vortäuschen einer Straftat
Verurteilungstag: 25.10.1996
Vorschriften: zu 1. - StGB §246 Abs.1 / §56
Zu 2. - StGB §145d Abs. 1 Nr.1 / §56
Verurteilung:
(unter Einbeziehung des Urteils vom 15.10.1992. Der Tathergang war im Frühjahr 1992 und somit vor der rechtskräftigen Verurteilung von Tatbestand 1)
zu 1. - 12 Monate Freiheitsstrafe
Zu 2. - 4 Monate Freiheitsstrafe
Die Bewährungsfrist wurde auf 3 Jahre festgelegt und endet am 4.11.1999

3.) Tatbestand - Einleitung eines Ermittlungsverfahrens am 15.08.1995:
Falsche uneidliche Aussage im AG XX am 15.02.1993
Anklageschrift: 18.07.1996

Der Beklagte hat sich abgesetzt
Haftbefehl: 1.7.1997
Beschluss 1.7.1997: - vorläufige Verfahrenseinstellung §205 StPO
- Die Freiheitsstrafe (aus Tatbestand 2) ist zu vollstrecken (12+4 Monate)

4.)Festnahme am 27.4.2000

5.) Aufnahmemitteilung der JVA vom 9.5.2000
4 Monate – Rest von 42 Tage
12 Monate

6.) Bei einem Freigang ist die Person nicht mehr in die JVA zurückgekehrt (2005).

14.04.2009 | 19:26

Antwort

von


(2423)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Strafvollstreckungsverjährung, die hier in Betracht kommt, können vom Gericht einmal um die Hälfte der gesetzlichen Zeit verlängert werden, wenn der Verurteilte sich in einem Gebiet aufhält, aus dem eine Auslieferung nicht möglich ist.

Daher müsste zunächst geprüft werden, ob disse gerichtliche Anordnung vorliegt.

Dabei ist dann auf die Strafverfolgungsverjährung zurückzugreifen, die mit der Beendigung der Tat beginnt . Ab diesem Zeitpunkt beginnt eine Frist zu laufen, so dass die Frage, ob es zu einer einstellung der Tat unter Punkt 3. gekommen ist, insoweit irrelevant ist.

Für Straftaten bestehen dabei unterschiedliche Fristen:

30 Jahre bei Taten, die mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht sind,
20 Jahre bei Taten, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafen von mehr als zehn Jahren bedroht sind,
10 Jahre bei Taten, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafen von mehr als fünf Jahren bis zu zehn Jahren bedroht sind,
5 Jahre bei Taten, die im Höchstmaß mit Freiheitsstrafen von mehr als einem Jahr bis zu fünf Jahren bedroht sind,
3 Jahre bei den übrigen Taten.

Dabei kommt es alao auch auf die genaue Verurteilung an, da z.b. zwischen Diebstahl und Bandendiebstahl ebenso unterschieden werden muss, wie bei der Unterschlagung, ob die Sache anvertraut gewesen ist, oder nicht. Auch hier werden Sie um eine genauere Prüfung nicht umhinkommen.

Zu bedenken ist aber auch Folgendes:

Es kann eine Verjährungsunterbrechung eintreten, so dass die jeweilige Frist nicht weiterläuft.

Dies ist auch aufgrund des Haftbefehls der Fall, so dass die Verjährung von neuem zu laufen beginnt.

Erst nach Ablauf der doppelten gesetzlichen Verjährungsfrist tritt dann die endgültige Verjährung ein. Daher wird die Verjährung also je nach Schuldspruch in den Urteilen erst 2010, bzw. 2020 eintreten.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 14.04.2009 | 20:23

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

vielen Dank für Ihre super schnelle Antwort.
habe mich mit dem Thema der Verjährung und den dazgehörenden Paragraphen schon auseinandergesetzt, welche Sie im "normalen" Zustand darstellen und auch die möglichen "Störungen" aufzeigen. Zu Ihren Schritt (Weg) des Verjährungsjahrs 2010 bzw. 2020 fehlt mir augenblicklich das Verständnis. Können sie mir auf die Sprünge helfen?
Kurzes Statement wäre noch Klasse.

Vielen Dank im voraus.
Robin Hood

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.04.2009 | 20:35

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie müssen hier ab 2ß00 neu berechnen und dann die doppelte Zeit (also 2x5 oder 2x10 Jahre, je nach Urteilsspruch) berechnen.

Um dieses und die Frage, ob vielleicht noch andere Unterbrechungstatbstände vorliegen, klären zu können, wird eine Akteneinsicht unumgänglich sein.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Bewertung des Fragestellers 14.04.2009 | 20:43

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Sehr schnell und verständliche Antwort vielen Dank !!!!

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 14.04.2009
5/5,0

Sehr schnell und verständliche Antwort vielen Dank !!!!


ANTWORT VON

(2423)

Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Familienrecht, Kaufrecht, Strafrecht, Vertragsrecht, Sozialrecht