1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Muss ich diese Nebenkosten auch bezahlen, zumal keine Belege dafür beigefügt sind?

04.04.2009 12:07 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


ich habe die Nebenkostenabrechnung für mein alte Wohnung, aus der ich zum 01.08.2008 ausgezogen bin. Damals sagte mir die mündlich zu, die Heizkosten + Warmwasserverbrauch noch ablesen zu lassen, was aber offenbar nicht geschehen ist.Nun habe ich eine Aufstellung bekommen, wonach die gesamten Kosten anteilig berechnet werden.

Also, ich soll den Gesamtbeitrag / 12 Monate x 7 Monate zahlen.
Ist der Vermieter nicht verpflichtet, eine Zwischenablesung bei Mieterwechsel durchzuführen ?
Beigefügt ist nur die Abrechnung der Brunata über Heizkosten, Wasser + Kanal.
Muss der Mieter auch die Kosten für die Gerätemiete, Kaminkehrermessung, und die Wartung tragen?
In meinem Mietvertrag steht zu den Nebenkosten: Neben der Miete sind monatlich zu entrichten: "Wasser-/Warmwasser, Heizung, Müllabfuhr, Hausverwaltung, Hausreinigung, ...." von Strom für Treppenhaus, Gartenpflege/Schneeräumen, Versicherungen und Grundsteuern steht da nichts. Muss ich diese Kosten auch bezahlen, zumal keine Belege dafür beigefügt sind ?

Bei der Abrechnung davor, habe ich das allerdings ohne murren bezahlt. Wenn diese Kosten aber nicht umlagefähig sind, kann ich sie dann mit der neuen Abrechnung verrechnen ?

Danke für Ihre Bemühungen.

Sehr geehrter Fragesteller/in,
vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzten kann, sondern ausschließlich den Zweck hat, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Nun zu Ihrer Frage, welche ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Ist der Vermieter nicht verpflichtet, eine Zwischenablesung bei Mieterwechsel durchzuführen?

Bei einem Mieterwechsel während des Betriebskostenabrechnungszeitraums hat der bisherige Mieter bei verbrauchsabhängigen Kosten einen Anspruch auf eine Zwischenablesung. Des Weiteren sieht § 9 b HeizkV eine Zwischenablesung vor. Danach hat bei einem Nutzerwechsel der Gebäudeeigentümer eine Ablesung der Ausstattung zur Verbrauchserfassung der vom Wechsel betroffenen Räume vorzunehmen.

Muss der Mieter auch die Kosten für die Gerätemiete, Kaminkehrermessung, und die Wartung tragen?

Für die Anmietung der Erfassungsgeräte (Gerätemiete) gilt folgendes. Sollten diese Geräte nachträglich angemietet worden sein, hat der Vermieter die Vorschrift des § 4 Abs. 2 Satz 2 Heizkostenverordnung zu beachten. Hiernach muss er die beabsichtigte Anmietung den Mietern vorher mitteilen, vgl. LG Hamburg 311 S 272/90, Urteil vom 5. Juni 1992.

Die Kosten der Immissionsmessung gehören in die Heizkostenabrechnung.

Bezüglich der Wartungskosten kommt es zunächst darauf an, worauf sie sich beschränkt haben. Kosten für eine Wartung, die sich nicht auf ein Ausprobieren der Anlage auf ihre Funktionstüchtigkeit beschränkt, sondern Arbeiten zur Erhaltung von Betriebsbereitschaft und -Sicherheit umfasst, sind nicht umlagefähig, vgl. AG Lichtenberg, Urteil vom 29.1.2003, Az.: 7 C 303/02, MM 2003.

Muss ich diese Kosten auch bezahlen, zumal keine Belege dafür beigefügt sind ?

Grundsätzlich dürfen nur die im Vertrag genannten Kosten umgelegt werden. Betriebskosten, die nicht aufgeführt sind, muss der Mieter nicht gesondert zahlen. Etwas anderes gilt dann, wenn im Vertrag auf die Betriebskostenverordnung verwiesen worden ist.

Kann ich sie dann mit der neuen Abrechnung verrechnen ?

Bezüglich der Abrechnung gilt, dass Sie gegen die alte Abrechnung Ihre Einwendungen innerhalb von zwölf Monaten geltend gemacht haben müssen. Ist diese Frist abgelaufen, kann die Betriebskostenabrechnung nicht mehr beanstandet werden, es sei denn der Mieter hat die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten. Hier könnte in der Zahlung ein „Anerkenntnis“ gesehen werden. Insoweit wird es schwierig sein, eine Verrechnung vorzunehmen.
Sollte diesbezüglich eine Zahlung von Ihnen vorgenommen werden, sollte dies ohne Anerkennung einer Rechtspflicht oder unter Rechtsvorbehalt erfolgen. Dies sollte auf der Überweisung schriftlich vermerkt werden. Ferner sollten Sie gegen die Nebenkostenabrechnung schriftlich nachweisbar (Einschreiben) den Widerspruch einlegen.

Ich hoffe Ihnen weiter geholfen zu haben und stehe Ihnen gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

André Neumann

Rechtsanwalt Dipl. Jur. André Neumann

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70599 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für die Antwort - kurz und verständlich mit klaren Handlungsanweisungen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Für einen überschaubaren Betrag bekam ich eine erste Einschätzung über die Erfolgsaussichten, die mich davon überzeugt hat, die Sache weiter zu verfolgen. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell, freundlich und kompetent. ...
FRAGESTELLER