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Soll ich zur Polizei gehen und den Ladendiebstahl zugeben und erklären?

| 02.04.2009 07:51 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Guten Morgen,
es benötigte mehrere Schandtaten, um endlich wachgerüttelt zu werden:
1998-1999 habe ich 2x kleinere artikel nicht bezahlt, und 1x eine preisschild hingklebt, wo keines vorhanden war und bin ertappt worden. Es waren kleinere geldstrafen und eines wurde glaube ich eingestellt.
2007: habe ich einen kindersitz(50,-) halb ausgepackt, um ihn mit kind auszuprobieren, und den Code auf das band gelegt. ich war mit meinen kindern und mann dort, kurz nach einer fehlgeburt-total weggetreten, und zahlte mit karte, bemerkte nicht, dass der sitz nicht eingescannt wurde und wurde gestoppt. man ließ mich nicht zur kasse gehen und nach dem code zu schauen...: anzeige, 100,- strafe vom gericht.
Vor 5 wochen nahm ich einen artikel (10,-) mit, den ich nicht mal benötigte, ich wurde wieder ertappt, und habe mich sofort entschuldigt und 1 tag später die 50,- fangprämie vorbeigebracht und mich wieder entschuldigt- es war mir so unglaublich arg, was ich getan hatte. Ich bekam post von der polizei und musste die anhörung unterschreiben, ich gestand alles und unterschrieb. Ein paar tage später rief der polizist wieder an, eine unterschrift fehle. aber als ich dort erschien, legte er mir ein überwachungskamera-bild (auf dem ich mich nicht unbedingt erkennen konnte-der polizist meinte, es könne schon ich sein) vor, auf dem ich ein geschäft mit einem einkaufswagen (karton war drauf) betrat. mir wurden fingerabrücke u. photos genommen.
In meiner panischen angst sagte ich, ich erkenne mich nicht) und unterschrieb das auch. (der polizist sagte: die bilder+fingerabdrücke werden zeigen, ob ich das war oder nicht) . Dieser vorfall war vor 7 wochen: wenige monate zuvor hatte ich dort einen drucker (180,-) gekauft, der nach kurzer zeit defekt war. ich kaufte gleich einen neuen, da ich ihn täglich brauche. als ich den defekten dann zurückgeben wollte, sagte man mir, er würde repariert werden. Aber ich hatte inzwischen doch dort wieder einen gekauft und 2 drucker brauchte ich nicht-ich war verärgert, dass ich ihn nicht zurückgenommen bekam, was sollte ich mit 2 druckern? also wollte ich den im karton des neuen zurückgeben, tauschte den karton im laden mit einem neuen aus, falls reingeschaut wird-dann würde er ja wieder nicht umgetauscht werden. dies sah der detektiv, der sagte, dies sei versuchter betrug- dies war nicht meine absicht: ich wollte nicht betrügen, ich wollte doch nur den drucker zurückgeben.
als man mich einfach alleine stehen ließ verließ ich das geschäft, ließ alles zurück und nun geht es mir hundselend. (das war vor 3 Tagen)was kann ich nun tun? Soll ich zu dem polizist gehen und das alles zugeben und erklären? was kann mir bevorstehen?
Bitte helfen Sie mir.
Mir tut alles unsagbar leid, ich weiß nur, dass ich dismal eine effektive lehre gezogen habe, und mich nie mehr wieder zu so etwas hinreußen lasse, allein meiner kinder wegen!
Ich bitte Sie um Hilfe.

Sehr geehrter Fragensteller,

die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf Grundlage der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Meine Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Orientierung, da das Weglassen oder Hinzufügen von Details zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich. Die Beantwortung Ihrer Frage im Rahmen dieser Plattform kann daher nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort ersetzen.

Zur Sache:
Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt dürfte tatsächlich den Tatbestand des versuchten Betrugs erfüllen. Nach § 263 StGB ist hierfür ein Strafrahmen von bis zu 5 Jahren Haft oder Geldstrafe vorgesehen.

Zunächst ist aber festzuhalten, dass Sie als Beschuldigte nicht verpflichtet sind, sich gegenüber der Polizei zu den Vorwürfen zu äußern. Machen Sie keine Angaben zur Tat, hat dies keine negativen Auswirkungen. Demgegenüber wirkt es sich jedoch positiv auf das Strafmaß aus, wenn Sie sich geständig und kooperativ verhalten.

Letztendlich hängt Ihr weiteres Vorgehen davon ab, ob Sie sich sicher sind, anhand der Videoaufzeichnung und der Fingerabdrücke eindeutig überführt zu werden. In diesem Fall wäre es vorteilhafter, den Tathergang gegenüber der Polizei zu schildern und ausdrücklich auf Ihr Motiv hinzuweisen. Nämlich, dass Sie ja eigentlich nur so handelten, da man Ihnen das Gerät nicht gegen ein neues umtauschen wollte, obwohl Sie als Kunde die Wahl zwischen Reparatur und Neulieferung hatten.

Sollte es zu einer Veruteilung kommen, liegt die Höhe des Strafmaßes im Ermessen des Richters. Problematisch ist in Ihrem Fall, dass Sie in der Vergangenheit bereits einschlägig aufgefallen sind. Eine seriöse Vorhersage ist ohne Einsicht der Ermittlungsakte aber leider nicht möglich. Zu erwarten ist jedoch eine empfindliche Geldstrafe oder eine Haftstrafe im unteren Bereich, die in Ihrem Fall noch zur Bewährung ausgesetzt werden dürfte.

Zu empfehlen ist jedenfalls, einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen. Dieser kann die Einsicht der Ermittlungsakte beantragen, um so eine optimale Verteidigungsstartegei mit Ihnen zu entwickeln. Erfahrungsgemäß fällt das Strafmaß bei Beauftragung eines Rechtsanwalts regelmäßig niedriger aus als ohne. Bitte beachten Sie, dass hierbei weitere Kosten entstehen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 04.04.2009 | 10:35

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FRAGESTELLER 04.04.2009 5/5,0
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