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Was für eine Strafe erwartet mich bei Ladendiebstahl als Ersttäter oder ggf. als Wiederholungstäter?

21.02.2009 21:50 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Johannes B. Kagerer


Hallo, heute wurde ich beim Ladendiebstahl (2 DVDs im Wert von 32 Euro) ertappt und suche nun dringend Antworten auf meine Fragen, da ich große Angst vor den Folgen habe.

Im Büro der Kaufhausdetektive habe ich den Diebstahl sofort gestanden und mich mehrmals dafür entschuldigt. Einer der Detektive nahm meinen Personalausweis mit und blieb einige Zeit weg. Als er wieder kam, stellte er mir die Frage, ob ich in der Vergangenheit in diesem Kaufhaus schonmal etwas entwendet hätte. Zuerst verneinte ich diese Frage, aber als man mich damit konfrontierte, dass es Aufnahmen von vor 3 Monaten gäbe, die zeigen, dass ich zwei Playstation Spiele (im Wert von 92 Euro) gestohlen habe, gestand ich auch diesen Diebstahl.

Mir wurden zwei Rechnungen mitgegeben. Eine für die zwei gestohlenen Spiele (von vor 3 Monaten) und eine für eine Bearbeitungsgebühr. Beide Rechnungen habe ich zu Hause sofort überwiesen. Mir wurde außerdem gesagt, dass man eine Strafanzeige gegen mich erstatten würde.

Im Internet habe ich heute gelesen, dass man als geständiger und reuhiger Ersttäter unter Umständen die Chance hat, dass das Verfahren eingestellt würde. Meine Fragen nun sind:

1. Gelte ich rechtlich überhaupt noch als Ersttäter? Oder bin ich wegen des Vorfalls von vor 3 Monaten (wo man mich nicht erwischt hat) bereits ein Wiederholungstäter?
2. Was für eine Strafe erwartet mich als Ersttäter oder ggf. als Wiederholungstäter?
3. Was sollte ich jetzt am Besten tun?
4. Stimmt es, dass das Strafgeld bis zu einem Nettogehalt betragen kann?

Ich danke bereits im Voraus demjenigen, der mir einen schnellen Rat / Antworten auf meine Fragen geben kann.

Sehr geehrte Fragestellerin,

ihre Fragen beantworte ich wie folgt:


Wenn Sie bisher nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sind, dann sind Sie als Ersttäterin anzusehen.

Es muss abgewartet werden, ob die Strafanzeige sich auf beide von Ihnen geschiderten Sachverhalte bezieht oder nur auf letzteren.
Jedenfalls liegt ein Diebstahl in beiden Fällen vor.

Für Diebstahl i. S. d. § 242 Abs. 1 StGB ist Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren vorgesehen.

In Betracht kommt hier eine Geldstrafe, aber auch eine Einstellung erscheint möglich.

Ich rate Ihnen einen Strafverteidiger zu konsultieren und mit Ihrer Verteidigung zu beauftragen.

Dieser kann Sie effektiv verteidigen und unverzüglich Akteneinsicht beantragen.

Auch können frühzeitig Maßnahmen für eine Einstellung oder einer Strafzumesssungsverteidigung ergriffen werden.

Die Höhe der Geldstrafe orientiert sich u. a. an den wirtschaftlichen Verhältnissen. Dabei bietet das Nettoeinkommen eine entscheidene Grundlage.


Ich hoffe Ihnen eine erste Orientierung gegeben zu haben. Für eine weitere Mandatierung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.





Nachfrage vom Fragesteller 22.02.2009 | 10:17

Sehr geehrter Herr Kagerer,

vorab vielen Dank für Ihre Antwort.

In der Tat wäre ich daran interessiert Sie mit meiner Verteidigung zu beauftragen. Ich habe eine Advocard Privat-, Berufs-, Verkehrs- und Wohnungs-Rechtschutzversicherung (mit 150 Euro SB) und hätte jedoch vorab einige Fragen.

Kann ich meine Rechtschutzversicherung für solch einen Fall in Anspruch nehmen? Und wäre es im Falle Ihrer Beauftragung möglich die 20 Euro mit den 150 Euro Selbstbeteiligung zu verrechnen?
Welche Kosten würden dann auf mich zukommen, wenn ich Sie beauftragen würde?
Wie würden Sie im Falle einer Beauftragung vorgehen?

Im Voraus vielen Dank für Ihre Bemühungen.

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.02.2009 | 13:43

Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen abgeschlossene Rechtsschutzversicherung dürfte hier nicht herangezogen werden können.
Sollte der Straf- Rechtschutz bei sonstigen Vergehen i. S. d. § 12 Abs. 2 StGB (nicht Verkehrsvergehen) versichert sein, dann besteht Versicherungsschutz für die Verteidigung des Versicherungsnehmers nur bezüglich eines Vergehens, dass sowohl vorsätzlich als auch fahrlässig begehbar sein muss.
Vergehen sind Straftaten, die mit einem Mindeststrafmaß von unter einem Jahr Freiheitsstrafe oder mit einer Geldstrafe bedroht sind.
Der Diebstahl i. S. d. § 242 Abs. 1 StGB kann aber nur vorsätzlich begangen werden, so dass der Versicherungsschutz von vornherein entfällt.

Die Gebühren für eine Strafverteidigung richten sich in der Regel nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (vgl. § 2, § 14 RVG) i. V. m. dem Gebührenverzeichnis zum RVG (VV RVG). Es handelt sich um sog. Betragsrahmengebühren.
Eine Anrechnung der Beratungsgebühr (20 €) erfolgt.

Sie können mich gerne nächste Woche (ab Dienstag Vormittag)zwecks weiterer Details zu Ihrem Anliegen anrufen bzw. einen Termin vereinbaren.


Mit freundlichen Grüßen


J. Kagerer
(Rechtsanwalt)

Ergänzung vom Anwalt 22.02.2009 | 01:12

Sehr geehrter Fragesteller,


ergänzend zu meiner Beantwortung folgendes:


dass Sie z. B. die auf den Rechnungen angegebenen Rechnungsbeträge im ersten Fall überwiesen haben, dürfte bei der Frage der Schuld/Strafzumessung als positiv zu wertendes Nachtatverhalten zu qualifizieren sein.



Mit freundlichen Grüßen


J. Kagerer
(Rechtsanwalt)

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