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Autoverkauf-Privat

11.07.2005 16:28 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


17:19

Guten Tag,

Vor einigen Tagen habe ich meine VW Golf privat verkauft. Als Kaufvertragsvorlage habe ich den ADAC-Kaufvertrag genommen. Der Käufer hat das Auto vor dem Kauf probegefahren und es sich über 2h sehr genau angeschaut.
Jetzt will der Käufer plötzlich das Auto zurückgeben oder ein Teil des vereinbarten Geldbetrages zurück haben. Er hat nach einer genauen Prüfung angeblich festgestellt, das das Auto ein "Unfallwagen" sei.
Da ich in der Verkaufsanzeige das Auto als "unfallfrei" angegeben hatte, wäre für ihn der Kaufvertrag damit ungültig.

Von diesem angeblichen Unfallschaden wußte ich allerdings nichts und hatte das Auto auch vor 2 Jahren beim Händler als "unfallfrei" gekauft, was auch im Kaufvertrag schriftlich vermerkt ist. Ich hatte auch keinen Unfall in der Zeit als ich der Halter des Wagens war und auch keine Werkstatt hat mich über diesen Defekt informiert (z.B. bei Durchsicht usw.)

Ich bin jetzt sehr verunsichert. Muss ich das Auto zurücknehmen oder ihm Geld zurückzahlen?
MfG

11.07.2005 | 16:42

Antwort

von


(2423)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

entgegen einer weit verbreiteten Meinung gibt es kein generelles Umtauschrecht und man ist - mit Ausnahmen, die hier offenbar nicht vorliegen - an den Vertrag gebunden.

Danach müssen Sie das Auto weder zurücknehmen noch das Geld (teilweise) zurückzahlen.

Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn Sie hier einen Unfall verschwiegen und damit den Käufer getäuscht haben (dann sollten Sie schnell das Fahrzeug zurücknehmen).

Da Sie aber ausführen, dass Sie keinen Unfall hatten und selbst den Wagen als unfallfrei gekauft haben, steht hier zu vermuten, dass der Käufer seine Entscheidung bereut hat und nun auf diesen Weg versuchen will, sich vom Vertrag zu lösen.

Wenn Ihnen allein schon nicht genau erklärt wird, worin der Käufer einen Unfall sehen will, würde ich die Ansprüche ablehnen. Der Käufer ist nämlich für den von ihm behaupteten Mangel (Unfall) voll beweispflichtig.

Da er aber nach Ihrer Schilderung dieses Beweis mangels Unfall nicht führen kann, kann man nur dazu raten, die Ansprüchr zurückzuweisen.

Sollte der Wagen vor mehr als zwei Jahren entgegen der Zusicherung des Händlers doch einen Unfall gehabt haben, könnten Sie schlimmstenfalls den Händler in Regress nehmen. Den Händler würde ich also schon einmal informieren und um eine Stellungnahme bitte.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 11.07.2005 | 16:59

Ersteinmal Danke für Ihre schnelle Antwort.

Der käufer hat schon detailliert gesagt, das er (oder eine Werstatt?)beim Auseinanderbauen eine Schweißnaht am Türhom gefunden hat und das wäre ein sicheres Zeichen für ein Unfallauto. Er meinte meine Unwissenheit schützt mich in dieser Sachlage nicht.

Ich habe auch den Händler schon informiert, bei dem ich dieses Auto damals gekauft haben. Allerdings habe ich noch keine Antwort erhalten.

Lt. Kaufvertrag habe ich ja sämtlich Sachmängel an dritte Personen abgeben und so müßte der Käufer (als jetziger Halter des Autos) eigentlich diese Sache mit dem Händler klären, oder?

MfG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.07.2005 | 17:19

Nein, Vertragspartner sind Sie, so dass der Käufer sich auch an Sie halten wird. Nur, wenn der Käufer es ausdrücklich akzeptiert hat, direkt gegen den Händler vorzugehen, kann man einen solchen Direktanspruch konstruieren.

Wenn die Schweißnaht am Türholm wirklich vorhanden sein sollte und dieses auf einen Unfall (und nicht etwa Rostbeseitigung) hindeuten sollte, sollten Sie die Antwort des Händlers abwarten und den Käufer bitten, solange zu warten. Merkwürdig ist allerdings, dass die Antwort des Händlers noch aussteht.

Wichtig ist nun, was bezüglich der Unfallfreiheit im jetzigen Kaufvertrag ausgeführt worden ist. Sollten Sie die Unfallfreiheit "nach Angaben des Vorbesitzers" oder "soweit bekannt" zugesichert haben, kann es durchaus sein, dass diese Unfallfreiheit dann nur auf die Zeit, in der Sie das Fahrzeug besessen haben, begrenzt ist.

Da es hier auf den genauen Wortlaut ankommt, kann ich Ihnen nur raten, einen Kollegen vor Ort mit der Prüfung des Vertragswerkes zu beauftragen; das gilt auch für mögliche Ansprüche gegenüber dem Händler. Auch dieser Vertrag sollte genau geprüft werden.

ANTWORT VON

(2423)

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26135 Oldenburg
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