1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Hauptverhandlung mit 2 zusammengeschlossenen Anklagen

11.02.2009 11:37 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Hallo,
ich habe heute den Termin zur Hauptverhandlung erhalten der am 25.2 angeraumt wurde.
Am besten ich schildere ihnen mal eben die Sachlage:

Ich bin im falschen Körper geboren sprich ich bin Transsexuell , habe seid 2005 die offizielle Namensänderung erhalten.

Nun erhielt ich am 30.08.2008 einen Brief der Bundeszentrale für Steuern indem mir eine persönliche Identifikations Nummer bekannt gegeben wurde , in den Stammdaten dieses Briefes jedoch stand als Geschlecht "männlich" was mich natürlich störte , so das ich das Einwohnermeldeamt diesbezüglich kontaktierte und schilderte das ich Transsexuell bin und das sie doch bitte diesen vermek auf "weiblich" abändern sollte.

Daraufhin bekam ich eine Antwort in der mir mitgeteilt wurde das ich ja biologisch noch männlich sei und deshalb der Vermerk gültig wäre.

So hatte ich eine Idee indem ich die älteren Urkunden meiner Namensänderung so verändern könnte das dort ersichtlich ist das ich nun als weiblich einzustufen sei , sprich ich habe eine Urkunde des Amtsgerichtes manipuliert bzw gefälscht.

Nach einigen Wochen erhielt ich so dann eine Vorladung für die Polizei , in der ich nicht hin gegangen bin sondern ich einen Anwalt beauftragt habe , der Anwalt jedoch war der Ansicht das es sich hierbei nicht um eine Urkunde sondern lediglich um eine zugeschnittene Kopie handeln würde und somit der Tatbestand der Urkundenfälschung nicht greifen würde , er beantragte so dann vorm Amtsgericht eine Einstellung dieses Verfahrens.

So und nun das Problem ebenfalls hatte ich eine Anzeige erhalten gegen Computerbetrug , ich hatte damals auf einen Portal eine falsche Kontonummer eingegeben , da ich zu diesen Zeitpunkt über keine Kontonummer verfügte , ich ging jedoch davon aus das das Konto des Geschädigten durch meine Aktion nicht in Mitleidenschaft gezogen werden würde weil dieser ja 6 Wochen Zeit hat das Geld zurück zu buchen.

So erhielt ich nun auch eine Anklageschrift für diesen Computerbetrug . ich habe den entstanden Schaden des Internetportales zurück gezahlt es handelte sich um 79 Euro.

Ich schreib den zuständigen Amstgericht das sie das Verfahren doch bitte einstellen könnten , weil ich erstens eine Ausbildung absolviere und zweitens nur Hartz4 beziehe.
Und das ich den Schaden wiedergutgemacht habe , ich bot darum um Einstellung nach §§153 ff STPO

Heute erhielt ich so dann einen Termin zur Hauptverhandlung , in diesen Verfahren wurden beide Strafsachen zusammen gefügt.

Ich habe jetzt tierische Angst , muss ich mit einer Gefägnis Strafe rechnen auf Bewährung ?!

Oder wäre eine Geldstrafe eher angedacht?!

Ich bin 27 Jahre alt und mache derzeit eine Ausbildung in einer Berufschule und bekomme ich Monat 313 Euro an Hartz4 Leistungen.

Danke

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten.

In Ihrem Fall dürfte eine Freiheitsstrafe zur Bewährung nicht in Betracht kommen, wobei ich voraussetze, dass Sie nicht vorbestraft sind.
Hinsichtlich der vorgeworfenen Urkundenfälschung ist zu Ihren Gunsten zu berücksichtigen, dass Sie aufgrund Ihrer Transsexualität versucht hatten, sich als „weiblich“ „registrieren“ zu lassen.
Bzgl. des Vorwurfs des Eingehungsbetrugs ist ein Schaden nicht mehr gegeben, da Sie den Betrag mittlerweile gezahlt haben.

In beiden Fällen käme jeweils eine recht geringe Geldstrafe in Betracht („Gesamtgeldstrafe“). Mit etwas Glück hielte ich hier auch eine Einstellung nach § 153a Abs. 2 StPO für vertretbar (Einstellung gegen Geldauflage), da Sie soweit ersichtlich nicht vorbestraft sind.

Ich hoffe, Ihnen meine Antwort geholfen zu haben.

--
Mit freundlichen Grüßen
St. Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt
--------------
Pionierstraße 15
40215 Düsseldorf
Tel. 0211 / 69 54 76 16
Fax: 0211 / 69 54 76 15

E-Mail: schmidt@kanzlei-sas.de
WWW: <a target="_blank" href="http://www.kanzlei-sas.de" rel="nofollow">http://www.kanzlei-sas.de</a>

Rückfrage vom Fragesteller 11.02.2009 | 12:52

Danke für ihre Antwort !

Ich wurde im Jahre 2006 jedoch wegen Diebstahls und wegen Urkundenfälschung in 5 Fällen mit Tateinheit mit Betrug zu 40 Tagessätzen a 10 Euro verurteilt.

Damals ging es darum das ich vom Arzt Rezepte gestohlen hatte und mit diesen Hormone mir selbst verschrieben habe.

Ist dieses Schlimm ?
Habe in diesen Forum nachgelesen das Vorstrafen die älter sind anscheinend nicht strafschärfend auswirken

Ich habe wirklich grosse Angst :(

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.02.2009 | 13:14

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ihre Vorstrafen haben leider Einfluss auf die zu erwartende Bestrafung, da sie einschlägig (Urkundenfälschung) und auch noch nicht getilgt sind (die Tilgungsfrist beträgt hier grds. 5 Jahre).

Eine Einstellung dürfte daher kaum in Betracht kommen.

Wahrscheinlich ist eine erneute Geldstrafe zu ca. 90 TS. Zwar kann auch eine geringe Bewährungsstrafe nicht ausgeschlossen werden, hier sollten Sie vor Gericht jedoch auf Ihre besondere Situation (s.o.) verweisen.

Schließlich ist die Strafmessung Sache des Tatrichters und kann daher nur bedingt an dieser Stelle vorweg genommen werden. Ich für meinen Teil halte eine erneute Geldstrafe für wahrscheinlich, vorausgesetzt, dass die Hauptverhandlung „gut läuft“.

--
Mit freundlichen Grüßen
St. Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt
--------------
Pionierstraße 15
40215 Düsseldorf
Tel. 0211 / 69 54 76 16
Fax: 0211 / 69 54 76 15

E-Mail: schmidt@kanzlei-sas.de
WWW: <a target="_blank" href="http://www.kanzlei-sas.de" rel="nofollow">http://www.kanzlei-sas.de</a>

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 80374 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle, ausführliche und verständliche Antwort! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage wurde zu meiner Zufriedenheit beantwortet! Herzlichen Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich hätte niemals gedacht, dass sich ein Anwalt hier so viel Zeit nimmt und dann auch noch so ausführlich und detailliert Fragen beantwortet. Top! ...
FRAGESTELLER