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Geschäft im Ausland, Familie in Deutschland, Trennung

| 27.10.2008 13:14 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


meine Situation ist folgende :

Ich bin freischaffender Künstler und hab mit meiner Frau 15 Jahre in Südeuropa gelebt
Wir sind verheiratet und haben ein Kind.
Wir sind vor vier Jahren nach Deutschland zurückgekehrt und meine Frau arbeitet seitdem als Angestellte in Deutschland.

Ich hab damals vor vier Jahren mein Gewerbe als freischaffender Künstler in Südeuropa aufgegeben, da ich auch zu dem Zeitpunkt keinerlei Einnahmen mehr hatte.

Bei unserer Rückkehr, hatte uns ein Steuerberater (der leider verstorben ist) zu folgedem geraten :
Meine Frau sollte in die Steuerklasse 3 und ich, da ich nichts verdiente und auch kein Gewerbe angemeldet hatte, in die Steuerklasse 5.
Bisher wurden, weder von meiner Frau noch von mir keinerlei Steuererklärungen abgegeben
.
Ca. ein Jahr später hab ich mein Gewerbe als freischaffender Künstler in dem südeuropäischem Land wieder angemeldet, weil ich dort endlich wieder Interessenten an meiner Arbeit hatte.
Ich bin seitdem auch wieder vorwiegend dort wohnhaft..

Nun ist mein Geschäft seit drei Jahren in Südeuropa am laufen und es sieht auch weiterhin nicht danach aus, daß ich nach Deutschland zurückkehren würde.

Und in der Zwischenzeit haben ich und meine Frau uns auseinandergelebt und wollen uns endgültig trennen.
Deswegen will ich jetzt meinen Wohnsitz bei ihr abmelden.

Offensichtlich haben wir zu lange gewartet mit der Richtigstellung unserer Verhältnisse vor dem Finanzamt in Deutschland.
Welche Konsequenzen drohen uns jetzt, bzw. welche Nachfragen kommen, wenn ich meinen Wohnsitz bei meiner Frau aufgebe und ich mich entweder :

a) in meinem Elternhaus in Deutschland meinen Wohnsitz wieder anmelde oder :

b) meinen Wohnsitz komplett abmelde, da ich schon einen Wohnsitz in Südeuropa angemeldet habe oder :

c) mich selbst anzeige bei dem Finanzamt, um alles wieder gerade zu biegen ?

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen !

27.10.2008 | 15:10

Antwort

von


(141)
Muldestr. 19
51371 Leverkusen
Tel: 0214 / 2061697
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Online-Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

1.)

Natürliche Personen, die im Inland u. a. einen Wohnsitz haben, sind nach § 1 Abs. 1 Satz 1 EStG unbeschränkt steuerpflichtig.

Nach § 8 AO hat jemand dort seinen Wohnsitz, wo er seine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird.
Die bloße Absicht, einen Wohnsitz zu begründen oder aufzugeben bzw. die polizeiliche An- und Abmeldung bei der Ordnungsbehörde entfalten allein KEINE unmittelbare steuerliche Wirkung.
Die Wohnsitzfrage ist nach ständiger Rechtsprechung des BFH (Urt. v. 14.11.1969 – III R 95/68BStBl 1970 II S. 153 ) vielmehr ausschließlich nach tatsächlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu beurteilen; die Wohnung muss ein den Umständen und persönlichen Verhältnissen entsprechendes Heim darstellen.

Das bedeutet:

Nach den tatsächlichen Gegebenheiten haben Sie Ihren steuerlichen Wohnsitz in Südeuropa, da Sie sich dort wieder vorwiegend aufhalten und auch wohnhaft sind, zumal es derzeit nach Ihren Angaben auch nicht danach aussieht, dass Sie nach Deutschland zurückkehren werden.

Folglich sind Sie hier in Deutschland seit Ihrer Rückkehr nach Südeuropa auch NICHT mehr steuerpflichtig.
Deshalb besteht auch kein Grund zur Selbstanzeige, da nichts gerade zu biegen ist.
Aus rein steuerlicher Sicht ist es dabei völlig unerheblich, ob Sie noch bei Ihrer Frau gemeldet sind oder aber nicht.
Aus melderechtlicher Sicht ist eine Abmeldung jedoch dringend anzuraten.
Ob Sie sich dann hier in Deutschland komplett abmelden oder aber in Ihrem Elternhaus in Deutschland wieder anmelden ist steuerrechtlich unerheblich, da – wie bereits ausgeführt – Ihr den persönlichen Verhältnissen entsprechendes Heim sich in Südeuropa befindet.


2.)

Seit Ihrer Rückkehr nach Südeuropa sind auch die Voraussetzungen für die Gewährung der Steuerklasse III bei Ihrer Frau nicht mehr gegeben, da zu diesem Zeitpunkt nicht mehr BEIDE Ehegatten unbeschränkt steuerpflichtig sind (§ 38 b Satz 1 Nr. 3 EStG ).
Ihre Frau sollte daher umgehend einen Steuerklassenwechsel beantragen. In Betracht kommt die Steuerklasse II, wenn ihr wegen des Kindes der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zu berücksichtigen ist (ansonsten verbleibt es bei der Steuerklasse I).


3.)

Unerheblich ist, dass damals seit Ihrer gemeinsamen Rückkehr nach Deutschland bis zu Ihrem erneuten Umzug nach Südeuropa weder von Ihrer Frau noch von Ihnen eine Steuererklärung abgegeben worden ist, da dazu keine Verpflichtung bestand.
Sie hatten in dieser Zeit nach Ihren Angaben weder einen Verdienst und auch kein Gewerbe. Ihre Frau war insoweit nach der damals zulässigen Steuerklasse III Alleinverdienerin. Ihre steuerlichen Pflichten wurden insoweit durch den monatlichen Lohnsteuerabzug abgegolten (§ 46 Abs. 4 EStG ).


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.

Mit besten Grüßen

Reinhard Schweizer
Rechtsanwalt, Dipl.-Finanzwirt


Bewertung des Fragestellers 27.10.2008 | 22:55

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ANTWORT VON

(141)

Muldestr. 19
51371 Leverkusen
Tel: 0214 / 2061697
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Erbrecht, Familienrecht, Gesellschaftsrecht, Steuerrecht, Verwaltungsrecht