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Kreditkarte entwendet, Haftung

29.09.2008 20:08 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger


Hallo!

Person A wurde die Kreditkarte entwendet, als ein Fremder in den Arbeitsplatz eingedrungen ist und aus der Tasche von A das Portemonnaie gestohlen hat.

Die Sperre der Karte wurde zeitnah veranlasst; leider war es zu spät, die Karte wurde kurz vorher an einem Deutsche Bahn Fahrkartenautomat für den Kauf von Tickets in Höhe von 300 EUR missbraucht. Es sei angemerkt, dass diese Automaten computergesteuert sind, die Buchung wird durch das bloße Einführen der Karte vorgenommen, weder muss der eigentliche Karteninhaber präsent sein, noch wird eine Unterschrift / PIN verlangt oder abgeglichen.

Die kreditkartenausstellende Bank lehnt die Haftung ab, da die Sorgfaltspflicht vernachlässigt wurde. A hat die Bank aufgefordert, einen Transaktionsbeleg nachzuweisen, da nach As Wissen eine Kreditkartenbuchung schwebend unwirksam ist, sofern sie nicht per Unterschrift oder PIN autorisiert wurde.

Die Bank zeigt sich unkooperativ und lehnt jede weitere Bearbeitung des Falls ab. Die Bahn wurde von A noch nicht kontaktiert.

Stimmt es nicht, dass eine Buchung ohne Unterschrift als generell unautorisiert gilt und rückgängig gemacht werden kann, wenn der Händler bzw. die Bank eine klare Autorisierung des Karteninhabers nicht nachweisen kann?
Welche Schritte gibt es, die Buchung rückgängig zu machen, ganz nüchtern betrachtet kann es ja bspw. auch eine Fehlbuchung der Deutschen Bahn gewesen sein - schließlich fehlt hier jeder ordentliche Beleg?

Danke und Grüße

Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragensteller,

Ihre Online-Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen summarisch wie folgt beantworten:

Abbuchungen vom Kreditkartenkonto sind nur dann rechtmäßig, wenn der Kunde einen Kreditkartenbeleg unterschrieben oder die Zahlung selbst in anderer Weise gebilligt hat. So ist die Zahlung ohne PIN und Unterschrift dann nicht widerruflich, wenn sie willentlich vom Karteninhaber vorgenommen wurde - dies ist bei Ihnen aber nicht der Fall.
Im Streitfall liegt die Beweislast bei der Bank, die die Kreditkarte ausgegeben hat. Sie muss zumindest nachweisen, dass der Kunde die Zahlung gebilligt hat.
Grundsätzlich haftet das Kreditinstitut für alle Missbrauchsfälle - es sei denn, der Kunde hat sein Sorgfaltspflichten verletzt. Dies soll dann vorliegen, wenn der Kartenverlust lange Zeit nicht bemerkt wird (bsp. AG Frankfurt/M., Az.31 C 1760/04-83).
Eine Obliegenheit des Kunden ist die zeitnahe Meldung, diese ist innerhalb einer Stunde ab Kenntnis des Verlust anzunehmen.
Problematisch dürfte hier also allenfalls sein, ob Ihr Umgang mit der Karte am Arbeitsplatz grob fahrlässig war. Dies würde wieder die Haftung des Kreditkartenunternehmens ausschließen. Als grob fahrlässig kann beispielsweise das Liegenlassen der Karte im Auto sein.

Insoweit wäre hier der Sachverhalt weiter zu prüfen.

Im Zweifel wäre die Bank auf Rückzahlung zu verklagen.

Ich hoffe, Ihren einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen nicht ersetzen kann. Für Rückfragen und die weitere Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Steininger
Rechtsanwalt

www.anwalt-for-you.de

Nachfrage vom Fragesteller 29.09.2008 | 21:05

Sehr geehrter Herr Steiniger,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Meine Idee wäre es gewesen - unabhängig vom Kartendiebstahl - die Buchung rückgängig machen zu lassen, weil ja keine Unterschrift vorhanden ist.
Ist dieses Vorgehen also nicht möglich, weil die Karte entwendet wurde und weil wegen der Fahrlässigkeit die Haftung in jedem Fall ausgeschlossen wird?

Viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.09.2008 | 21:09

Das die Karte unberechtig benutzt wurde wird sich kaum widerlegen lassen. Insoweit ist die Abbuchung unrechtmäßig erfolgt. Es fragt sich aber, wer dafür haftet. Hätten Sie grob fahrlässig gehandelt, würden Sie für den Schaden selbst haften. Daher wird Ihr Weg nicht funktionieren, denn sonst würde bei (nachweisbarem) Missbrauch immer die Bank haften.

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