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Wer trägt Kosten für Grenzmauer?

11.08.2008 07:15 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Unser Haus liegt auf einem Hanggrundstück mit einem Abstand von ungefähr 4,50 m zum darunterliegenden Grundstück, das ebenfalls ein Hanggrundstück mittlerer Neigung ist. Der Nachbar des darunterliegenden Grundstücks möchte jetzt bauen und an der gemeinsamen Grenze den Hang etwa 2 m vom bestehenden Niveau abgraben, um sein Grundstück einzuebnen. Die entstehende Böschung zu unserem Grundstück soll durch eine Mauer aus L-Steinen abgefangen werden, die an der Grundstücksgrenze errichtet wird.

Frage 1: Wer ist für die Kosten der Mauer zuständig? Der Nachbar, der den Hang abträgt, oder teilweise auch wir, weil es um die Sicherung unseres Hanges geht ? Ist der Nachbar verpflichtet eine Mauer zu bauen, um den Hang abzusichern ?

Frage 2: Ist der Nachbar berechtigt, die Mauer auf der Grenze zu errichten (d.h. zur Hälfte auf unserem Grund), oder muß die Mauer auf dem Grundstück des Nachbarn liegen ?

Sehr geehrter Ratsuchender,


da der Nachbar durch die Abgrabungen die Ursache setzt, ist er nach §§ 10, 14 LBauO verpflichtet, auf seine Kosten alle Maßnahmen durchzuführen, die Einflüsse auf Ihr Grundstück, also auch Absackungen und Bodenrutsch zu vermeiden.

Daher hat der Nachbar die Kosten alleine zu tragen.


Auch ist der Nachbar nicht berechtigt, die Mauer AUF der Grenze zu errichten. Die Mauer darf er nur aus SEINEM Grundstück AN der Grenze errichten. Etwas anderes kann sich allenfalls aus gemeindlichen Vorschiften ergeben, die so nicht veröffentlicht worden sind. Hierzu sollten Sie vorab bei der Gemeinde anrufen und die entsprechende Auskunft, ob so eine Vorschrift besteht einholen. Auch wäre natürlich eine mit Ihnen (oder Ihrem Rechtsvorgänger) getroffenen Vereinbarung zu berücksichtigen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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