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Unterhalt für im Ausland lebendes Kind

05.08.2008 14:25 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe ein 15-jähriges uneheliches Kind, welches bei der Mutter lebt. Ich zahle monatlich 288 EUR Unterhalt an das Jugendamt in Friedberg. Dieses bestätigt mir jährlich, dass mein Kind im Kreis Friedberg wohnhaft ist. Per Zufall habe ich nun erfahren, dass Mutter und Kind seit geraumer Zeit in Australien leben. Dazu habe ich folgende Fragen:
1.) Ändert sich etwas ander Unterhaltspflicht bzw. der Höhe der Unterhaltszahlung, wenn mein Kind in Australien lebt?
2.) Ist es für die Einforderung des Unterhalts eine übliche Vorgehensweise noch in Deutschland gemeldet zu sein, aber im Ausland zu leben? Oder ist das nicht Rechtens?
3.) Habe ich ein Anrecht vom Jugendamt zu erfahren, wo sich mein Kind tatsächlich aufhält? (Einmal habe ich versucht beim Jugendamt eine Lebensbescheinigung mit aktueller Adresse meines Kindes zu erhalten, habe aber diesbezüglich keine Auskunft bekommen.)
4.) Wie erfahre, wann die Unterhaltszahlung endet? Automatisch bei Erreichen des 18. Lebensjahres der zahle ich weiterhin, wenn mein Kind dann noch in Ausbildung ist bzw. studiert? Wie erhalte ich jedoch Kenntnis über die Art und Dauer der Ausbildung meines Kindes, wenn es so weit fort ist und ich keinen Kontakt habe?
Vielen Dank für die Beanwortung meiner Fragen.

Ich beantworte Ihre Anfrage auf der Basis des geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

zu 1) Der Auslandsaufenthalt des Kindes ändert an der Unterhaltspflicht nichts.
Was die Höhe des zu zahlenden Unterhaltes angeht, so gilt grundsätzlich, dass Unterhalt der Befriedigung des aktuellen Lebensbedarfes dient, nicht aber der Vermögensbildung.
Dem Kind steht der Betrag zu, der erforderlich ist, um den ihm zukommenden Lebensstandard an seinem Aufenthaltsort zu sichern.

Handelt es sich um Länder, deren wirtschaftliche Verhältnisse mit denen in der Bundesrepublik vergleichbar sind, werden im Kindesunterhalt die vollen Sätze der Düsseldorfer Tabelle geschuldet. Ansonsten sind Anpassungen vorzunehmen. Bei Australien dürfte ein ähnliches Niveau vorhanden sein wie hier.

zu 2)Diese Frage kann in Ihrem konkreten Fall nicht beantwortet werden, weil weder die Dauer noch der Zweck des Auslandaufenthaltes bekannt sind. Sie sollten aber Ihre Bedenken beim zuständigen Jugendamt vorbringen.

zu 3)Solche Auskunftsansprüche sind abhängig von der Frage des Kindeswohls, geregelt in § 1686 BGB:

"Jeder Elternteil kann vom anderen Elternteil bei berechtigtem Interesse Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Kindes verlangen, soweit dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht. Über Streitigkeiten entscheidet das Familiengericht."
Ob die Bekanntgabe des Aufenthaltsortes dem Kindeswohl widerspricht, kann ich nicht sagen.

zu 4) Sie haben grundsätzlich Auskunftsansprüche, solange das Kind minderjährig ist, gerichtet gegen die Mutter, ansonsten gegen das Kind selber. Soweit Ihnen der Aufenthaltsort vom Jugendamt nicht genannt wird, sollten Sie die Ansprüche über das Jugendamt richten. Ggf. sollten Sie Zahlungen an das Jugendamt nur noch "unter Vorbehalt" leisten, um ggf. diese Zahlungen von dort zurück verlangen zu können, falls sie zu Unrecht erfolgt sind.

Mit freundlichen Grüßen

Reinhard Otto
Rechtsanwalt

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