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Straffällig trotz Bewährung

25.07.2008 18:46 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


11:09
Hallo zusammen,
kurz zum Sachverhalt.
Vor ca. eineinhalb Jahren beging ich eine gefährliche Körperverletzung unter starkem Alkoholeinfluss, da ich bereits mehrmals aufgrund von Körperverletzungen unter Alkoholeinfluss auffällig geworden war, setzte der Richter das Hauptverfahren aus und setzte mich auf Bewährung, unter der Auflage den Geschädigten zu entschädigen und mich einer Therapie zu unterziehen. Eine Strafe wurde nicht genau definiert, da ich unter Berücksichtigung des Jugendstrafrechts verurteilt worden war. Würde ich ihnnerhalb der Bewährungszeit noch einmal auffällig, würde das Hauptverfahren erneut eröffnet und eine Freiheitsstrafe käme in Betracht.
Nun habe ich unter Alkoholeinfluss einen Diebstahl begangen und habe Angst zu einer Freiheitsstrafe verurteilt zu werden. Ich habe mittlerweile eine eigene Familie und empfinde mich selbst als bodenständig. Nun meine Frage: Ist diese neue Straftat nun einschlägig oder könnte die Bewährung nur verlängert werden, weil es ja diesmal keine Körperverletzung war? Wie könnte man das Gericht am besten von einem "Ausrutscher" überzeugen, was es meiner Meinung nach auch war.
Freundliche Grüße
25.07.2008 | 19:20

Antwort

von


(67)
Alt-Moabit 62-63
10555 Berlin
Tel: 030 / 397 492 57
Web: http://www.rechtsanwalt-ausländerrecht.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

aus Ihrer Schilderung ist nicht ganz eindeutig zu entnehmen, welche Entscheidung der Richter damals genau getroffen hat. Nach Ihrer Schilderung sollte es sich hierbei um eine Entscheidung gemäß § 27 JGG (= Jugendgerichtsgesetz) handeln, d.h., dass der Richter damals nicht entscheiden konnte, ob eine Jugendstrafe notwendig ist oder nicht. Es wurde dann eine Bewährungszeit bestimmt. Nach Ablauf dieser Bewährungszeit soll dann überprüft werden, ob eine Jugendstrafe verhängt werden muss.

Bitte teilen Sie mir unbedingt im Rahmen der kostenlosen Nachfrage mit, ob meine Annahme richtig ist. Bitte schauen Sie diesbezüglich in die damals ergangene Entscheidung des Gerichts. Wenn Sie nicht sicher sind, können Sie mir diese Entscheidung auch gerne einmal kurz per E-Mail oder Fax zusenden, damit ich mir diese anschauen kann.

Grundsätzlich gibt es nun mehrere Möglichkeiten: Der Richter könnte zum einen aufgrund der neuen in der Bewährungszeit begangenen Straftat zu dem Ergebnis kommen, dass deswegen „schädliche Neigungen“ vorliegen und eine Jugendstrafe verhängt werden muss. Es ist aber auch möglich, dass nur die Bewährungszeit verlängert wird. Schließlich könnte der Richter auch zu dem Ergebnis kommen, dass weder eine Jugendstrafe zu verhängen ist noch die Bewährungszeit verlängert werden muss.

Es kommt bezüglich dieser Frage ganz entscheidend auf alle genauen Umstände der beiden begangenen Straftaten an. Bitte teilen Sie mir im Rahmen der kostenlosen Nachfrage deshalb auch einige Einzelheiten zu der alten Straftat (Körperverletzung) und der neuen (Diebstahl) mit. Es wäre insbesondere wichtig zu wissen, welche Folgen die Taten hatten (Verletzungen? Höhe des Diebesgutes? Was wurde gestohlen? Etc.).

Zu Ihren Gunsten wird natürlich zu werten sein, dass Sie mittlerweile eine Familie haben und dadurch eine gewisse Festigung der sozialen Kontakte besteht, was bei der begangenen Körperverletzung noch nicht der Fall war. Ebenfalls ist auch positiv zu berücksichtigen, dass KEIN einschlägiger Rückfall stattgefunden hat, weil Diebstahl und Körperverletzung zwei vollkommen unterschiedliche Straftaten sind.

Negativ könnte unter Umständen zu werten sein, dass die Tat erneut unter Alkoholeinfluss begangen wurde. Entscheidend dürfte auch sein, ob Sie die angeordnete Therapie machen oder gemacht haben.

Abschließend kann ich Ihnen nur eine ganz grobe Einschätzung meinerseits geben: Ich sehe durchaus (gute) Chancen, dass es nicht zu einer Jugendstrafe kommen muss. Insbesondere muss diese nicht automatisch eine Strafe OHNE Bewährung sein.

Sie sollten wegen der möglichen Folgen aber auf jeden Fall sofort einen Verteidiger beauftragen, wenn Sie in der aktuellen Sache Post von der Polizei erhalten.

Wenn Sie mir noch etwas Mehr zu den beiden Straftaten schreiben und mir auch noch Ihr jetziges Alter mitteilen, kann ich Ihnen vielleicht noch eine genauere Einschätzung mitteilen.

Bis hierher hoffe ich, Ihnen schon ein wenig weitergeholfen zu haben. Ich verweise nochmal auf die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 26.07.2008 | 09:46

Hallo,
also ich bin 22 Jahre alt. Bei der Körperverletzung schlug ich jemandem ein Glas ins gesicht, er kam aber nocheinmal mit einem "blauen Auge" davon, 500 Euro Schmerzensgeld, keine bleibenden Verletzungen. Bei dem Diebstahl erbeutete ich auf Schützenfest ein Portmonai, 60 Euro Inhalt, ich habe mich bereits bei dem Betroffenen entschuldigt, man kennt sich im Dorf. Das Portmonai hat er auch wieder. Ich zog es ihm aus der Tasche an dem besagten Abend. Bei dem Gerichtsurteil liegen Sie richtig. So stand es im Beschluss. Die Therapie begann ich erst nach dem Diebstahl und sie läuft bis jetzt gut.

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.07.2008 | 11:09

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

nach Ihrer Schilderung von Einzelheiten der beiden Straftaten gehe ich davon aus, dass keine Jugendstrafe OHNE Bewährung verhängt werden wird. Die Wahrscheinlichkeit für eine andere Entscheidung halte ich für sehr gering. Sie haben aber meines Erachtens auch gute Chancen, dass es überhaupt nicht zu einer nachträglichen Jugendstrafe kommt. Sehr wichtig ist nun allerdings, dass Sie die nach dem Diebstahl begonnene Therapie auch abschließen.

Wegen des Diebstahls müssen Sie ganz sicher nicht mit einer Freiheitsstrafe rechnen. Hier kommt allenfalls eine (geringe) Geldstrafe in Betracht. Auch eine Einstellung des Verfahrens ist nicht ausgeschlossen, weil 60,- € nicht sehr viel sind und Sie das Portemonnaie zurückgegeben haben. Auch die Entschuldigung ist natürlich sehr positiv.

Fazit: Nach Ihrer Schilderung wird es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht zu einer Verurteilung zu einer Jugendstrafe/Freiheitsstrafe ohne Bewährung kommen. Auch eine nachträgliche Jugendstrafe ist nicht unbedingt wahrscheinlich. Eine Verlängerung der Bewährungszeit ist allerdings gut möglich.

Ich bleibe aber dabei, dass Sie dennoch anwaltlichen Rat in Anspruch nehmen sollten, sobald es wegen des Diebstahls zu einem Strafverfahren kommt oder wegen der alten Körperverletzung eine neue Hauptverhandlung stattfinden sollte. Im letzteren Fall haben Sie wahrscheinlich auch Anspruch auf Beiordnung eines Pflichtverteidigers.

Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte und wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen

Björn Cziersky-Reis
Rechtsanwalt

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