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Welchen Unterhaltsanspruch hat mein Kind und ich?

| 27.05.2008 12:08 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Ich habe mich vor einem Monat von meinem Partner getrennt, mit dem ich ein Kind habe, dieses Jahr wird es ein Jahr alt. Mit dem Kindsvater bin ich nicht verheiratet, habe aber mit ihm 6 Jahre zusammengelebt. Der Kindsvater ist geschieden seit 2002 und hat aus erster Ehe 2 Kinder, 11 und 15 Jahre alt. Die Exfrau arbeitet seit Geburt des ersten Kindes nicht mehr. Diese Ehe hielt 10 Jahre.
Der Kindsvater hat einen Firmenwagen und hat im Mai eine Jahresprämie bekommen.
Bruttogehalt 6000€,
Gw Vorteil (20 km) 290€
Gw Vorteil (PKW Wert) 484€
Jahresprämie 41800€ brutto

Er hat ein monatliches Nettogehalt von 2800€,
diesen Monat sind es aufgrund der Prämie 26.000€.
Macht ein Jahresnetto von 56.800€.

Ich habe vor der Geburt des Kindes Vollzeit gearbeitet mit einem Nettogehalt von 1900€.
Meine bisherige Tatigkeit kann ich aufgrund der Kindesbetreuung nicht mehr ausüben.

Welchen Unterhaltsanspruch hat mein Kind und ich?
Wie sieht die Höhe des Unterhalts aus, wenn die Exfrau arbeitet oder nach der neuen Regelung keinen Anspruch mehr auf Unterhalt hat?
Ist der Anspruch der Kinder in die Stufe 9 der Düsseldorfer Tab einzuordnen?

Sehr geehrte Ratsuchende,

die Einstufung in die Düsseldorfer Tabelle richtet sich nach dem bereinigten Nettoeinkommens des Vaters.

Nach Ihren Angaben kann nur eine grobe Einschätzung erfolgen. Zum einen ist zu prüfen, wie sich das monatliche Nettoeinkommen errechnet. Bei dem von Ihnen angegebenen Bruttoeinkommen in Höhe von 6.000,00 EUR wird der Vater gesondert Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung zahlen müssen. Zu klären wäre daher, ob dieses bei dem genannten Nettoeinkommen schon berücksichtigt worden ist.

Bei meiner überschlägigen Berechnung habe ich den gesonderten Abzug vorgenommen, so dass nach Abzug der Berufspauschale und geschätztem Beitrag in Höhe von 500,00 EUR ein Einkommen in Höhe von 4.133,33 EUR verbelibt. Insofern ist die Einstufung in die Gruppe 8 vorzunehmen. Ist der Abzug der Beiträge bereits in dem genannten Nettoeinkommen breits berücksichtigt, erfolgt die Einstufung in die Gruppe 9 der Düsseldorfer Tabelle. Allerdings kann eine Herabstung in Betracht kommen, da der Vater mehreren Peronen zum Unterhalt verpflichtet ist.

Nach der Gruppe 9 beträgt der Kindesunterhalt unter Anrechnung des Kindergeldes 325,00 EUR; in der Gruppe 9 348,00 €.

Sie haben ebenfalls einen Unterhaltsanspruch gegenüber dem Vater. Dieser richtet sich nach Ihrem Bedarf, der sich wiederum nach Ihrem Einkommen vor der Geburt des Kindes richtet. Hierauf wären aber Elterngeldleistungen, die 300,00 EUR übersteigen, anzurechnen.

In welcher Höhe Ihnen ein Anspruch zusteht, hängt vom Anspruch der geschiedenen Ehefrau ab. Dazu muss geklärt werden, in welcher Höhe diese überhaupt einen Anspruch hat. Nach der Neuregelung ab 2008 könnte an einem Anspruch Zweifel bestehen, da die Frau möglicherweise auf eine Erwerbstätigkeit verwiesen werden könnte. Möglicherweise gibt es aber auch einen Unterhaltstitel, der eine monatliche Zahlung bereits festlegt.

Sollte die Prüfung ergeben, dass die Frau wegen der Betreuung der Kinder noch einen Unterhaltsanspruch hat, wären Sie und die geschiedene Frau gleichrangig zum Unterhalt berechtigt. Dann müsste für beide der Unterhalt berechnet werden.

Hat die Frau jedoch keinen Unterhaltsanspruch mehr, besteht dann überschlägig ein Anspruch in Höhe des genannten Bedarfes, jedoch immer begrenzt durch den sogeannten Halbteilungssgrundsatz, so dass bei Einstung der Kinder in Gruppe 9 ein Anspruch in Höhe von ca. 1.200,00 EUR bestehen könnte.

Meine Ausführungen ersetzen aber keine eingehende Berechnung, die hier allein schon bei der Einkommensermittlung notwendig ist. Sie können daher nur als grober Anhaltspunkt gesehen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 27.05.2008 | 16:38

Danke schonmal für die Antwort, ich hätte meine Angaben wohl detaillierter machen müssen. Vom angegebenen Netto des Vaters sind bereits KV und PV abgezogen.
Da unser Kind nächste Woche ein Jahr alt wird, bekomme ich ab dann auch kein Elterngeld mehr. Entsprechend möchte ich meinen Unterhaltsanspruch ab dem Zeitpunkt wissen.
Bezüglich der geschiedenen Frau habe ich keinerlei Informationen, mein Expartner verweigert bezüglich dieses Themas jede Antwort. Ich weiß nichts von einem Titel, es ist damals im Zuge der Scheidung eine Unterhaltshöhe festgesetzt worden, vom wem weiß ich nicht. Es gibt keine Unterlagen. Es ist auch möglich, dass hier etwas "unter der Hand" vereinbart worden ist.
Ich weiß auch nicht, ob die geschiedene Frau wieder arbeitet.
Laut meinem Expartner wollte sie sich einen Job suchen, genaues weiß ich nicht, er behauptet, er wisse auch nichts.
Er will sich jetzt ohne Anwalt mit mir einigen, daher reicht mir
hier ein grober Überschlag bezüglich meines Anspruchs.Die o.g. Anspruchshöhe von ca. 1200€ bei Einstufung der Kinder in Gruppe 9 wäre also grob für mich realistisch? Hinzu käme dann noch der Anspruch des Kindes von 325€? Ist hier das hälftige Kindergeld bereits abgezogen?
Da mein Partner jegliche Information hinsichtlich der geschiedenen Frau verweigert würde eine eingehende Unterhaltsberechnung sehr schwierig und langwierig werden.
Wenn es nicht anders geht, muss es eben sein, aber wenn ich mich
mit ihm irgendwie halbwegs einigen kann, bin ich nur froh.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.05.2008 | 09:50

Sehr geehrte Ratsuchende,

der Kindesunterhalt beträgt in der Gruppe 9 348,00 €. Das hälftige Kindergeld ist bereits abgezogen worden. In der Gruppe 8 ( wenn man eine Herabstufung wegen der Anzahl der Unterhaltsberechtigten annimmt) beträgt der Kindesunterhalt 325,00 € ebenfalls bereits nach Abzug des hälftigen Kindergeldes. Beide Beträge sind also die Zahlbeträge.

Lässt sich der Vater also auf die Einstufung in Gruppe 9 ein, hat er für das Kind 348,00 € zu zahlen.

Darüberhinaus haben Sie den Anspruch auf Ihren Unterhalt. NUR wenn die geschiedene Frau keinen Anspruch mehr wegen Kindesbetreuung hat, ergibt sich der in der Antwort genannte Betrag nach grober Einschätzung. Nachdem Sie nun klargestellt haben, dass die Abzüge bereits im Nettoeinkommen berücksichtigt waren, würde sich der Anspruch sogar noch auf ca. 1.400,00 € erhöhen.

Da der Vater keine Angaben zum Unterhaltsanspruch der geschiedenen Frau macht, sollten Sie bei der Verhandlung auch von keinem Anspruch ausgehen und Ihre Ansprüche gemäß meinen Ausführungen geltend machen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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