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Umstellung Arbeitszeit 5-6 Tage Woche

17.04.2008 13:42 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo

eine bekannte arbeitet als Zahnmedizinische Fachangestellte.

42,5 Std. Woche, 5 Arbeitstage die Woche

Nun hat ihr Chef beschlossen dass alle eine 6 Tage Woche machen sollen, und die somit entstehenden Überstunden mit einem Stundenlohn vergütet werden sollen.

Muss Sie sich dieser "absurden" Änderung beugen, und nun jeden Samstag arbeiten?

Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes nunmehr wie folgt beantworten möchte:

Die Einführung einer 6-Tage-Woche betrifft zum einen die Lage der Arbeitszeit (Verteilung der Arbeitszeit auf einzelne Wochentage) sowie die konkret geschuldete Dauer der Arbeitszeit (Veränderung der 42,5 Std-Woche). Des Weiteren dürfte auch die Vergütungsabrede hiervon betroffen sein.

Grundsätzlich legt der Arbeitsvertrag die Arbeitsbedingungen (Arbeitszeit, Arbeitsvergütung, Möglichkeit der Anordnung von Überstunden) fest. Ebenfalls können Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge Regelungen hierzu treffen.
Aufgrund Ihrer Angaben gehe ich davon aus, dass wahrscheinlich kein Betriebsrat und damit auch keine Betriebsvereinbarung besteht. Einen bundesweiten Manteltarifvertrag für zahnmedizinische Fachangestellte gibt es nach meinem Kenntnisstand nicht. Dementsprechend dürften allein die arbeitsvertraglichen Abreden ausschlaggebend sein. Diese Regelungen kann der Arbeitgeber durch Ausübung seines Weisungsrechts nach billigem Ermessen konkretisieren. Je enger eine Regelung jedoch bereits ist und je weniger Auslegungsraum sie zulässt, desto weniger Möglichkeiten hat der Arbeitgeber, die Arbeitsvertragsbedingungen einseitig zu ändern. Mithin müsste der Arbeitsvertrag Ihrer Bekannten diese Anpassung durch Auslegung oder durch die Regelung eines Änderungsvorbehaltes ermöglichen. Anderenfalls hat der Arbeitgeber nur die Möglichkeit einer einvernehmlichen Vertragsänderung oder Änderungskündigung.

Der vollständigkeithalber möchte ich darauf hinweisen, dass auch die arbeitsschutzrechtlichen Rahmenbedingungen des ArbZG vom Arbeitgeber zu beachten wären. Verfügt der Betrieb über ein Betriebsrat, hätte dieser darüber hinaus ein Mitbestimmungsrecht gemäß § 87 Abs. 1 Nr. 2,3 BetrVG .

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben konnte. Eine weitergehende Beurteilung ist mangels Kenntnis des Vertragstextes bedauerlicherweise nicht möglich.

Abschliessend möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass durch das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben die rechtliche Beurteilung des Sachverhalts anders ausfallen kann. Im Rahmen dieses Forums kann stets nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts erfolgen.

Im Falle von Unklarheiten machen Sie bitte von der kostenlosen Nachfragefunktion Gebrauch.

Mit freundlichen Grüßen

Miriam Helmerich
Rechtsanwältin

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