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Studentenvisum mit einer Arbeitszeitbegrenzung, möchte unbefristete Aufenthaltserlaubnis

21.03.2008 22:44 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Maximilian A. Müller


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin am 20.09.1985 in Russland geboren. Seit 1992 wohnte ich in Deutschland, besuchte dort die deutsche Grundschule ab der 2. Klasse. Das Schuljahr 1998/1999, also die 9. Klasse, absolvierte ich im Fuerstentum Monaco (EU). Anschliessend zog ich wieder nach Deutschland (Bayern), wo ich 2003 mein Abitur bestand und nun mein Studium an der LMU absolviere. Von 1992 bis zum Jahre 2003 hatte ich eine befristete Aufenthaltsgenehmigung. Diese befristete Aufenthaltsgenehmigung wurde mir erteilt, da meine Mutter mit einem deutschen Staatsbuerger verheiratet ist und unsere Familie in Deutschland lebte. 2003 zog meine Mutter mit ihrem Ehemann aus beruflichen Gruenden nach Moskau und beabsichtigt, im naechsten Jahr nach Auslauf ihrer Arbeitsvertraege in die EU zurueckzukehren. Mit Verlassen meiner Familie im Jahre 2003 wurde mir keine befristete Aufenthaltsgenehmigung erteilt, sondern eine Aufenthaltserlaubnis nach Paragraph 16.
Mein leiblicher Vater lebt und arbeitet in den USA.
In der Familie meines deutschen Stiefvaters lebe ich seit dem Jahre 1992; ich war damals 7 Jahre alt, im deutschen Kulturkreis und habe folglich keinerlei soziale Bindungen zu Russland. Die russische Sprache beherrsche ich nur bruchstueckhaft, im Weiteren ist mir Russland kulturell und sozial fremd.
An Sie, sebr geehrte Damen und Herren, habe ich folgende Fragen:
1.Welche rechtlichen Moeglichkeiten habe ich nun, wenigstens wieder eine befristete oder gar eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis zu bekommen? Diesen Status moechte ich erwirken, da mich das Studentenvisum mit einer Arbeitszeitbegrenzung von 90 Tagen im Jahr, sowie dem Verbot zur selbststaendigen Erwerbstaetigkeit massiv in meinen Lebensumstaenden einschraenkt.
2. Auf welcher rechtlichen Grundlage wurde mir ein Studentenvisum erteilt, obwohl ich in Deutschland aufgewachsen bin und warum wurde meine befristete Aufenthaltsgenehmigung zu Beginn meines Studiums nicht verlaengert?

Mit freundlichen Gruessen!

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Frage. Diese kann ich auf der Grundlage Ihrer Schilderungen wie folgt beantworten:

1.
Derzeit verfügen Sie nach Ihren eigenen Angaben über eine Aufenthaltserlaubnis nach § 16, das heißt eine Aufenthaltserlaubnis zur Durchführung des Studiums. Hierbei ist die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit relativ weitgehend eingeschränkt.

Solange Ihre Mutter sowie Ihr Stiefvater noch in Deutschland wohnten war Ihnen aller Voraussicht nach eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke des Familiennachzuges erteilt worden. Diese war unbeschränkt.

a.
Diese Möglichkeit haben SIe leider derzeit nicht mehr. Die §§ 27 ff. AufenthG, die die Aufenthaltsgenehmigungen zum Zwecke des Familiennachzuges regeln, setzen voraus, dass Ihre Mutter sich auch tatsächlich in Deutschland aufhält. Sonst würde ein "Familiennachzug" natürlich auch kein Sinn machen.

b.
Allerdings wird gemäß § 34 II eine Aufenthaltserlaubnis eines Kindes, die aufgrund des Familiennachzuges gewährt wurde, mit der Volljährigkeit des Kindes in eine vom Familiennachzug unabhängige Aufenthaltserlaubnis umgewandelt. Warum dies in Ihrem Fall nicht geschehen ist, kann leider von hier aus nicht gesagt werden. Grundsätzlich spricht jedoch aus meiner Sicht einiges dafür, dass Ihnen hier eine entsprechende AUfenthaltserlaunbnis hätte gegeben werden müssen und dies möglicherweise auch jetzt nachgeholt werden kann.

Möglicherweise hätte Ihnen sogar eine Niederlassungserlaubnis nach § 35 AufenthG ausgestellt werden müssen. Um dies abschließend zu überprüfen, wäre jedoch der genaue Ablauf Ihrer bisherigen "Geschichte" einer eingehenderen Prüfung zu unterziehen, was im Rahmen dieses Forums leider nicht geleistet werden kann.

c.
Gemäß § 18 kann eine (unbeschränkte) Aufenthaltserlaubnis des Weiteren zur Aufnahme einer Beschäftigung erteilt werden. Hierbei findet jedoch eine Prüfung des Arbeitsmarktes statt, auch ist dieser Aufenthaltstitel solchen Personen vorbehalten, deren Hauptzweck des Aufenthalts auf der Arbeit liegt. Da Sie in erster Linie jedoch Studentin sind, scheint eine Aufenthaltserlaubnis nach § 18 nur schwer möglich zu sein.

d.
Da Sie bereits seit vielen Jahren in Deutschland leben ist grundsätzlich auch daran zu denken, eine "Niederlassungserlaubnis" erlaubnis zu beantragen, § 9. Hierbei handelt es sich um einen unbeschränkten und dauerhaften Aufenthaltstitel. Allerdings setzt dieser u.a. voraus, dass Sie 60 Monate zur Rentenversicherung geleistet haben und Ihr Lebensunterhalt gesichert ist. Ob dies bei Ihnen der Fall ist, kann von hier aus nicht beurteilt werden. Da Sie Studentin sind, ist es jedoch wohl fraglich, ob Sie diese Voraussetzungen bereits jetzt erfüllen.


II.
Da Sie bereits seit vielen Jahren in Deutschland leben und nach Ihren Ausführungen kaum Kontakt zu Ihrer russischen Herkunft haben, könnten SIe auch überlegen, ob Sie zu gegebener Zeit die Einbürgerung beantragen. Da dies nicht GEgenstand Ihrer Frage war, möchte ich mich auf diesen Hinweis beschränken. Hierüber können Sie sich sicherlich bei der Ausländerbehörde noch weiter informieren.


III.
Abschließend würde ich Ihnen daher empfehlen, sich zunächst noch einmal mit der für Sie zuständigen Behörde zu verständigen und dort auf eine Lösung und die Ausstellung einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis zu drängen. Hierbei können SIe auf obige Argumente zurückgreifen und insbesondere schildern, dass Sie seit mehreren Jahren in Deutschland leben und hier Ihre Heimat ist. Sofern es hierbei zu keiner Lösung kommen sollte, wäre es hilfreich, wenn Sie einen Kollegen mit Kenntnisses der örtlichen BEhörden mit der weiteren INteressenwahrnehmung beauftragen würden. Dieser könnte dann die vorhandene Verwaltungsakte einsehen und damit auch genauen Sachverhalt ermitteln und die weiteren erforderlichen Schritte unternehmen. Hierdurch würden allerdings weitere Kosten entstehen.

IV.
Bitte beachten Sie, dass diese Antwort auf der Grundlage Ihrer Schilderungen erfolgt ist und daher nur einen ersten Überblick geben kann. Eine abschließende Stellungnahme setzt stets die Kenntnis des gesamten Sachverhaltes sowie sämtlicher UNterlagen voraus.

Ich hoffe, Ihnen dennoch weitergeholfen zu haben und stehe selbstverständlich weiterhin im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion weiter zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Maximilian A. Müller, Rechtsanwalt
Rechtsanwaltskanzlei Dr. Seither

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