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Der Erzeuger hat nun vor, gerichtlich ein Umgangsrecht zu 'erzwingen', hat er dazu die Möglichkeit?

06.03.2008 09:26 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Guten Tag,

ich bin seit 16 Jahren verheiratet,wärend dieser Ehe ist aus einer länger andauernden Affäre ein Kind entstanden.
Mein Mann und ich haben uns gemeinsam dazu entschieden das Kind zu bekommen.Mein Mann ist der gesetzliche Vater.Das Kind ist inzwischen 7 Jahre alt. Bis vor ein paar Monaten hatte der Erzeuger die Möglichkeit des Umgangs mit dem Kind.
Da die Situation durch Einmischungen in unser Familienleben,Beleidigungen,Vorhaltungen,Manipulationsversuchen etc. von Seiten des Erzeugers immer unerträglicher wurde,unsere Ehe sowie das Familienleben darunter litt, haben mein Mann und ich uns nach langem Für und Wider,für einen Kontaktabbruch zum Erzeuger entschieden,der jetzt seit Dez.07 besteht.

Der Erzeuger hat nun vor, gerichtlich ein Umgangsrecht zu "erzwingen".Meine Frage ist, hat er dazu die Möglichkeit?
Kann es passieren, dass wir gegen unseren Willen ein Umgangsrecht gewähren müssen?

Vielen Dank im Voraus.
Mit freundlichen Grüssen !

Sehr geehrte Ratsuchende,

der Erzeuger kann versuchen einen Umgangsrechtsanspruch gemäß § 1685 Abs. 2 BGB gerichtlich durchzusetzen.

In § 1685 BGB heißt es wie folgt:

(1) Großeltern und Geschwister haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient.

(2) Gleiches gilt für enge Bezugspersonen des Kindes, wenn diese für das Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben (sozial-familiäre Beziehung). Eine Übernahme tatsächlicher Verantwortung ist in der Regel anzunehmen, wenn die Person mit dem Kind längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft zusammengelebt hat.

(3) § 1684 Abs. 2 bis 4 gilt entsprechend


Voraussetzung für die Durchsetzung eines Anspruches ist demnach, dass der Erzeuger überhaupt einmal mit dem Kind in einer sozial-familiären Beziehung gelebt hat. Dieses ist nach Ihrer Schildung nie der Fall gewesen. Auch ist nicht ersichtlich, dass der Erzeuger, über die Kontakte hinaus, jemals eine Verantwortung für das Kind übernommen hat.

Somit spricht viel dafür, dass ein Umgangsrecht nicht durchgesetzt werden kann. So hat das OLG Karlsruhe 2 UF 206/06 entschieden, dass einem Erzeuger kein Umgangsrecht einzuräumen ist, wenn dieser keine enge Bezugsperson zum Kind ist. Das OLG hat dazu weiter ausgeführt, dass in dem zu entscheidenden Fall der Antrag nicht dem Erhalt einer sozial-familiären Beziehung diene, sondern sogar die Gefahr der Störung der familiären Beziehung der Kinder in sich berge.

Darauf können Sie sich meines Erachtens auch berufen, wenn durch den Kontakt, die jetzige Familie erheblich belastet wird und ein Umgang somit nicht mehr dem Kindeswohl entspricht, sondern diesem vielmehr zu wider laufen würde.

Dennoch kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass ein Gericht die Einschätzung anders vornimmt und hier trotzdem eine enge Bezugspersonenbindung annimmt. Das wird im Einzelnen auf die bisherige Handhabe und Ausgestaltung desn Umgangsrechts ankommen. Auch wird das Kindeswohl eine wesentlich Rolle spielen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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