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Wohnung der Verstorbenen

02.03.2008 18:54 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Sehr geehrte Damen und Herren!

Meine Mutter (Witwe seit 32 Jahren) ist vor 1 Jahr (27.02.07) verstorben.
Sie hat eine Wohnung in einem 3 Parteien Haus bewohnt. 1 Wohnung bewohnt
noch eine Schwester von mir. 1 Wohnung ist vermietet und die Wohnung von
meiner Mutter ist leerstehend. Meine Mutter hat das Haus schon vor Jahren
per Schenkung meinen beiden Schwestern übertragen.

Wir sind eine Erbengemeinschaft von 3 Personen. Ich und meine beiden Schwestern.

Meine Schwestern sind der Auffassung, dass ich bis zur Auflösung des Nachlasses
sämtliche Kosten mitzutragen habe. Also auch z.B. Reinigung, Handwerker und
Nebenkosten der Wohnung meiner Mutter. Die Nebenkosten erhalten natürlich meine
Schwestern. Miete verlangen sie keine.

Aufgrund meiner Körperbehinderung (Rollstuhlfahrer) komme ich nicht in das Haus
bzw. in die Wohnung meiner Mutter, da es in keiner Weise behindertengerecht ist.
Deshalb kann ich auch beim Ausräumen der Wohnung nicht helfen. Mehrmals habe ich
meinen Schwestern einen Entrümpler vorgeschlagen, der die brauchbaren Gegenstände
aus dem Haushalt anrechnet, dies wollen sie nicht. Meine Schwestern sagen – dies
wäre nicht im Sinne unserer Eltern.

Das Haus ist ca. 50 Jahre alt, erheblich Renovierungbedürftig. Selbst meine
Schwestern sind der Meinung, dass das Haus und der Grund verkauft werden muss.

Welche Kosten muss ich zu 1/3 mittragen und wielange?

Danke für die Antwort.

MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

mit dem Erbfall geht das Vermögen als Ganzes auf die Erben über; § 1922 BGB. Das heißt, alle vom Erblasser eingegangenen Verpflichtungen sind grundsätzlich von der Erbengemeinschaft zu erfüllen.

1.
Die durch die Auflösung der Wohnung anfallenden Kosten sind daher grundsätzlich von der Erbengemeinschaft gemeinsam, im Ausgleich innerhalb der Erbengemeinschaft für jeden einzelnen entsprechend der Quote, zu tragen. Dazu gehören z. Bsp. die Kosten der Räumung der Wohnung und die angefallenden Nebenkosten. Dazu gehören grundsätzlich auch die Kosten für die Verwaltung des Nachlasses. Inwieweit darüber hinaus die Kosten für Reinigung und Handwerker von der Erbengemeinschaft zu übernehmen sind, hängt vom Vertrag zwischen den Eigentümern der Wohnung und dem Erblasser ab.

Hätte Ihre Mutter die Kosten auch bei einem Auszug tragen müssen, ist auch die Erbengemeinschaft grundsätzlich dazu verpflichtet die Kosten zu tragen, z. Bsp. Ausführen von Schönheitsreparaturen. Die Kosten, die Ihre Mutter bei einem Auszug nicht hätte übernehmen müssen, sind auch nicht von der Erbengemeinschaft zu tragen.

Sie sollten daher die vertraglichen Vereinbarungen zwischen Ihrer Mutter und Ihren Schwestern dahingehend überprüfen (lassen), ob die Übernahme aller Kosten vereinbart worden war.

Die zu übernehmenden Kosten sind von der Erbengemeinschaft so lange zu tragen, wie diese sich nicht auseinandergesetzt, d.h. durch Teilung des Nachlasses aufgelöst, hat. Die Auseinandersetzung kann grundsätzlich jeder Erbe jederzeit verlangen.

2.
Von hier kann jedoch nicht eingeschätzt werden, ob Sie einen Anspruch darauf haben, dass der kostengünstigste Weg der Räumung, insbesondere die Beauftragung eines Entrümplers, gewählt wird. Dies ist von verschiedensten Faktoren abhängig, wie z. Bsp. letzter Wille des Erblassers, gesellschaftlich Stellung des Erblassers, Höhe der Kostendifferenz etc.

3.
Darüber hinaus sollten Sie prüfen (lassen) inwieweit Sie Pflichtteilsergänzungsansprüche hinsichtlich der Schenkung des Hauses gegen Ihre Schwestern haben.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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