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Erbengemeinschaft: Stiefmutter weigert sich, mir meinen Anteil zu geben

26.02.2008 22:24 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Fall, mein Vater ist im Januar diesen Jahres verstorben, seither stehe ich gemeinsam mit meiner Stiefmutter je zur Hälfte des gesammten Nachlasses in einer Erbengemeinschaft.

Zum geerbten gehört zum einen ein Haus mit Grundstück (Wert 320.000€, abzüglich Kredit im Wert von 49.000€ –Kredit läuft erst nächstes Jahr aus ). Haus ist etwas älter, müsste viel gemacht werden. Zum anderen eine Lebensversicherung (Wert 9.000€ ) ein Fonds Bausteinkonto ( Wert 22.000€) und Barvermögen ( Wert 8.000€ ), meine Stiefmutter hat je die Vollmacht.

Situation: Stiefmutter und ich leben momentan gemeinsam im geerbten Haus, da ich aber aus persönlichen Gründen nicht dort wohnen bleiben möchte, werde ich zum 1.05.08 in eine Mietswohnung umziehen. Stiefmutter allerdings besteht auf ihr recht dort wohnen zu bleiben, ich aber würde gerne verkaufen.
Nun zu meinen Fragen;

1. Welche Kosten müsste ich weiterhin für das Haus tragen und vorallem, wie lange wäre ich verpflichtet diese zu tragen, wenn wir nicht bald eine Einigung finden?

2. Gehören Lebensversicherung und Fonds auch zum Nachlass?

3. Wie könnte ich meinen Anteil am besten Geltend machen? Meine Stiefmutter weigert sich (da sie Vollmacht über alle Konten und Fonds besitzt) mir meinen Anteil zu geben, noch möchte sie sich mit mir auseinandersetzen!

Da ich mich nicht in Schulden stürzen möchte und wenig Ahnung von Erbrecht habe würde ich mich freuen, wenn Sie mich über meine rechtliche Situation aufklären könnten.

Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Fragen unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt:

Vorausschicken muss ich, dass diese Plattform lediglich eine erste Orientierung gewährleisten kann und keine umfangreiche Rechtsberatung ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann sich die rechtliche Beurteilung anders gestalten.

Dieses vorausgeschickt kann ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

zu 1:

Für Nachlassverbindlichkeiten (dazu gehört auch der Kredit) haftet die Erbengemeinschaft bzw. die einzelnen Miterben als Gesamtschuldner, und zwar vom Grundsatz her so lange, bis die Erbengemeinschaft sich auseinandergesetzt hat.

zu 2:

Bei der Lebensversicherung kommt es darauf an, ob eine Bezugsperson für den Todesfall bestimmt wurde. Wurde eine Person als Bezugsperson bestimmt, gehört die Lebensversicherung nicht zur Erbmasse. Vielmehr wird die Lebensversicherung als "Vertrag zugunsten Dritter" an die Bezugsperson ausbezahlt.

Wurde gar keine Bezugsperson angegeben, fällt die Lebensversicherung ganz normal in die Erbmasse.

Wurden allgemein "die Erben" als Bezugsperson angegeben, so erhalten die Erben die Lebensversicherung anteilig nach Ihrem Erbteil. Diese Besonderheit ergibt sich aus dem Versicherungsgesetz.

Die Fonds gehören meines Erachtens ganz normal zur Erbmasse.


zu 3:

Jeder Erbe kann jederzeit die Erbauseinandersetzung verlangen. Weigert sich ein Miterbe, sich über das Erbe auseinanderzusetzen, dann käme es ggf. zu einer Zwangsversteigerung des Grundstücks und zur entsprechenden Aufteilung des Erlöses. Dies ist aber rein wirtschaftlich betrachtet die schlechteste Lösung, da im Rahmen einer Zwangsversteigerung kaum der tatsächliche Wert der Immobilie erreicht werden kann.

Vorweg kann auf Antrag auch über das Nachlassgericht ein Vermittlungsverfahren durchgeführt werden, was zu einer gütlichen Einigung führen soll. Dies ist in der Praxis auch recht häufig erfolgreich, vor allem, wenn die Miterben die wirtschaftliche Bedeutung einer Zwangsversteigerung realisieren.


Insgesamt muss sich im Rahmen dieser Auseinandersetzung aber nicht nur über die Immobilie, sondern auch über das sonstige Vermögen auseinandergesetzt werden. Es wäre daher sinnvoll, gemeinsam mit Ihrer Schwiegermutter eine entsprechende Auseinandersetzungsvereinbarung zu treffen, notfalls mit Hilfe einer Vermittlung über das Nachlassgericht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben. Gerne stehe ich Ihnen für eine Rückfrage im Rahmen der Nachfragefunktion zur Verfügung oder natürlich auch für eine weitergehende Interessenvertretzung.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Aust
Rechtsanwalt




Rückfrage vom Fragesteller 27.02.2008 | 00:03

Vielen dank für Ihre schnelle antwort.

zu 1. Welche laufenden Kosten müsste ich denn weiterhin tragen wenn ich ausgezogen bin? Gehören dazu auch Strom, Abwasser etc..,oder nur Grundsteuer, Kredit und Versicherung des Hauses?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.02.2008 | 10:37

Sehr geehrter Fragesteller,

hinsichtlich Ihrer Nachfrage ist zu sagen, dass Sie gegenüber außenstehenden Dritten (also Stadtverwaltung, Finanzamt, Energiekonzerne etc) als Mitglied der Erbengemeinschaft für alle Kosten haften müssen. Jedenfalls hinsichtlich der verbrauchsabhängigen Kosten haben Sie aber meines Erachtens - sofern Sie als Gesamtschuldner in die Pflicht genommen weren - einen internen Erstattungsanspruch gegen den tatsächlichen Nutzer.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Aust
Rechtsanwalt

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