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Scheidung Haus und Wohnrecht der Mutter

11. Juni 2021 09:24 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

Es geht um Folgenden Sachverhalt:

Ich möchte mich von meiner Frau trennen, wir haben 3 gemeinsame Kinder und ein Kind, dass sie in die Ehe mitgebracht hat. Da ich im Zuge der Trennung in eine andere Stadt ziehen möchte, bleibt nun die Frage was mit meinem Haus (Alleineigentümer) passiert.

Meine Mutter hat ein Lebenslanges Wohn- und Niesbrauchrecht, da ich mir vor der Ehe Privat Geld für die Renovierung des Hauses geliehen habe. Das Wohn- und Niesbrauchrecht dient dabei als Sicherheit für meine Mutter. Nun möchte meine Mutter nach meinem Auszug Ihr Recht in Anspruch nehmen, dabei möchte Sie aber meine noch Frau nicht im Haus haben. Wie verhält es sich dabei Rechtlich?

Da noch Kreditraten zu Zahlen sind und ich auch Miete bezahlen muss, in der neuen Stadt, ist die Frage wie es sich dann Finanziell für mich verhält. Die Raten für das Haus liegen bei gesamt 1200 Euro Monatlich, die neue Wohnung würde mich 2140,00 Euro kosten. Ich habe ein Nettoeinkommen in höhe von 4960,00 Euro.

Ich danke für Ihre Antwort.

11. Juni 2021 | 10:18

Antwort

von


(763)
Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst einmal sind einerseits Ihre Rechte als Alleineigentümer des Familienhauses und andererseits die Rechte Ihrer Mutter als Wohnrechts- / Niebrauchsberechtigte zu unterscheiden.

Sie selbst werden zumindest für die Trennungszeit den Auszug Ihrer Ehefrau im Streitfall nicht erzwingen können. Das Haus behält für das Trennungsjahr grundsätzlich den Status als Familienheim und steht insofern unter einem besonderen Schutz. Das Eigentum allein ist deshalb nicht entscheidend. Sie sollten also möglichst Ihrer Ehefrau davon überzeugen, sich in den nächsten Monaten nach einer neuen Wohnung umzusehen und freiwillig auszuziehen.

Gelingt dies nicht, sollten Sie mit Einleitung einer Scheidungsverfahrens die Herausgabe einfordern und mit Rechtskraft der Scheidung können Sie diese dann auch notfalls gerichtlich durchsetzen.

Unterhaltsrechtlich ist die Gewährung von Wohnraum dann natürlich zu berücksichtigen bzw. können Sie die Kreditlasten dann von Ihrem Einkommen in Abzug bringen.

Finanziell wird es allerdings insbesondere aufgrund Ihrer Angabe zur neuen Miete in der anderen Stadt sehr eng. Bitte beachten Sie, dass eine Unterhaltspflicht gegenüber Ihren Kindern besteht. Diese Unterhaltspflicht ist vorrangig zu befriedigen. Sie könne zwar die Kreditlasten für das Familienheim, nicht aber zusätzlich auch Ihre eigene Miete in Abzug bringen. Selbst wenn man Ihr Einkommen auch etwa 3.500,- EUR bereinigt müssen Sie mit einer Unterhaltsverpflichtung ( ohne nun das Alter de Kinder zu kennen ) von 1.100 - 1.300 EUR monatlich rechnen.

Dazu können noch Ansprüche Ihrer Ehefrau auf Trennungsunterhalt kommen, je nachdem wie sich Ihrer eigenen Einkommensverhältnisse darstellen. Die neue Miete werden Sie dann kaum noch aufbringen können.

Ihre Mutter kann grundsätzlich natürlich Ihr Wohnrecht in Anspruch nehmen. Wie schnell dies umsetzbar ist und ob dies unter Ausschluss der Nutzung Ihrer Ehefrau und Ihrer Kinder möglich ist, kann hier nicht abschließend beurteilt werden. Zunächst wäre wichtig, wie das Nießbrauchsrecht konkret ausgestaltet wurde, etwa ob sich dies auch bestimmte oder alle Räumlichkeiten des Hauses bezieht. Zudem besteht auch hier wieder ein gewisser Schutz des Familienheims, so dass eine Nutzung unter Ausschluß der Bewohner ebenfalls nur längerfristig durchsetzbar wäre.

Sie sollten als zunächst das Gespräch suchen und möglichst einen freiwilligen Umzug bewerkstelligen. Sofern dies auf Widerstand stößt, sollten Sie und Ihre Mutter auf jeden Fall Ihre Rechte als Alleineigentümer / Nutzungsberechtigte einmal schriftlich geltend machen. Weitere ggf. gerichtliche Schritte wäre dann zum Ablauf des Trennungsjahres hin geltend zu machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Sascha Steidel
Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

(763)

Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
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RECHTSGEBIETE
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