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angebliche Schulden / Erbe

27.04.2021 13:55 |
Preis: 70,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

im Frühjahr 2008 ist mein Onkel verstorben. Meine Mutter ( jetzt 80 ) hatte es damals versäumt, das Erbe auszuschlagen, denn sie hat die 6-wöchige Frist verstreichen lassen, dem Amtsgericht mitzuteilen, dass sie das Erbe nicht haben will. Somit hat sie das Erbe unwissentlich, automatisch angenommen. Die Witwe des Onkels, die wir gar nicht kennen, hatte das Erbe abgelehnt. Meine Mutter und auch ich hatten zu dem Onkel seit ungefähr 24 Jahren keinen Kontakt, denn ihr Bruder und sie waren zerstritten.

Nun vergingen 13 ( ! ) Jahre, in denen meine Mutter, bezüglich dieser Angelegenheit, keine Post erhalten hat. Also keine Zahlungsaufforderungen von Gläubigern, keine Post von Anwälten, keine Mahnbescheide, keine Post von Gerichten, Banken, Inkassofirmen, absolut nichts.

Letzte Woche kam ein Schreiben von einem Anwalt Ralf Heyl, der behauptet, dass mein Onkel Schulden bei der Postbank seit 2008 hatte. Laut den beigefügten Unterlagen existieren diese Schulden seit 2008 und jedes Jahr wurde es durch Zinsen mehr. Diese Uraltschulden hat er nun übernommen, und fordert von meiner Mutter jetzt über 5600 Euro. Zahlbar nicht mal bis Mitte Mai diesen Jahres.

Die Postbank ist seit 2008 nie an meine Mutter herangetreten, um irgendwelche finanziellen Forderungen zu stellen. Somit hatte meine Mutter keine Ahnung von den angeblichen Schulden gehabt. Das kann ich bestätigen, denn ich kümmere mich schon lange um ihre Post und sehe sie täglich durch. Somit hätte ich Kenntnis über irgendwelche Post, bezüglich dieser Angelegenheit.

Im Internet habe ich mich über diesen Rechtsanwalt informiert, der versucht zusammen mit der Postbank Uraltschulden einzutreiben, auch wenn die Ansprüche bereits verjährt sind. Ich habe über ihn jede Menge negative Beiträge gefunden.

Nun hätte ich gern von Ihnen erfahren, ob diese Forderungen rechtens sind, oder ob diese Schulden verjährt sind. Wie soll sich meine Mutter jetzt verhalten?
Für eine rechtssichere Antwort bin ich Ihnen dankbar.





27.04.2021 | 14:31

Antwort

von


(280)
Bosestraße 9
08056 Zwickau
Tel: 0375/35313120
Web: http://www.ra-lars-winkler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,


Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Zunächst sollte Ihre Mutter auch jetzt noch das Erbe umgehend ausschlagen. Die Frist zur Ausschlagung läuft gemäß § 1944 Abs. 2 BGB ab dem Zeitpunkt, zu dem man erfährt, dass man Erbe geworden ist. Nach Ihren Angaben gehe ich davon aus, dass Ihre Mutter nach der Ausschlagung der Witwe nicht vom zuständigen Nachlassgericht benachrichtigt wurde. Die Ausschlagung vor dem Nachlassgericht kostet bei einem überschuldeten Nachlass nur 30 €, die Wirksamkeit der Ausschlagung wird dabei nicht geprüft.

Es kann darüber hinaus sehr gut sein, dass die betreffenden Forderungen sowieso verjährt sind. Verbindlichkeiten gegenüber der Bank aus Darlehen und dergleichen verjähren in drei Jahren nach der Regelverjährungsfrist des § 195 BGB ab Entstehung des Anspruchs und Kenntnis des Gläubigers. Nach § 189 BGB gibt es eine Höchstfrist von zehn Jahren, nach der auch bei fehlender Kenntnis die Verjährung abläuft. Eine längere Verjährungsfrist als zehn Jahre, nämlich 30 Jahre, ist bei solchen Forderungen von Banken im Grunde nur denkbar, wenn diese tituliert sind. Genauere Angaben kann ich Ihnen hier nicht machen, dazu müsste man die Unterlagen im Detail einsehen. Es macht aber alle Mal Sinn, zunächst dem Rechtsanwalt gegenüber die Einrede der Verjährung bezüglich aller geltend gemachten Forderungen zu erheben. Nach einer derart langen Zeit sind die Ansprüche von Banken in aller Regel verjährt.

Selbst wenn die Forderungen nicht verjährt wären und eine Ausschlagung nicht mehr möglich wäre könnte man dem Gläubiger die Dürftigkeitseinrede des § 1990 BGB entgegenhalten. Diese greift, wenn der Nachlass zur Begleichung der Schulden nicht ausreicht. Dem Gläubiger kann man dann den gesamten Nachlass zur Verfügung stellen, um dessen Ansprüche zu befriedigen, haftet aber mit dem eigenen Vermögen nicht mehr. Auch das würde in diesem Fall Sinn machen.

Alles in allem sehe ich nach Ihren Angaben zunächst einmal gute Chancen, diese Forderungen vollständig abzuwehren. Das können Sie dem Rechtsanwalt außergerichtlich zunächst einmal auch so schreiben und einfach abwarten, was passiert. in dem Schreiben sollte auf die Ausschlagung des Erbes verwiesen werden, außerdem sollte man in jedem Fall die Einrede der Verjährung erheben, daneben auch die Dürftigkeitseinrede aus § 1990 BGB. Möglich wäre es natürlich auch, gleich anwaltliche Hilfe vor Ort in Anspruch zu nehmen, was aber natürlich mit Kosten verbunden ist.

Sofern die Postbank doch gerichtliche Schritte gegen Ihre Mutter unternimmt wäre es dann In jedem Fall geboten, sich dagegen aktiv zu wehren. Bei einem Streitwert über 5000 € vor dem Landgericht wäre dann ein Rechtsanwalt sowieso zwingend.

Über eine Bewertung mit 5,0 Sternen würde ich mich freuen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Lars Winkler

ANTWORT VON

(280)

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