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Jahre alte Inkasso-Briefe vom Gerichtsvollzieher-Briefe - Ignorieren oder nicht?

02.04.2021 17:32 |
Preis: 50,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Es geht um Opportunitätsfragen des Forderungsmanagements auf der Tatsachenebene.

Vor 9-10 Jahren habe ich einige Schulden angehäuft. Die Inkassobriefe und Gerichtsvollzieher-Schreiben stapelten sich.

Als sich meine finanzielle Situation vor ca. 2 Jahren verbesserte, zahlte ich jede Forderung ab, sobald ein neues Schreiben bei mir eintraf. Was ich nicht sofort zahlen kann, habe ich über Raten-Vereinbarungen geregelt, die alle pünktlich erfolgen. So weit so gut.

Nun habe ich heute durch meine alten Unterlagen gewühlt und dort noch einige Schreiben zu mehreren unterschiedlichen Sachverhalten gefunden, die bisher noch nicht beglichen wurden. Die letzten Schreiben (sowohl Inkasso als auch Gerichtsvollzieher) sind jedoch teils über vier Jahre her. Diese sind auch weder in der Schufa noch in zwei anderen Auskünften aufgeführt, wo ich eine Selbstauskunft beantragt habe. (Tatsächlich bin ich dort komplett "rein".)

Ich bin definitiv zahlungswillig und möchte komplett schuldenfrei sein, jedoch habe ich hier einige Fragen bezüglich der Vorgehensweise:

Sollte ich die Sachverhalte in die eigene Hand nehmen und den Kontakt herstellen, auch wenn teils seit mehreren Jahren keine neuen Schreiben bei mir eintrafen? Getreu dem Motto "Schlafende Hunde weckt man nicht". Oder sollte ich lieber nichts tun und erst reagieren, wenn eventuell neue Schreiben eintreffen sollten?

Falls ich den Kontakt selbst herstellte, könnte sich meine Schufa durch den Kontakt verschlechtern, weil die jeweiligen Stellen dann mit der Schufa kommunizieren.

Falls ich den Kontakt nicht herstelle, muss ich befürchten, dass hier irgendwann mal ein Gerichtsvollzieher unangekündigt aufkreuzt und meine Wertsachen mitnimmt? Oder dass ich wenn ich in ein anderes Land fliege, am Flughafen abgeführt werde oder sowas?

Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort

02.04.2021 | 19:04

Antwort

von


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Gerne zu Ihren Fragen, die ich mangels konkreter Daten im Prinzip nur narrativ beantworten kann, nämlich dergestalt, dass man sowohl im Zivilrecht, als auch im Strafrecht in der Tat nur dann schlafende Hunde wecken sollte, wenn es sich "lohnt."

Denn niemand muss sich nach dt. Strafrecht einer Straftat selbst bezichtigen und einem untätigen Gläubiger muss man auch nicht hinterher laufen.

Es sei denn:

- Ihre Bonität wäre konkret beeinträchtigt oder gefährdet, was Sie vorliegend nicht berichten.
- es handelte ich um Vollstreckungen durch das Finanzamt. Hier sollte man Vorsorge walten lassen, denn hinsichtlich Steuerschulden ist der Staat im Vergleich zu zivilen Gläubigern durchaus im Vorteil und könnte bei Straftaten nach der AO in Verbindung mit der StPO einen Haftbefehl auch durch die Bundespolizei am Flughafen vollstrecken.

Demgegenüber ist die Vollstreckung ziviler Titel nicht Sache der Bundespolizei.

Titulierte Forderungen des Zivilrechts verjähren ansonsten in der Regel erst nach 30 Jahren.
Vollstreckungsgebühren und Kosten können da zwar kumulieren. Jedoch dürfen nach § 289 BGB keine Zinsen von Verzugszinsen erhoben werden.

Ansonsten sollte man stets vorsorglich die Einrede der Verjährung erheben, weil es eine Vielzahl von unterschiedlichen Verjährungsfristen nebst Hemmungs- und Unterbrechungsmodi sowohl im Steuerrecht (Zahlungsverjährung oder Festsetzungsverjährung) als auch im Zivilrecht gibt.

Und steht der Gerichtsvollzieher unerwartet vor der Tür kann man mit sofortiger Zahlung unliebsamen Weiterungen durchaus zielgenauer entgegenwirken, als in Blaue hinein "schlafende Hunde wecken."

Und schließlich soll der Gerichtsvollzieher nach § 802b ZPO in jeder Lage des Verfahrens auf eine gütliche Erledigung bedacht sein.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

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