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Mietrecht - Erbengemeinschaft

| 26.03.2021 09:09 |
Preis: 58,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Guten Morgen.

Das Problem ist wie folgt: Vermieterin A verstarb Ende 2017, dies wurde mir mündlich Anfang 2018 von der Tochter B mitgeteilt, inklusive einer neuen Bankverbindung für die Miete. Ich dachte mir nichts dabei, da im Mietvertrag zwar A als Vermieter steht, aber "vertreten durch B" auch von B unterschrieben wurde.
Bis letzte Woche lief auch alles wie immer, da stand dann an einem Abend C vor meiner Tür (C ist Schwester von B und Tochter von A) und bat mich, ein Drittel der Miete nun an sie direkt zu überweisen.
Die Erbengemeinschaft bestand wohl erst aus 4 Leuten, davon starb einer in 2020 und sie besteht nun aus 3 Leuten, B, C und E; alle stehen auch im Grundbuch (ich habe eine Kopie erhalten).
Mir war die Erbengemeinschaft so nicht bekannt bzw. nicht bekannt, dass es überhaupt mehr als einen Erben gibt.
Es gibt wohl Streit unter den Geschwistern und B hätte eigentlich schon die Anteile der Miete an die anderen Geschwister auszahlen sollen, das maht sie aber wohl nicht.
Ist es nun in Ordnung, dass ich 1/3 der Miete an C auszahle und den Rest weiterhin an B? Oder soll ich das ganze lieber komplett zurückhalten und an das Amtsgericht zahlen, bis alle sich geeinigt haben?
C kündigte auch schon an, dass E sich diesbezüglich auch mit mir in Verbindung setzen wird. Und ich muss gestehen, ich kann mir s´Schöneres vorstellen, als ständig Leute vor der Tür stehen zu haben.
Ich bin nicht sicher, was ich tun kann, ohne dass hinterher Klagen bei mir landen.

Mit freundlichen Grüßen,
M. B.

26.03.2021 | 10:55

Antwort

von


(1060)
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Tel: 03501/5163030
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Sehr geehrter Ratsuchende,

lassen Sie mich Ihre Frage,

"Ist es nun in Ordnung, dass ich 1/3 der Miete an C auszahle und den Rest weiterhin an B? Oder soll ich das ganze lieber komplett zurückhalten und an das Amtsgericht zahlen, bis alle sich geeinigt haben? C kündigte auch schon an, dass E sich diesbezüglich auch mit mir in Verbindung setzen wird.",

wie folgt beantworten.

Durch den Tod der Vermieterin A sind deren Erben gemeinschaftlich Vermieter geworden (§ 1922 BGB). Sie bilden eine Erbengemeinschaft (§§ 2032 ff. BGB).


Das bedeutet:

Sie müssen die Miete an alle Erben zahlen (§ 2039 S. 1 BGB).

Offensichtlich ist /war die Erbengemeinschaft durch B vertreten, sodass Sie Ihrer Pflicht zur Mietzahlung wirksam nachgekommens sind.

Das ist nun offensichtlich nicht mehr der Fall.

Die einzelen Mieterben können von Ihnen nicht verlangen, je ein Drittel zu zahlen, sondern allenfalls, dass Sie die Miete "für alle Erben" hinterlegen (§ 2039 S. 2 BGB).


Gäbe es das alte Konto der Verstorbenen noch, könnten Sie auf dieses die Miete weiter zahlen, da es eines der Erbengemeinschaft ist.

Es ist davon abzuraten die Mietzahlung aufzuteilen.
Sie können Ihre Zahlungsschuld gegenüber der Erbengemeinschaft nicht durch Teilzahlungen an die Mieterben erfüllen.


Nehmen Sie mit B Kontakt auf. Teilen Sie mit, dass C 1/3 der Miete gefordert hat. Fragen Sie B, wie sie weiter zu verfahren gedenkt.

Kündigen Sie an, dass Sie die Miete für die Erbengemeinschaft, künftig beim Amtsgericht hinterlegen werden, wenn Sie nicht eine klare Weisung der Erbengemeinschaft erhalten.

Wenn sich die Miterben (zumindest C und E) einig wären, könnte eine Aufteilung oder eine Zahlung auf ein anderes Konto vorgenommen werden, da Miterben den Nachlass gemeinschaftlich verwalten (§ 2038 BGB).


Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt




Rückfrage vom Fragesteller 01.04.2021 | 08:47

Guten Morgen,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Bezüglich Ihrer Aussage "Wenn sich die Miterben (zumindest C und E) einig wären, könnte eine Aufteilung oder eine Zahlung auf ein anderes Konto vorgenommen werden, da Miterben den Nachlass gemeinschaftlich verwalten (§ 2038 BGB)."
D.h. wenn C und E sich einig sind (aber A nicht), ihre 2/3 der Miete auf ein anderes Konto als A zu überweisen, dann kann ich 2/3 auf das Gemeinschaftskonto und 1/3 auf das Einzelkonto von A zahlen? Auch wenn A damit nicht einverstanden ist?

Mit freundlichen Grüßen,
M.B.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.04.2021 | 09:10

Sehr geehrte Ratsuchende,

ja, so ist es, denn die Mehrheit der Erben kann durch Mehrheitsbeschluss entscheiden.
Lassen Sie sich das aber schriftlich geben, auch dass die Vollmacht der B widerrufen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 01.04.2021 | 10:08

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Hat mir sehr weitergeholfen, vielen Dank.


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